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Prognosebericht – Entwicklung der Ertragslage

Segment Xetra
Segment Eurex
Segment Clearstream
Segment Market Data & Analytics
Weiterentwicklung der Preismodelle
Regulatorische Rahmenbedingungen

Ausgehend von den Annahmen über die Entwicklung der Rahmenbedingungen und basierend auf flexiblen Planungs- und Steuerungssystemen sieht sich die Deutsche Börse gut vorbereitet, um auf ein sich veränderndes Marktumfeld zu reagieren:

  • Im Rahmen des im September 2007 angekündigten Restrukturierungs- und Effizienzprogramms plant das Unternehmen – nach den bereits erfolgten Einsparungen von über 50 Mio. € im Berichtsjahr – zusätzliche Kosteneinsparungen in Höhe von jeweils 25 Mio. € in den Jahren 2009 und 2010 zu erzielen, um ab 2010 jährliche Einsparungen von 100 Mio. € zu erreichen.
  • Für das laufende Geschäftsjahr wurde die Kostenprognose bereits im Februar 2009 auf maximal das Kostenniveau des Berichtsjahres 2008 reduziert, ohne etwaige Veränderungen bei volumenabhängigen Kosten einzurechnen und unter Beibehaltung strategischer Wachstumsinitiativen.
  • Im Juni 2008 zog rund die Hälfte der in Frankfurt-Hausen beschäftigten Mitarbeiter in das benachbarte Eschborn. Dies wird die Steuerquote für 2009 weiter senken und damit das Ergebnis nach Steuern verbessern. Für das Jahr 2009 rechnet das Unternehmen mit einer Steuerquote für die Gruppe von ca. 27 Prozent. Mitte 2010 ist der Umzug des überwiegenden Teils der restlichen Belegschaft von Frankfurt-Hausen nach Eschborn geplant. Ab 2010 rechnet das Unternehmen daher mit einer Steuerquote für die Gruppe zwischen 25 und 27 Prozent. Die exakte Höhe der Steuerquote 2010 ist insbesondere abhängig vom genauen Zeitpunkt des Umzugs.

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Segment Xetra

Im Kassamarkt-Segment Xetra werden die Umsatzerlöse auch künftig von der Entwicklung der Aktienmärkte, deren Volatilität sowie von strukturellen, aber auch zyklischen Veränderungen im Handelsgeschehen abhängen.

Strukturelle Veränderungen des Aktienmarktes ergeben sich zum größten Teil aus dem zunehmenden Einsatz von vollständig rechnergestützten Handelsstrategien, dem so genannten algorithmischen Handel. Für den Prognosezeitraum rechnet das Unternehmen nach wie vor mit einem hohen Anteil des algorithmischen Handels am Xetra-Handelsvolumen.

Ab dem dritten Quartal 2008 lag die Volatilität über einen längeren Zeitraum auf sehr hohem Niveau. Eine anhaltend hohe Volatilität kann dem Segment Xetra grundsätzlich zusätzliche Wachstumsimpulse geben, weil in solchen Marktphasen der Handel besonders lebhaft ist. Die anhaltende Unsicherheit und Zurückhaltung der Marktteilnehmer in den ersten beiden Monaten des Jahres 2009 haben allerdings die aus der weiterhin hohen Volatilität resultierenden positiven Effekte überschattet, sodass die Anzahl der gehandelten Transaktionen gegenüber dem Vorjahr insgesamt stark abnahm. Die gesunkenen Indexstände führten darüber hinaus zu starken Rückgängen der gehandelten Volumen in Euro.

Trotz der intakten strukturellen Treiber, die die Geschäftsentwicklung prinzipiell günstig beeinflussen, rechnet das Unternehmen erst dann mit einer merklichen Erholung am Kassamarkt, wenn Stabilität und Zuversicht in die weltweiten Finanzmärkte zurückgekehrt sind.

Neben der Weiterentwicklung der eigenen Kassamärkte verfolgt das Unternehmen aufmerksam sich ergebende Veränderungen im wettbewerblichen Umfeld der europäischen Kassamärkte. Das Unternehmen sieht sich gut positioniert, auch in Zukunft Marktführer im Handel deutscher Bluechip-Aktien zu bleiben und den Kunden weltweit ein attraktives Produkt- und Serviceangebot für Kassahandel sowie das Aktienclearing anzubieten.

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Segment Eurex

Die Volumenentwicklung des vergangenen Jahres hat gezeigt, dass die allgemeine Entwicklung der Finanzmärkte im Terminmarkt-Segment Eurex – anders als im Kassamarkt – eine weniger bedeutende Rolle spielt. Hier geht das Unternehmen weiterhin von einem starken Einfluss der strukturellen Wachstumsfaktoren in allen Produktsegmenten aus. Die strukturellen Wachstumstreiber teilen sich wie folgt auf:

  • Traditionelle Investmentfonds setzen als Folge der europäischen Rechts- und Verwaltungsvorschriften (OGAW III) zunehmend auch Derivate in ihren Portfoliostrategien ein.
  • Aufgrund der hohen Bedeutung des Risikomanagements werden verstärkt auch außerbörslich getätigte Geschäfte zur Verrechnung auf Eurex Clearing verlagert, um durch ein zentrales Clearing das Kontrahentenrisiko zu eliminieren.
  • Banken und Investoren wenden vermehrt vollständig rechnergestützte Handelsstrategien an (vergleichbar mit dem algorithmischen Handel auf Xetra).

Zusätzlich bietet die zur Eurex gehörende US-Aktienoptionsbörse ISE Wachstumspotenziale durch das Cross-Selling bestehender Produkte und die gemeinsame Entwicklung neuer Produkte. Derzeit entwickelt die Deutsche Börse gemeinsam mit der ISE ein neues elektronisches Handelssystem (Global Trading System), das Anfang 2011 in Betrieb genommen werden soll.

Im Rahmen des Erwerbs der ISE wurden im Geschäftsjahr 2007 immaterielle Vermögenswerte (ohne damit verbundene latente Steuerschulden) in Höhe von 1.623,1 Mio. € mit Geschäfts- oder Firmenwerten in Höhe von 862,2 Mio. € in die Konzernbilanz aufgenommen. Bei einer deutlich negativen Geschäftsentwicklung der ISE – und einer in diesem Zusammenhang stattfindenden Werthaltigkeitsprüfung – könnte daher die Notwendigkeit entstehen, die immateriellen Vermögenswerte und/oder die Geschäfts- oder Firmenwerte ganz oder teilweise abzuschreiben. Trotz der guten Wettbewerbsposition und Wachstumsaussichten der ISE erhöht sich dieses Risiko für den Prognosezeitraum wegen der großen Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Finanzmärkte.

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Segment Clearstream

Das Segment Clearstream wird seine Umsatzerlöse auch in Zukunft größtenteils mit der Abwicklung und Verwahrung internationaler Anleihen erzielen. Die Deutsche Börse geht davon aus, dass sich das Volumen der international begebenen Anleihen besser entwickelt als das der national begebenen festverzinslichen Wertpapiere.

Das Unternehmen erwartet darüber hinaus, dass die Zahl der Neuemissionen gegenüber dem Vorjahr zunehmen und sich dies grundsätzlich positiv auf das Geschäft von Clearstream auswirken wird. Im Zuge der Finanzkrise haben mehrere Regierungen, u.a. die der USA und vieler Staaten Europas, Rettungspakete aufgelegt und werden nun Anleihen zur Finanzierung der erhöhten Staatsverschuldung begeben.

In Bezug auf die Kundenstruktur geht das Unternehmen weiterhin davon aus, dass sich die Konsolidierung in der Finanzbranche fortsetzen wird und sich Kunden im nationalen und internationalen Geschäft der Clearstream zusammenschließen werden. Den dann größeren Kunden werden höhere Rabatte eingeräumt, was zu einem Rückgang der durchschnittlichen Entgelte führen könnte. Da die Deutsche Börse im Bereich der Abwicklung und Verwahrung von internationalen Anleihen in einem besonders intensiven Wettbewerb steht, könnte es ferner zu Marktanteilsverlusten und damit zu einer Verringerung der Umsatzerlöse im Segment Clearstream kommen. Für den Prognosezeitraum rechnet das Unternehmen aber nicht mit einem Verlust von Marktanteilen.

Im Zuge der Weiterentwicklung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios im Segment Clearstream plant das Unternehmen, im Prognosezeitraum neben der Implementierung der europaweiten Initiative Link Up Markets auch seine Collateral Management-, Liquiditäts- und Risikomanagementservices auszubauen. Dabei sollen die Verbundeffekte der Gruppe Deutsche Börse, z.B. mit dem von Eurex betriebenen Clearinghaus, genutzt werden.

Die Deutsche Börse erwartet auch, dass die Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft im laufenden Geschäftsjahr deutlich unter den Erträgen des Berichtsjahres liegen werden. Eine nachhaltige Erhöhung der Erträge erwartet das Unternehmen erst mit dem Anstieg der kurzfristigen Zinsen in den relevanten Märkten. Dieser Einschätzung liegt die Annahme zugrunde, dass sich die relevanten kurzfristigen Zinsen in den Hauptwährungen Euro und US-Dollar 2009 weitestgehend auf historisch niedrigen Niveaus bewegen werden. Um einer negativen Zinsentwicklung entgegenzuwirken, wurde ein Teil der erwarteten Kundenbareinlagen mit Erstellung des Budgets 2009 zu höheren als den zum Zeitpunkt der Feststellung des Jahresabschlusses vorherrschenden Zinssätzen abgesichert.

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Segment Market Data & Analytics

Die Umsatzerlöse des Segments Market Data & Analytics hängen zum größten Teil von der Nachfrage nach Marktdaten im Finanzsektor ab. Sollte sich die Nachfrage als Folge der Finanzkrise abschwächen, wirkt sich dies zeitversetzt auf die Umsatzerlöse des Segments aus. Wachstumsimpulse könnten sich aber durch die angestrebte Erweiterung der Produktpalette weiterhin in allen Bereichen des Segments ergeben.

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Weiterentwicklung der Preismodelle

Für den Prognosezeitraum rechnet die Deutsche Börse weiterhin mit anhaltendem Preisdruck in einigen ihrer Geschäftsbereiche, etwa beim elektronischen Xetra-Handel und beim Clearing. Das Ziel des Unternehmens ist dabei, den Preisdruck über die kontinuierliche Verbesserung der Produkte und Dienstleistungen sowie über selektive Anreize für preiselastisches Geschäft abzufedern. Trotz rückläufiger Kosten erhöhten beispielsweise Xetra und Eurex im Berichtsjahr ihre Systemkapazitäten signifikant. Zudem gewährten die beiden Segmente Preisanreize für den algorithmischen Handel und bestimmte Clearingangebote im Kassamarkt sowie für außerbörslich gehandelte Geschäfte im Terminmarkt. Bei niedrigeren Volumina, insbesondere im Kassamarkt, kann es aufgrund des gestaffelten Preismodells kurzfristig zu einem Anstieg der durchschnittlichen Umsatzerlöse pro abgerechneter Einheit kommen. Langfristig ist allerdings davon auszugehen, dass die durchschnittlichen Umsatzerlöse pro abgerechnete Einheit in einigen Bereichen leicht zurückgehen werden.

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Regulatorische Rahmenbedingungen

Im Zuge der gegenwärtigen Finanzmarktkrise stehen weite Teile des aktuellen regulatorischen Rahmens auf dem politischen Prüfstand. Dies gilt sowohl auf nationaler, europäischer als auch auf globaler Ebene. Es ist zu erwarten, dass im Zuge der regulatorischen Neuordnung der Finanzmärkte in den kommenden Jahren auch Veränderungen mit Relevanz für die Gruppe Deutsche Börse erfolgen werden. Das Ergebnis ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend vorhersehbar. Insgesamt ist jedoch zu erwarten, dass die Deutsche Börse mit ihren regulierten Märkten und ihrer zentralen Gegenpartei in der Funktion, Markttransparenz und Integrität sicherzustellen, gestärkt werden könnte.

Nachdem eine Vereinbarung in Form einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Industrie zum zentralen Clearing von Credit Default Swaps (CDS) über eine zentrale Gegenpartei (CCP) Ende des zurückliegenden Jahres gescheitert ist, strebt die EU-Kommission zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzern-Jahresabschlusses an, den Markt für Credit Default Swaps im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zum Ausbau der Eigenkapitalvorschriften für Banken zu regulieren. Die Deutsche Börse sieht die im Zuge der Regulierung geforderte zentrale Abwicklung von Credit Default Swaps in einem europäischen Clearinghaus als Möglichkeit, ihr Serviceportfolio zu erweitern und gleichzeitig den Markt von bislang außerbörslich gehandelten Kreditderivaten zu stabilisieren. Ein zentraler Clearingservice hat das Ziel, das Risikomanagement und die Kapitaleffizienz der beteiligten Parteien zu verbessern und das vorhandene Kontrahentenrisiko zu minimieren. Das angestrebte Clearingangebot kann sich erst dann positiv auf das Geschäft der Deutschen Börse auswirken, wenn die relevanten Marktteilnehmer diese Services aktiv nutzen. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzern-Jahresabschlusses gibt es noch keine klaren Zusagen von wichtigen Marktteilnehmern, für die bisher außerbörslich getätigten Geschäfte ein börslich organisiertes Clearing einzusetzen.

Des Weiteren erwartet die Deutsche Börse nicht, dass sich TARGET2-Securities, die von der Europäischen Zentralbank für das Jahr 2013 geplante Abwicklungsplattform für Wertpapiergeschäfte, negativ auf die Ertragslage im Prognosezeitraum auswirken wird.

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