Der Deutsche Börse Photography Prize ist eine internationale Auszeichnung für zeitgenössische Fotografie. Der mit 30.000 GBP dotierte Preis wird jedes Jahr an einen zeitgenössischen Fotokünstler beliebiger Nationalität vergeben, der im Vorjahr einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Fotografie geleistet hat (in Form einer Ausstellung oder Publikation). Der Photography Prize wurde 1996 von der Photographers’ Gallery ins Leben gerufen. Die Gruppe Deutsche Börse ist seit 2005 Titelsponsor des Deutsche Börse Photography Prize, der heute zu einem der renommiertesten internationalen Kunstpreise zählt. Aufgrund ihrer Zusammenarbeit waren die Photographers' Gallery und die Deutsche Börse für den Deutsche Börse Photography Prize für den Arts & Business International Award 2008 nominiert. Deutsche Börse Photography Prize 2012 Die vier Finalisten für den Deutsche Börse Photography Prize 2012 sind: Pieter Hugo, Rinko Kawauchi, John Stezaker und Christopher Williams. Die Arbeiten der vier nominierten Künstler werden in einer Ausstellung in der Photographer's Gallery im Sommer 2012 gezeigt. Im Anschluss sind sie im C/O Berlin, dem Forum für Visuellen Dialog und in The Cube, Konzernzentrale der Gruppe Deutsche Börse in Eschborn, zu sehen. Die Jury Die Kandidaten des Deutsche Börse Photography Prize werden von der „Academy“, einer Gruppe von über hundert internationalen Fotografieexperten, nominiert. Die Academy-Mitglieder benennen jeweils einen zeitgenössischen Fotografen beliebiger Nationalität. Eine jedes Jahr neu besetze, internationale Jury bestimmt vier der nominierten Fotografen zu Finalisten, aus denen sie später den Gewinner ermittelt. Die Mitglieder der Deutsche Börse Photography Prize-Jury 2012 sind François Hébel (Direktor, Les Rencontres d'Arles, Frankreich), Martin Parr (Künstler, Großbritannien), Beatrix Ruf (Direktorin/Kuratorin, Kunsthalle Zürich) und Anne-Marie Beckmann (Kuratorin, Art Collection Deutsche Börse, Deutschland). Brett Rogers, die Direktorin der Photographers’ Gallery, führt den Vorsitz (ohne Stimmabgabe). Die folgenden Künstler wurden nominiert: Pieter Hugo (geb. 1976, Südafrika) für seinen Bildband Permanent Error, erschienen im Prestel Verlag (Deutschland, 2011). In Permanent Error (2011), Pieter Hugos zuletzt veröffentlichtem Bildband, dreht sich alles um eine Müllkippe für Technologieabfälle am Rande von Ghanas Hauptstadt. Im Fokus stehen junge Slumbewohner, die hier ausrangierte Industrieabfälle verbrennen, um wiederverwertbare Rohstoffe zu gewinnen und so ihren Lebensunterhalt verdienen. Hugos schonungslose Fotografien dieser verseuchten Ödnis offenbaren die Kehrseite unserer schnelllebigen, technisierten westlichen Konsumgesellschaft.Abbildung: Yakubu Al Hasan, Agbogbloshie Market, Accra, Ghana 2009 Rinko Kawauchi (geb. 1972, Japan) für ihren Bildband Illuminance, erschienen bei Kehrer (Deutschland, 2011). Rinko Kawauchi schafft in ihren Werken imaginäre Welten, in denen etwas Unwirkliches wirklich zu werden scheint – Augenblicke wie aus einem Traum, aus einer Erinnerung, einer anderen Zeitlichkeit werden hervorgerufen. Die Bilder in ihrem Band Illuminance (2011), das Ergebnis sowohl aus Auftragsarbeiten als auch persönlichen Projekten, zeichnen ihr Schaffen über einen Zeitraum von 15 Jahren nach und verleihen dem Alltäglichen etwas Außergewöhnliches und Poetisches. Abbildung: ohne Titel, aus der Serie 'Illuminance', 2009 John Stezaker (geb. 1949, Großbritannien) für seine Ausstellung in der Whitechapel Gallery in London, Großbritannien (29. Januar bis 18. März 2011). Die mehr als 40 Schaffensjahre umspannenden Collagen John Stezakers stellen unsere facettenreichen Beziehungen zur Welt der Fotografien immer wieder auf die Probe. Elegant und oft rätselhaft stellt er aus Büchern, Zeitschriften und Postkarten entnommene Bilder nebeneinander. So nutzt Stezaker den Inhalt und Handlungsrahmen seiner Vorlagen, um ihnen seine eigene geistreiche sowie ergreifende Ausdrucksweise zu verleihen.Abbildung: John Stezaker, Marriage (Film Portrait Collage) XLIII 2007, © John Stezaker Christopher Williams (geb. 1956, USA) für seine Ausstellung Kapitalistischer Realismus im Haus der Kunst der Stadt České Budějovice (Budweis), Tschechische Republik (5. Mai bis 12. Juni 2011). Als Konzeptualist wie auch als Fotograf gelingt es Christopher Williams seit nunmehr 40 Jahren, Bilder von Kameras, Modellen, Fahrzeugen und anderen technischen Apparaturen anzufertigen. Durch Anspielungen und Entlehnungen aus der Welt der kommerziellen Fotografie wirft er stets die Frage auf, was ein Bild ausmacht und inwiefern der eigentliche Bildinhalt von Bedeutung ist.Abbildung: Bergische Bauernscheune, Junkersholz, Leichlingen, September 29th, 2009 |