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Rahmenbedingungen

Prognosebericht – Entwicklung der Rahmenbedingungen

Makroökonomisches Umfeld

Für den Prognosezeitraum rechnet die Gruppe Deutsche Börse mit einem weiteren moderaten Wachstum der Weltwirtschaft. Bei den Schwellenländern rechnet die Gruppe damit, dass Länder mit einem Leistungsbilanzüberschuss weiterhin überdurchschnittlich wachsen werden. Aufgrund von zyklischen und strukturellen Faktoren werden diese Länder jedoch nicht mehr an die hohen Wachstumsraten der Vergangenheit anknüpfen können. Zudem erwartet die Gruppe, dass sich auch die Wirtschaft in den Industrieländern weiterhin erholen und das Wachstum im Vergleich zu den Vorjahren steigen wird. Auch für Europa geht die Gruppe davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage weiter verbessert – getrieben von der Entwicklung in Deutschland und Frankreich, den wirtschaftlich bedeutendsten Ländern. Ausgehend von dieser grundsätzlich positiven Lage erwartet das Unternehmen, dass die Marktteilnehmer den Kapitalmärkten mehr Vertrauen entgegenbringen als im Vorjahr, das von Ereignissen wie den Präsidentschaftswahlen in Frankreich, den nur sehr langsam voranschreitenden Verhandlungen um die Bedingungen des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU sowie der Ernüchterung in den USA nach den Wahlen im November 2016 geprägt war. Jedoch könnten jederzeit ungewisse Faktoren die Kapitalmärkte wieder verunsichern. Dazu zählen geopolitische Krisen, die Entwicklung der Rohstoffpreise, die Geldpolitik der Zentralbanken Fed in den USA und EZB in Europa oder eine Vertrauenskrise bezüglich des Wachstums einzelner Schwellenländer, insbesondere in Asien. Auch ist nach wie vor nicht klar, wie der Austritt Großbritanniens aus der EU gestaltet werden wird und welche Auswirkungen dies für die Finanzmärkte haben wird. Für die Zinsentwicklung erwartet der Konzern in Europa keine grundsätzliche Abkehr von der derzeitigen Niedrigzinspolitik. Die monatlichen Volumina des Anleihenkaufprogramms der EZB werden zwar weiter reduziert und das Programm soll im September 2018 auslaufen, aber der Einlagezins wird aller Voraussicht nach weiterhin bei –0,4 Prozent verbleiben. Nachdem die Effekte dieser Geldmarktpolitik auf die Handelsvolumina an den Kassa- und Terminmärkten in 2017 keine wesentlichen Auswirkungen hatte, erwartet das Unternehmen auch für 2018 keinen wesentlichen Stimulus. In den USA hat sich die Zinswende im Jahr 2017 fortgesetzt und es wird für 2018 mit weiteren Zinsschritten gerechnet, falls die Wirtschaft weiter wächst und die Inflation zunimmt.

Bei der wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2018 geht der Internationale Währungsfonds (IWF) in einer im Januar 2018 veröffentlichten Prognose von einem Anstieg von rund 2,2 Prozent für die Eurozone und 2,3 Prozent für Deutschland aus. Für die USA liegen die Erwartungen leicht über denen für die Eurozone; es wird hier mit einem Wachstum der Wirtschaft von rund 2,7 Prozent gerechnet. Das mit Abstand größte Wirtschaftswachstum 2018 – rund 6,5 Prozent – wird weiterhin in Erwartung der hohen Binnennachfrage für die asiatischen Länder, insbesondere Indien und China, prognostiziert. Als Folge der sehr unterschiedlichen Schätzungen für die verschiedenen Wirtschaftsräume wird für das Jahr 2018 ein weltweites Wirtschaftswachstum von rund 3,9 Prozent angenommen.

Regulatorisches Umfeld

Um den Finanzsektor zu stabilisieren und künftig Krisen im bereits erlebten Ausmaß zu verhindern, streben Regierungen und Zentralbanken eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte an. Das Spektrum der geplanten und zum Teil bereits umgesetzten Maßnahmen reicht von der Überarbeitung der rechtlichen Rahmenbedingungen für Bankgeschäfte und Eigenkapitalanforderungen über Regeln zum Clearing von außerbörslichen („over the counter“, OTC) Derivategeschäften bis hin zur Verbesserung der Finanzmarktaufsicht (für Details siehe den Abschnitt „Regulatorisches Umfeld“ im Wirtschaftsbericht). Die letztendlichen Auswirkungen dieser weit reichenden regulatorischen Reformvorhaben auf Marktstruktur und Geschäftsmodell sind für die Kunden der Gruppe Deutsche Börse derzeit noch nicht genau abschätzbar. Für den Prognosezeitraum rechnet die Deutsche Börse damit, dass sich diese Unsicherheit weiterhin dämpfend auf die Geschäftsaktivität der Marktteilnehmer auswirken wird. Für die Gruppe selbst haben die verschiedenen Regulierungsvorhaben sowohl positive als auch negative Auswirkungen. In Summe sieht die Gruppe das sich verändernde regulatorische Umfeld jedoch als Chance, ihr Geschäft weiter auszubauen (siehe den Chancenbericht).

Neben den aus der Regulierung entstehenden strukturellen Chancen erwartet die Gruppe im Prognosezeitraum weitere Diskussionen über die mögliche Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Die Finanztransaktionssteuer wird von einem Teil der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die sich im Rahmen der verstärkten Zusammenarbeit zusammengeschlossen haben, auch im Jahr 2018 verfolgt werden. Die Einführung dieser Steuer hätte negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Gruppe Deutsche Börse. Da die zehn teilnehmenden Mitgliedstaaten bislang keine Einigung auf Bemessungsgrundlage, Steuersätze und technische Erhebung und Abführung erzielen konnten, sind konkrete Auswirkungen auf das Geschäft der Gruppe nicht einschätzbar.