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Deutsche Börse positioniert Freiverkehr neu

Internationale Positionierung des Freiverkehrs als „Open Market“ / Teilbereich "Entry Standard" gestartet / Deutsche Börse komplettiert Primärmarktangebot für kleine und mittlere Unternehmen

Die Deutsche Börse will den Freiverkehr an der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse international positionieren und stärker vermarkten. Bereits heute ist der Freiverkehr der FWB das größte Marktsegment in Europa: rund 4.200 Anleihen, rund 52.000 Optionsscheine und Zertifikate sowie die Aktien von über 5.900 deutschen und internationalen Unternehmen werden dort gehandelt. Im Zuge der internationalen Positionierung vermarktet die Deutsche Börse den Freiverkehr nun unter„Open Market“ international. Der Freiverkehr der FWB Frankfurter Wertpapierbörse basiert auf den Mindestanforderungen an den Handel von Wertpapieren und wird von der Börse reguliert. Das Segment gewinnt als Listingplattform zunehmend Bedeutung bei kleinen und mittleren Unternehmen, die einen alternativen Weg an die Börse mit niedrigen Regulierungsanforderungen und Kosten anstreben.

Die internationale Positionierung des Freiverkehrs der FWB fügt sich in eine Reihe von Maßnahmen, die dessen Attraktivität und Internationalität weiter vorantreiben. Dazu gehört neben Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Ausführungsqualität und des Service für die Anleger, die zum 1. Juli in Kraft getreten sind, die Vereinfachung des Zugangs zum Handel an der FWB. Händler internationaler Handelsteilnehmer können künftig mit ihrer Xetra-Zulassung auch am FWB-Parketthandel teilnehmen. Dazuhat die FWB die Händlerprüfung vereinheitlicht.

Um die Attraktivität des Freiverkehrs für die Notierung von Anleihen zu erhöhen, hat die Deutsche Börse am 10. Oktober das Entgelt für die Einbeziehung von Anleihen in den Open Market von 750 Euro auf 150 Euro pro Anleihe gesenkt sowie eine Obergrenze von 15.000 Euro pro Kalenderjahr und Handelsteilnehmer eingeführt.

'Entry Standard' gestartet

Am 25. Oktober 2005 ist im Open Market der neue Teilbereich „Entry Standard“ mit zusätzlichen Transparenzanforderungen gestartet. Zum Start hat mit Design Bau das erste Unternehmen seine Notierungsaufnahme im Entry Standard durchgeführt. Mit Axxon Wertpapierhandelsbank, EOP Biodiesel, FRIMAG, ifa Systems, KST Beteiligungs AG, Nanostart, Regenbogen, TECON Technologies und UNYLON sowie den schweizerischen Unternehmen Amitelo und iQ Power sind elf Unternehmen aus dem Open Market in den Entry Standard gewechselt. Parallel zum Start des neuen Teilbereichs hat die Deutsche Börse erstmalig den Entry Standard Index berechnet.

Mit dem Entry Standard hat die Deutsche Börse ihr Primärmarktangebot für kleine und mittlere Unternehmen ausgebaut. Der neue Teilbereich im Open Market ermöglicht Unternehmen einen flexiblen und kosteneffizienten Zugang zum Kapitalmarkt mit niedrigen regulatorischen Anforderungen. Der neue Teilbereich richtet sich vornehmlich an qualifizierte Investoren, die die Chancen und Risiken in einem geringer regulierten Marktsegment einschätzen können. Wesentliche Transparenz- und Verhaltensregeln zum Schutz der Anleger, die für organisierte Märkte wie Prime und General Standard nach den EU-Richtlinien verpflichtend sind, gelten im Entry Standard nicht.

Zum Start des neuen Teilbereichs hat die Deutsche Börse erstmals den neuen Entry Standard Index berechnet. Der neue Index ist ein Auswahlindex, der die 30 Unternehmen im Entry Standard mit den höchsten Börsenumsätzen abbilden wird. Aktuell umfasst der Index elf Werte. Design Bau wird als zwölfter Wert am Mittwoch in Entry Standard Index aufgenommen. Der Index wird sukzessive auf 30 Werte aufgefüllt. Bei Erreichen von 30 Werten wird zusätzlich ein All Share Index eingeführt, der dann alle Unternehmen im Entry Standard umfasst. Die Unternehmen im Index sind gleichgewichtet, die Gewichtung ist damit unabhängig vom Streubesitz. Die Zusammensetzung von Entry Standard Index wird quartalsweise überprüft. Der All Share Index wird sofort angepasst.

Im Open Market ist die Notierungsaufnahme anders als bei den EU-regulierten Segmenten Prime Standard und General Standard an wenige formale Zulassungskriterien gebunden. Die Einbeziehung der Aktien in den Handel erfolgt auf Antrag eines an der FWB Frankfurter Wertpapierbörse registrierten Handelsteilsnehmers. Bei öffentlichen Angeboten wird dabei ein von der Aufsichtsbehörde geprüftes und gebilligtes Prospekt benötigt, bei Privatplatzierungen ist ein vom Unternehmen erstelltes, nicht öffentliches Exposé ausreichend.

Die Notierung im Entry Standard ist an zusätzliche Veröffentlichungspflichten geknüpft, die die Transparenz für Investoren erhöhen: Vorgeschrieben sind die Veröffentlichung eines testierten Konzern-Jahresabschlusses, eines Zwischenberichts sowie die Veröffentlichung eines aktuellen Unternehmenskurzportraits und eines Unternehmenskalenders auf den Internetseiten des Unternehmens. Darüber hinaus müssen Unternehmen im Entry Standard wesentliche Unternehmensnachrichten oder Tatsachen, die den Börsenpreis beeinflussen können, unverzüglich auf der eigenen Website veröffentlichen. Der FWB-Handelsteilnehmer, der die Einbeziehung der Aktien beantragt, ist verpflichtet, die Einhaltung dieser zusätzlichen Veröffentlichungspflichten zu überwachen und sicherzustellen. Zusätzlich muss ein so genannter Deutsche Börse Listing Partner die fortlaufende Betreuung des Unternehmens vor, während und nach der Notierungsaufnahme sicherstellen.

Im Open Market und Entry Standard gelten wesentliche Transparenz- und Verhaltensregeln zum Schutz der Anleger nicht, die für organisierte Märkte wie Prime und General Standard nach den EU-Richtlinien verpflichtend sind. Open Market und Entry Standard richten sich daher vornehmlich an qualifizierte Investoren, die die Chancen und Risiken in einem geringer regulierten Marktsegment einschätzen können.

Informationen zum Herunterladen
Titel Art Größe
Entry Standard-Broschüre9.pdf636 KB
FAQs (Häufig gestellte Fragen)pdf103 KB
Vertrag Deutsche Börse Listing Partnerpdf44 KB
Antrag auf Einbeziehung in den Freiverkehr (Open Market)pdf14 KB
Antrag auf Einbeziehung in den Entry Standardpdf13 KB
Antrag auf Wechsel aus dem Open Market in den Entry Standardpdf11 KB
vision & money-Special: Entry Standardpdf2 MB
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