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Prognosebericht – Entwicklung der Ertragslage
Segment Xetra
Segment Eurex
Segment Clearstream
Segment Market Data & Analytics
Weiterentwicklung der Preismodelle
Regulatorische Rahmenbedingungen
Kostenmanagement

Ausgehend von den oben skizzierten Annahmen über die Entwicklung der Finanzmärkte und basierend auf ihrem erfolgreichen Geschäftsmodell erwartet die Deutsche Börse für die Jahre 2008 und 2009 einen weiteren Anstieg der Umsatzerlöse. Hierzu wird die ISE, die 2008 erstmals für das Gesamtjahr in den Konzernabschluss ein bezogen wird, ebenso beitragen wie strukturelle Veränderungen an den Finanzmärkten sowie neue Produkte und Dienstleistungen. In Verbindung mit dem im September 2007 angekündigten Restrukturierungs- und Effizienzprogramm, das Einsparungen von 50 Mio. € im Jahr 2008, 75 Mio. € im Jahr 2009 und 100 Mio. € jährlich ab dem Jahr 2010 vorsieht, erwartet das Unternehmen eine im Vergleich zu den Umsatzerlösen überproportionale Steigerung des EBITA. Für 2008 rechnet das Unternehmen daher mit einem neuen Rekord-EBITA von über 1.345,9 Mio. €.

Der im Januar 2008 bekannt gegebene Umzug eines Teils der derzeit in Frankfurt beschäftigten Mitarbeiter in das benachbarte Eschborn wird zudem die Steuerquote deutlich senken und damit das Ergebnis nach Steuern verbessern. Nach dem Umzug, der Übernahme der ISE und den Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform in Deutschland erwartet die Deutsche Börse für das Jahr 2008 eine Steuerquote von unter 30 Prozent. Für 2009 rechnet sie mit einer Quote von 27 Prozent, für 2010 mit 25 bis 27 Prozent.

Sollten sich die Finanzmärkte nicht wie erwartet entwickeln, ist das Unternehmen auf Basis seines diversifizierten Geschäftsmodells zuversichtlich, die Abweichungen ganz oder teilweise kompensieren zu können. Zum Seitenanfang

Segment Xetra

Im Kassamarkt-Segment Xetra werden die Umsatzerlöse auch künftig von der Entwicklung der Aktienmärkte, deren Volatilität und von strukturellen Veränderungen im Handelsgeschehen abhängen. Die Volatilität der Aktienmärkte ist im Jahresdurchschnitt 2007, bedingt durch kurzzeitige starke Ausschläge nach oben, leicht gestiegen. Zum Jahresanfang 2008 lag die Volatilität über einen längeren Zeitraum auf sehr hohem Niveau. Eine anhaltend hohe Volatilität kann dem Segment Xetra im Prognosezeitraum zusätzliche Wachstumsimpulse geben, weil in solchen Marktphasen der Handel besonders lebhaft ist.

Die strukturellen Veränderungen auf dem Aktienmarkt ergeben sich zum größten Teil aus dem zunehmenden Einsatz von vollständig rechnergestützten Handelsstrategien, dem sog. algorithmischen Handel. Für den Prognosezeitraum rechnet das Unternehmen damit, dass der Anteil des algorithmischen Handels am Xetra-Handelsvolumen zunimmt. Zudem wird ein erweitertes Angebot von Produkten und Dienstleistungen für Wachstumsimpulse im Kassamarkt sorgen. Beispielsweise wird das Xetra-Release 9.0 den Handel von Optionsscheinen und Zertifikaten auf die Xetra-Plattform verlagern. Diese Produkte werden dann Handelsteilnehmern in ganz Europa zur Verfügung stehen. Zudem werden im Zuge des Release die Verarbeitungs- und Datendistributionszeiten von Xetra weiter verkürzt, um Kunden ein „best in class“- Handelssystem zu bieten. Zum Seitenanfang

Segment Eurex

Anders als im Kassamarkt wird im Terminmarkt-Segment Eurex die allgemeine Entwicklung der Finanzmärkte eine untergeordnete Rolle spielen. Hier geht das Unternehmen weiterhin von einer stärkeren Bedeutung der strukturellen Wachstumsfaktoren aus, die im Abschnitt Ertragslage näher erläutert wurden. Neben dem bestehenden Produkt und Dienstleistungsportfolio wird die ISE, deren Übernahme am 19. Dezember 2007 abgeschlossen wurde, für weiteres Wachstum im Prognosezeitraum sorgen. Mit dieser Übernahme erweitert Eurex das Liquiditätsnetzwerk in den USA und den Handel mit US-Dollar-Produkten deutlich. Teilnehmer von Eurex und ISE erhalten Zugang zu einer größeren Zahl von hochliquiden Produkten in verschiedenen Anlageklassen und Währungen. Der Zusammenschluss eröffnet zudem Wachstumspotenziale durch das Cross-Selling bestehender Produkte und die gemeinsame Entwicklung neuer Produkte. Als erste gemeinsame Initiative entwickeln die Partner ein neues elektronisches Handelssystem für den Optionshandel an der ISE, das Anfang 2011 in Betrieb genommen werden soll. Im Rahmen des Erwerbs der ISE wurden immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 1.345,1 Mio. € mit Geschäfts- oder Firmenwerten in Höhe von 882,0 Mio. € in die Konzernbilanz aufgenommen. Bei einer deutlich negativen Geschäftsentwicklung der ISE – und einer in diesem Zusammenhang stattfindenden Werthaltigkeitsprüfung – könnte daher die Notwendigkeit entstehen, die immateriellen Vermögensgegenstände und/oder die Geschäfts- oder Firmenwerte ganz oder teilweise abzuschreiben. Aufgrund der guten Wettbewerbsposition und Wachstumsaussichten der ISE schätzt das Unternehmen dieses Risiko für den Prognosezeitraum als äußerst gering ein. Zum Seitenanfang

Segment Clearstream

Das Segment Clearstream wird seine Umsatzerlöse auch in Zukunft größtenteils mit der Abwicklung und Verwahrung internationaler Rentenpapiere erzielen. Die Deutsche Börse geht davon aus, dass das Volumen der international begebenen Anleihen weiterhin stärker zunehmen wird als das der national begebenen festverzinslichen Wertpapiere. Ein deutlicher Anstieg der langfristigen Zinsraten könnte sich indes insgesamt negativ auf das Geschäft von Clearstream auswirken, da mit verringerter Emissionstätigkeit zu rechnen wäre. In Bezug auf die Kundenstruktur geht das Unternehmen davon aus, dass sich die Konsolidierung in der Finanzbranche fortsetzen wird und sich Kunden im nationalen und internationalen Geschäft von Clearstream zusammenschließen. Den dann größeren Kunden werden höhere Rabatte eingeräumt, was zu einem Rückgang der durchschnittlichen Entgelte führen könnte.

Da die Deutsche Börse im Bereich der Abwicklung und Verwahrung von internationalen Rentenpapieren in einem besonders intensiven Wettbewerb steht, könnte es ferner zu Marktanteilsverlusten und damit zu einer Verringerung der Umsatzerlöse im Segment Clearstream kommen. Für den Prognosezeitraum rechnet das Unternehmen aber nicht mit einem Verlust von Marktanteilen. Es erwartet auch nicht, dass sich TARGET2-Securities, die von der Europäischen Zentralbank geplante Abwicklungsplattform für Wertpapiergeschäfte, negativ auf die Ertragslage auswirken wird. Diese Einschätzung beruht zum einen auf der Tatsache, dass dieses Projekt erst noch von den EU-Finanzministern genehmigt werden muss, und zum anderen auf dem vorläufigen Projektplan, der eine Einführung erst im Jahr 2013 vorsieht.

Im Zuge der Weiterentwicklung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios im Segment Clearstream plant das Unternehmen, im Prognosezeitraum den neuen Abwicklungsservice für Investmentfonds (Central Facility for Funds, CFF) auszubauen und über die bereits angebundenen Märkte Luxemburg und Belgien hinaus in anderen Ländern anzubieten. CFF ermöglicht den synchronen Austausch von Geld und Wertpapieren zwischen Fondsvertreibern und Transferstellen und bietet damit die Abwicklungsstandards, die bei anderen Anlageinstrumenten schon lange gelten.

Die Deutsche Börse erwartet, dass sich die Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft im Prognosezeitraum unter dem Niveau von 2007 bewegen werden. Dieser Einschätzung liegt die Annahme zugrunde, dass Bareinlagen der Kunden trotz steigender Geschäftsaktivität wegen eines verbesserten Liquiditätsmanagements zurückgehen werden. Ferner ist eine Reduzierung der kurzfristigen Zinsraten absehbar. Zum Seitenanfang

Segment Market Data & Analytics

Basierend auf der erwarteten Entwicklung der Finanzmärkte geht das Unternehmen für das Segment Market Data & Analytics davon aus, die Nachfrage nach Finanzmarktdaten weiter steigern zu können. Zusätzliches Wachstum wird durch die kontinuierliche Erweiterung der Produktpalette in allen Bereichen des Segments erwartet. Zum Seitenanfang

Weiterentwicklung der Preismodelle

Für den Prognosezeitraum rechnet die Deutsche Börse mit anhaltendem Preisdruck in einigen ihrer Geschäftsbereiche, etwa beim elektronischen Xetra-Handel. Das Ziel des Unternehmens ist dabei, den Preisdruck über die kontinuierliche Verbesserung der Produkte und Dienstleistungen sowie über selektive Anreize im preiselastischen Geschäft abzufedern. So erhöhten beispielsweise Xetra und Eurex im Berichtsjahr ihre Systemkapazitäten bei gleichbleibenden Kosten signifikant und gewährten Preisanreize für den Eigenhandel im Terminmarkt. Trotzdem ist derzeit davon auszugehen, dass die durchschnittlichen Umsatzerlöse pro abgerechnete Einheit in einigen Bereichen langfristig leicht zurückgehen werden. Zum Seitenanfang

Regulatorische Rahmenbedingungen

Für die Deutsche Börse relevante regulatorische Rahmenbedingungen sind zum einen die EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID) und zum anderen der europäische Verhaltenskodex für das Clearing und Settlement von Aktien am Kassamarkt (Code of Conduct).

Die MiFID soll für alle Teilnehmer transparente, faire Wettbewerbsbedingungen schaffen und den Anlegerschutz verbessern. Hierzu hat die MiFID u. a. strenge Regeln zur Vor- und Nachhandelstransparenz für den börslichen und außerbörslichen Aktienhandel definiert, die seit 1. November 2007 gelten. Darüber hinaus sind Wertpapierdienstleistungsunternehmen nun dazu verpflichtet, einen Auftrag zu für den Kunden günstigsten Konditionen auszuführen (sog. Best Execution).

Die Deutsche Börse sieht die neue Richtlinie als Chance, ihr Serviceportfolio zu erweitern und neue Geschäftsfelder zu erschließen: Das Unternehmen hat eine Reihe neuer Dienstleistungen im Kassamarkt und im Bereich Marktdaten eingeführt, die im Prognosezeitraum zusätzliche Umsatzerlöse generieren sollen. Mit ihrem transparenten und tiefen Liquiditätspool der auf ihren Plattformen handelbaren Wertpapiere sieht sich die Deutsche Börse – auch vor dem Hintergrund der neuen Best Execution-Verpflichtungen – sehr gut im Wettbewerb positioniert. Durch den möglichen Markteintritt von Banken oder an - deren Börsenorganisationen erwartet das Unternehmen im Prognosezeitraum keine wesentlichen Auswirkungen auf die Ertragslage im Kassamarktgeschäft.

Der Code of Conduct ist eine vom Markt getragene Initiative mit dem Ziel, einheitliche und kosteneffiziente europäische Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Aktivitäten in Aktienhandel, -clearing und -abwicklung zu schaffen. Der Verhaltenskodex, an dessen Ausarbeitung die Deutsche Börse mitgewirkt hat, wurde 2007 vollständig eingeführt. Er deckt folgende Bereiche ab: Preistransparenz, Zugang und Inter operabilität, Aufteilung von Dienstleistungen und getrennte Rechnungslegung. Die Deutsche Börse erfüllte bereits viele der Anforderungen des Kodex vor seiner Einführung und erwartet daher nun keine wesentlichen Auswirkungen auf Geschäftsmodell, Umsatz oder Kostenstruktur des Unternehmens. Zum Seitenanfang

Kostenmanagement

Im September 2007 kündigte die Gesellschaft ein umfangreiches Restrukturierungs- und Effizienzprogramm an, das Einsparungen von 100 Mio. € pro Jahr vorsieht. Bereits 2008 sollen Einsparungen in Höhe von rund 50 Mio. € erzielt werden. Werden die Kosten der ISE mit einbezogen, erwartet das Unternehmen 2008 Gesamtkosten von rund 1.280 Mio. €. Ab 2010 soll das Programm in vollem Umfang zum Tragen kommen. Bei den geplanten Investitionen in zukünftiges Wachstum sieht es allerdings keinerlei Einschränkungen vor. Mit neuen Produkten und Märkten will die Deutsche Börse weiterhin expandieren. Zusammen mit strukturellen Wachstumstrends in allen Geschäftsbereichen bieten sich den Aktionären dadurch Perspektiven für ein anhaltendes Ergebniswachstum. Zum Seitenanfang

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