In der ehemaligen DDR hatte die bildende Kunst eine wesentliche Funktion in der Selbstdarstellung der sozialistischen Gesellschaft. Der staatlich verordnete Sozialistische Realismus propagierte eine vom Arbeiterethos geprägte Wirklichkeit. Kunst sollte verständlich sein, zu didaktischen Zwecken instrumentalisierbar. Konnte sich ein Künstler in diesem Umfeld entfalten? Sibylle Bergemann hat es geschafft – soweit es möglich war. Ihre Fotografien konzentrieren sich auf leise atmosphärische Momente, nicht auf starke Symbole und große Gesten – in der DDR, wo sie aufgewachsen ist und viele Jahre gearbeitet hat, war das keine Selbstverständlichkeit. Der Staat habe kaum Einfluss auf ihre Arbeit genommen, sagt Sibylle Bergemann im Rückblick: „Ich habe immer frei gearbeitet, mich um die Zensur nicht geschert.“ Sibylle Bergemann fotografierte für Magazine und Zeitungen mit kulturellem Anspruch, die sich bewusst von ideologiekonformen Publikationen unterschieden. Der gängigen Bildsprache, geprägt von angeordnetem Optimismus, konnte sie sich so widersetzen. Ihr Ausweg aus den inhaltlichen Denkverboten waren die Modefotografie und Alltagsaufnahmen ihrer Umgebung. In einem konditionierten Umfeld hat Sibylle Bergemann das Individuelle, das Skurrile und bisweilen auch Verrücktes aufgespürt; ihre Fotografien entdecken das Besondere im Alltäglichen – enthüllen es aber nie ganz. In der ehemaligen DDR hatte die bildende Kunst eine wesentliche Funktion in der Selbstdarstellung der sozialistischen Gesellschaft. Der staatlich verordnete Sozialistische Realismus propagierte eine vom Arbeiterethos geprägte Wirklichkeit. Kunst sollte verständlich sein, zu didaktischen Zwecken instrumentalisierbar. Konnte sich ein Künstler in diesem Umfeld entfalten? Abbildung: Hoppenrade, 1975, 40 x 50 cm Biografische Daten 1941 | | geboren in Berlin | | | | | | Werbegraphische Ausbildung | | | | 1966 | | Fotografische Ausbildung bei Arno Fischer | | | | seit 1967 | | freiberufliche Fotografin, hauptsächlich für 'Sonntag. Magazin für Kunst und Literatur' | | | | 1970-95 | | Portrait- und Modefotografin für das Modemagazin Sibylle | | | | 1991 | | Mitbegründerin 'OSTKREUZ – Agentur der Fotografen' in Berlin | | | | seit 1990 | | Publikationen in GEO, Die Zeit, Spiegel, Stern, New York Times Magazine, etc. | | | | seit 1994 | | Mitglied der Akademie der Künste in Berlin | | | | seit 1994 | | Mitglied der Akademie der Künste in Berlin | | | | | | lebt in Berlin und Margaretenhof (Brandenburg) | | | | |