Börsen funktionierten über Jahrhunderte nach einem einzigen Schema: Die Beteiligten trafen sich in dafür bestimmten Gebäuden und handelten täglich für einige Stunden auf Zuruf. So bedeutete der Ausruf „Geld“, dass jemand kaufen wollte. „Brief“ hingegen wurde gerufen, wenn jemand verkaufen wollte. Eine vorangestellte Ziffer stellte den Kurs dar.
Auch heute noch wird auf dem so genannten Parkett der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse auf Zuruf gehandelt. Zu den Börsenhandelszeiten versammeln sich dort die zugelassenen Unternehmen, deren Händler und die Skontroführer. Die Händler sind Mitarbeiter von Kreditinstituten und Finanzunternehmen. Sie kaufen und verkaufen Wertpapiere im Auftrag ihrer Kunden oder für eigene Rechnung.
Mittlerweile wird aber nur noch ein geringer Teil der Orders auf dem Parkett gehandelt. Und selbst dabei geht es nicht mehr ohne Computer. Über das elektronische Orderleitsystem Xontro werden die Aufträge der Bank direkt an die Börse und somit ins Orderbuch der Skontroführer weitergeleitet. Die meisten Aufträge laufen heute aber über die vollelektronische Handelsplattform Xetra®.