 Das im Lauf der vorangegangenen Jahre etablierte, breit angelegte Geschäftsmodell der Gruppe Deutsche Börse umfasst heute die gesamte Prozesskette vom Aktien- und Terminhandel über die Abwicklung der Aufträge und die Bereitstellung der Marktinformationen bis zur Entwicklung und zum Betrieb der elektronischen Handelssysteme. Einen wichtigen Schritt ihrer jüngsten Entwicklung vollzog die Deutsche Börse AG mit ihrem eigenen Börsengang am 5. Februar 2001. Die Tochterunternehmen Eurex, Clearstream und Deutsche Börse Systems treiben den Wachstums- und Internationalisierungsprozess des Konzerns voran. Mit der Übernahme von ISE, der größten Aktienoptionsbörse weltweit im Dezember 2007 hat Eurex seine Präsenz in Nordamerika verstärkt und bietet ein breites Spektrum von Produkten in US-Dollar an. Mit diesem prozessorientierten Geschäftsmodell steigert die Gruppe Deutsche Börse die Effizienz der Kapitalmärkte. Emittenten profitieren von niedrigen Kapitalkosten, Investoren von hoher Liquidität und geringen Transaktionsgebühren. Deutsche Börse reformiert den Aktienmarkt Auch als Aktienmarktorganisator hat die Deutsche Börse ihre innovative Kraft unter Beweis gestellt. Im März 1997 gründete sie den Neuen Markt und eröffnete damit kleineren Wachstumsunternehmen ganz neue Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung. Für das neue Marktsegment galten besonders hohe Transparenzanforderungen. Im Anschluss an das IV. Finanzmarktförderungsgesetz reformierte die Deutsche Börse den deutschen Aktienmarkt. Seit 1. Januar 2003 können Emittenten am Frankfurter Börsenplatz zwischen einer Notierung im Prime Standard und im General Standard wählen. Während der Prime Standard die hohen Transparenzanforderungen des Neuen Marktes fortschreibt, gelten im General Standard die Anforderungen des Gesetzgebers. Der Neue Markt wurde geschlossen. Neuer Leitindex für Technologiewerte ist seit März 2003 der TecDAX®. Mit der Einführung des Entry Standard innerhalb des Open Market im Oktober 2005 ist ein neuer Teilbereich für kleine und mittlere Unternehmen entstanden. Deren Aktien können bei geringen formalen Pflichten in den Handel einbezogen werden. Seit Oktober 2008 strukturieren die Subsegmente First Quotation Board und Second Quotation Board den Open Markt. Neue Produkte und Initiativen für Privatanleger Im April 2000 startete das Marktsegment XTF®, in dem erstmals in Deutschland Indexfonds fortlaufend an einer Börse gehandelt wurden. Seit November 2000 sind auch aktiv gemanagte Fonds im Marktsegment Active ETFs notiert. Für die Börsengebühr im Parketthandel gibt es seit April 2005 Höchstgrenzen (Courtage-Cap) bei Orders in Optionsscheinen, Knock-out-Papieren, Anlagezertifikaten und Aktienanleihen. Privatanleger profitieren bei ihrer Orderaufgabe seit Juli 2005 an der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse von „ Null Spread“ in Aktien der Auswahlindizes DAX®, MDAX®, TecDAX und SDAX®. Seit April 2006 bildet die Deutsche Börse in der Indexfamilie DAXglobal® internationale Märkte ab. Mit der Einführung von ETC Exchange Traded Commodities im November 2006 erhalten Investoren erstmals Zugriff auf eine breite Palette von in Euro denominierten Rohstoffen. Im November 2007 hat die Deutsche Börse ein eigenständiges Segment für Unternehmen aus der Immobilienbranche geschaffen. Die sogenannten REITs – Real Estate Investment Trusts – werden als Wertpapiere an der Börse gehandelt und ergänzen somit das Spektrum der Immobilienanlagen für Anleger. Seit April 2008 werden die Wertpapiere von Scoach, der Börse für Zertifikate und Optionsscheine, auf Xetra gehandelt. Scoach entstand aus einem Joint Venture der Deutsche Börse AG mit der Schweizer SIX Group (ehemals SWX Group) und ist mit über 300.000 handelbaren Wertpapieren der europäische Handelsplatz für strukturierte Produkte. Internationale Ausrichtung Die Listingplattform der Deutschen Börse wird immer internationaler: 2007 hatten zahlreiche Unternehmen, die an der Börse debütierten, ihren Sitz im Ausland. Zum ersten Mal fanden gleich mehrere Erstnotizen von Unternehmen aus China, Russland und der Ukraine statt. Im internationalen Vergleich bietet der Listingplatz Deutsche Börse die niedrigsten Kapitalkosten – in allen drei Listingsegmenten Prime, General und Entry Standard. Die Gruppe Deutsche Börse unterhält Büros und Repräsentanzen in den wichtigen Finanzzentren der Welt, in Europa unter anderem in London, Paris, Moskau und Zürich, in den USA in Chicago und New York sowie in Asien in Dubai, Hongkong, Singapur und Tokio. Sie baut so den Service für eine wachsende Anzahl von Kunden vor Ort aus und pflegt den Kontakt zu den nationalen Behörden und Kapitalmarktinstitutionen. Gemeinsam mit weltweit ansässigen Kooperationspartnern treibt die Gruppe die Internationalisierung der Finanzmärkte voran, um so wechselseitig die Märkte für europäische und internationale Investoren wie Unternehmen zu öffnen.  Im Oktober 2006 startete in der Alten Börse der Umbau des großen Handelssaals, der Ende 2007 vollendet wurde. Der Große Handelssaal wurde umfassend modernisiert und an die veränderten Arbeitsbedingungen der Skontroführer angepasst. Parkettboden, Maklerschranken und Lichtdecke des Handelssaals erstrahlen in neuem Glanz. Auch für die Fernsehsender wurden die Übertragungsmöglichkeiten verbessert. Der Saal fügt sich durch die rund um den Saal verlaufende stilisierte Weltkarte aus Leuchtröhren in ein harmonisches Beleuchtungskonzept. Die Weltkarte zeigt die global wichtigsten Handelsplätze, deren jeweiligen Leitindex und aktuelle Meldungen. Im Juni 2008 entschied sich die Deutsche Börse, das Unternehmen aus dem Frankfurter Stadtteil Hausen nach Eschborn zu verlegen. Der im Bau befindliche Neubau wird deutschlandweit zu den energieeffizientesten und ressourcensparsamsten Gebäuden zählen und soll 2010 bezogen werden. |