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Prognosebericht – Entwicklung der Rahmenbedingungen

Für die beiden Geschäftsjahre 2008 und 2009 geht die Deutsche Börse davon aus, dass sich das wirtschaftliche Wachstum in den für das Geschäft des Unternehmens relevanten Regionen leicht verlangsamen wird. Für die USA wird vor dem Hintergrund sinkender Immobilienpreise, einer schlechteren Arbeitsmarktsituation und rückläufigen Investitionen mit einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums auf deutlich unter 2 Prozent gerechnet. Um diesem Rückgang entgegenzuwirken, hat die US-Zentralbank im Januar 2008 den Leitzins bereits in zwei Zinsschritten von 4,25 Prozent auf 3,00 Prozent reduziert. Sollte das Wirtschaftswachstum in den USA stagnieren, wird eine weitere Senkung der Leitzinsen erwartet.

Wenn sich das wirtschaftliche Wachstum in den USA verlangsamt, dürfte sich das auch negativ auf das Wachstum in der Eurozone auswirken. Zudem könnte der starke Euro zu einem Rückgang der Exporte führen; auch die Konsumausgaben privater Haushalte könnten stagnieren. Die Kombination dieser Faktoren lässt das Unternehmen einen Rückgang des Wachstums in Europa auf rund 2 Prozent erwarten.

Vor dem Hintergrund der Verschlechterung der fundamentalen Rahmendaten rechnet die Deutsche Börse mit einer hohen Volatilität auf den Finanzmärkten, also starken Schwankungen der Aktienkurse oder Indexwerte. Dem stehen kontinuierlich hohe Unternehmensgewinne und im langfristigen Vergleich attraktive Aktienmarkt bewertungen gegenüber, sodass nicht von einer nach haltigen Abwärtsbewegung der Märkte auszugehen ist. In Kombination mit temporär auftretenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten zeichnet sich ein insgesamt positives Geschäftsumfeld für die Deutsche Börse ab. Dies war bereits Anfang 2008 zu beobachten: Im Januar 2008 verdoppelte sich die Zahl der Transaktionen auf dem elektronischen Handelssystem Xetra gegenüber dem schon sehr lebhaften Vorjahresmonat (+106 Prozent). Eurex steigerte im gleichen Zeitraum die Zahl der gehandelten Kontrakte im Terminmarkt um 57 Prozent auf 207,4 Mio. und erzielte einen neuen Monatsrekord. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2008 ist jedoch von einer Normalisierung der Handelsvolumina auszugehen.

Risiken für die oben skizzierte Entwicklung der Finanzmärkte sind u. a. eine langfristige Rezessionsphase und einbrechende Unternehmensgewinne. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Risiken einzeln oder kombiniert eintreten und sich stark negativ auf die Entwicklung der Finanzmärkte im Prognosezeitraum auswirken, schätzt das Unternehmen aktuell als gering ein.

Das Unternehmen geht für den Prognosezeitraum von keiner wesentlichen Änderung der Geschäftspolitik aus. Auf der Basis ihres erfolgreichen Geschäftsmodells, das die gesamte Prozesskette für Wertpapiertransaktionen und die wichtigsten Anlageklassen abdeckt, wird die Deutsche Börse weiterhin die Trends an den Finanzmärkten weltweit beobachten und diese für die Weiterentwicklung ihrer Produkte und Dienstleistungen nutzen. Das vorrangige strategische Ziel des Unternehmens dabei ist, alle Kunden mit hervorragenden Leistungen zu bedienen. Mit ihren skalierbaren Handelsplattformen sieht sich die Deutsche Börse auch im Wettbewerb mit anderen Anbietern von Handels- und Abwicklungsservices sehr gut positioniert. Das Unternehmen geht zudem davon aus, dass die verschiedenen bereits umgesetzten bzw. angestrebten Konsolidierungsschritte im Börsensektor sich nicht negativ auf seine Marktposition auswirken werden.

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