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Prognosebericht – Entwicklung der Rahmenbedingungen

Nach einigen Jahren anhaltenden Wachstums befindet sich die Weltwirtschaft infolge der globalen Finanzkrise derzeit in einer Phase extrem großer Ungewissheit. Im vierten Quartal 2008 haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufgrund von Zusammenbrüchen oder Beinah-Zusammenbrüchen US-amerikanischer und europäischer Finanzinstitute noch einmal deutlich verschlechtert. Nach weit reichenden Maßnahmen zur Stützung angeschlagener Unternehmen Ende 2008 unternahmen Zentralbanken und Regierungen weltweit in den ersten Wochen des Jahres 2009 weitere Schritte, um sowohl Wirtschaft als auch gezielt Banken und Unternehmen zu stabilisieren und das Vertrauen in die Finanzmärkte wiederherzustellen. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzern-Jahresabschlusses wurde in diesem Zusammenhang in einigen Ländern über die Einrichtung von Institutionen zur Aufnahme und Abwicklung sanierungsbedürftiger Banken, so genannter „Bad Banks“, diskutiert. Hintergrund ist das Bestreben, die anhaltend schwierige Risikosituation von Finanzinstituten zu verbessern und so das Finanzsystem zu stabilisieren.

Angesichts der dramatischen Ereignisse der letzten Monate ist derzeit für die Gruppe Deutsche Börse noch nicht absehbar, welchen Umfang der globale wirtschaftliche Abschwung annehmen und wie lange er anhalten wird. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute gehen in ihren ersten Prognosen für das Jahr 2009 von einem negativen Wirtschaftswachstum von rund 2,0 Prozent in der Eurozone und von rund 2,5 Prozent in Deutschland aus. Sollte der prognostizierte Rückgang des Wirtschaftswachstums stärker als erwartet ausfallen, werden aus Sicht der Gruppe Deutsche Börse die Finanzmärkte weiter von Unsicherheit und Zurückhaltung geprägt sein und die Preise für bestimmte Wertpapiere weiter auf niedrigem Niveau verbleiben. Sollte es zudem kurzfristig zu weiteren Zusammenbrüchen von Finanzinstituten kommen, kann dies aus der Perspektive der Gruppe Deutsche Börse erhebliche Folgen für die Stabilität des globalen Finanzsystems haben und zu einer weiteren Verschlechterung des Wirtschaftswachstums führen. Die Ereignisse der letzten Wochen und Monate haben gezeigt, dass in einem solchen Fall die beschriebenen Erwartungen und getroffenen Annahmen zu hinterfragen sind.

Die Gruppe Deutsche Börse plant jedoch trotz veränderter Rahmenbedingungen für den Prognosezeitraum keine wesentliche Änderung ihres integrierten Geschäftsmodells mit den Schwerpunkten Handel, Clearing, Abwicklung und Verwahrung von Wertpapieren und Derivaten. Auf Basis dieses erfolgreichen Geschäftsmodells, das die gesamte Prozesskette für Wertpapiertransaktionen und die wichtigsten Anlageklassen abdeckt, wird die Deutsche Börse weiterhin die Trends an den Finanzmärkten weltweit beobachten und diese für die Weiterentwicklung ihrer Produkte und Dienstleistungen nutzen. Das vorrangige strategische Ziel des Unternehmens dabei ist, alle Kunden mit hervorragenden Leistungen zu bedienen. Mit ihren skalierbaren elektronischen Plattformen sieht sich die Deutsche Börse auch im Wettbewerb mit anderen Anbietern von Handels- und Abwicklungsservices sehr gut positioniert.

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