Logo

Prognosebericht – Entwicklung der Rahmenbedingungen

Nach dem Einbruch der Weltwirtschaft infolge der Finanzkrise im Jahr 2009 hat sich die Wirtschaft im Jahr 2010 wesentlich besser erholt als erwartet, insbesondere in Deutschland. Auch haben weit reichende Maßnahmen zur Stabilisierung von Banken und Unternehmen durch Zentralbanken und Regierungen in den Jahren 2008 und 2009 dazu beigetragen, das Vertrauen in die Finanzmärkte wieder herzustellen. Dennoch waren die Finanzmärkte im Berichtsjahr weiterhin von phasenweise hoher Volatilität und Unsicherheit geprägt. Vor diesem Hintergrund hat sich die Geschäftsaktivität der Gruppe im Berichtsjahr gegenüber 2009 leicht verbessert.

Für den Prognosezeitraum erwartet die Gruppe Deutsche Börse einen weiteren Aufschwung des wirtschaftlichen Umfelds. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute gehen in ihren ersten Prognosen für das Jahr 2011 von einem Wirtschaftswachstum von 1,3 bis 1,5 Prozent in der Eurozone und von 2,2 bis 2,5 Prozent in Deutschland aus. Die Differenz zwischen der Eurozone und Deutschland ergibt sich durch das erwartete niedrigere Wachstum bzw. sogar eine erneute Kontraktion in einigen südeuropäischen Ländern. Treffen die Prognosen ein, wäre das deutsche Bruttoinlandsprodukt Mitte des Jahres 2011 wieder auf dem Niveau vor der Rezession 2009. Aktuellen Schätzungen zufolge wird das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone und Deutschland 2012 in ähnlicher Größenordung wachsen wie 2011.

Für Großbritannien und die USA liegen die Erwartungen etwas über denen für die Eurozone. Für Großbritannien wird ein Wachstum der Wirtschaft von 2,0 Prozent im Jahr 2011 und 2,3 Prozent im Folgejahr erwartet. Für die USA wird mit einem Anstieg von 2,2 bis 3,0 Prozent im Jahr 2011 und von 2,7 bis 3,1 Prozent im Jahr darauf gerechnet. Das mit Abstand größte Wirtschaftswachstum – zwischen 8 und 10 Prozent – wird in Erwartung der hohen Binnennachfrage für die asiatischen Länder, insbesondere China und Indien, prognostiziert. Als Folge der sehr unterschiedlichen Schätzungen für die verschiedenen Wirtschaftsräume wird für das Jahr 2011 ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,3 bis 4,4 Prozent prognostiziert. Für das Jahr 2012 gehen die Wirtschaftsinstitute davon aus, dass sich das Wachstum fortsetzen und sogar noch leicht auf 3,6 bis 4,6 Prozent verstärken wird.

Um den Finanzsektor zu stabilisieren und künftig Finanzkrisen in dem erlebten Ausmaß zu verhindern, streben Regierungen und Zentralbanken derzeit eine stärkere Regulierung des Finanzmarktes an. Das Spektrum der geplanten und zum Teil bereits angestoßenen Maßnahmen reicht von der Überarbeitung der rechtlichen Rahmenbedingungen für Bankgeschäfte und Eigenkapitalanforderungen bis hin zur Verbesserung der Finanzmarktaufsicht (Details siehe Abschnitt „Regulatorisches Umfeld“ dieses Konzernlageberichts).

Die Gruppe Deutsche Börse plant für den Prognosezeitraum keine wesentliche Änderung ihres integrierten Geschäftsmodells mit den Schwerpunkten Handel, Clearing, Abwicklung und Verwahrung von Wertpapieren und Derivaten. Auf Basis dieses erfolgreichen Geschäftsmodells, das die gesamte Prozesskette für Finanzmarkttransaktionen und die wichtigsten Anlageklassen abdeckt, wird die Deutsche Börse weiterhin die Trends an den Finanzmärkten weltweit beobachten und diese für die Weiterentwicklung ihrer Produkte und Dienstleistungen nutzen. Das vorrangige strategische Ziel des Unternehmens dabei ist, alle Kunden mit hervorragenden Leistungen zu bedienen.

Mit ihren skalierbaren elektronischen Plattformen sieht sich die Deutsche Börse auch im Wettbewerb mit anderen Anbietern von Handels- und Abwicklungsservices weiterhin sehr gut positioniert.

Weiterführende Links
Drucken