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Rahmenbedingungen

Prognosebericht – Entwicklung der Rahmenbedingungen

Makroökonomisches Umfeld

Für den Prognosezeitraum rechnet die Gruppe Deutsche Börse mit einem moderaten Wachstum der Weltwirtschaft. Bei den Schwellenländern rechnet die Gruppe damit, dass Länder mit einem Leistungsbilanzüberschuss weiterhin überdurchschnittlich wachsen werden. Aufgrund von zyklischen und strukturellen Faktoren werden diese Länder jedoch nicht mehr an die hohen Wachstumsraten der Vergangenheit anknüpfen können. Zudem erwartet die Gruppe, dass sich auch die Wirtschaft in den Industrieländern nach mehreren schwierigen Jahren im Nachgang zur Finanzkrise weiter erholt. Allerdings wird das Wachstum voraussichtlich geringer ausfallen als noch 2015 erwartet. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Wirtschaft in den USA bedingt durch den stärkeren US-Dollar schwächer wächst als erwartet. Auch für Europa geht die Gruppe davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage etwas verbessert, da insbesondere südeuropäische Länder wie Spanien sich wieder deutlich erholt haben. Ausgehend von dieser grundsätzlich positiven Lage erwartet das Unternehmen, dass die Marktteilnehmer den Kapitalmärkten ähnliches Vertrauen entgegenbringen wie im Vorjahr. Jedoch könnten derzeit ungewisse Faktoren die Kapitalmärkte wieder verunsichern. Dazu zählen geopolitische Krisen, die Entwicklung der Rohstoffpreise, die Geldpolitik der Zentralbanken Fed in den USA und EZB in Europa oder eine Vertrauenskrise bzgl. des Wachstums einzelner Schwellenländer, insbesondere in Asien. Für die Zinsentwicklung erwartet der Konzern in Europa keine grundsätzliche Abkehr von der derzeitigen Niedrigzinspolitik. Erst im Dezember 2015 hat die EZB ihr Anleihenkaufprogramm bis März 2017 verlängert und die Einlagezinsen auf –0,3 Prozent reduziert. Diese zusätzliche Liquidität sollte sich weiterhin positiv auf die Handelsvolumina an den Kassa- und Terminmärkten auswirken. In den USA hat die Zinswende Ende 2015 wie erwartet stattgefunden. Mit weiteren Zinsschritten rechnet das Unternehmen aufgrund des sich abschwächenden Wirtschaftswachstums vorerst nicht.

Bei der wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2016 geht der Internationale Währungsfonds (IWF) in einer im Januar 2016 veröffentlichten Prognose von einem Anstieg von rund 1,7 Prozent für die Eurozone und 1,7 Prozent für Deutschland aus. Für Großbritannien und die USA liegen die Erwartungen leicht über denen für die Eurozone. Für Großbritannien wird 2016 mit einem Wachstum der Wirtschaft von rund 2,2 Prozent und für die USA von rund 2,6 Prozent gerechnet. Das mit Abstand größte Wirtschaftswachstum 2016 – rund 6,3 Prozent – wird weiterhin in Erwartung der hohen Binnennachfrage für die asiatischen Länder, insbesondere China, prognostiziert. Als Folge der sehr unterschiedlichen Schätzungen für die verschiedenen Wirtschaftsräume wird für das Jahr 2016 ein weltweites Wirtschaftswachstum von rund 3,4 Prozent angenommen.

Regulatorisches Umfeld

Um den Finanzsektor zu stabilisieren und künftig Krisen im bereits erlebten Ausmaß zu verhindern, streben Regierungen und Zentralbanken eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte an. Das Spektrum der geplanten und zum Teil bereits angestoßenen Maßnahmen reicht von der Überarbeitung der rechtlichen Rahmenbedingungen für Bankgeschäfte und Eigenkapitalanforderungen über Regeln zum Clearing von OTC-Derivategeschäften bis hin zur Verbesserung der Finanzmarktaufsicht (für Details siehe den Abschnitt „Regulatorisches Umfeld“ im Wirtschaftsbericht). Die letztendlichen Auswirkungen dieser weit reichenden regulatorischen Reformvorhaben auf Marktstruktur und Geschäftsmodell sind für die Kunden der Gruppe Deutsche Börse derzeit noch nicht genau abschätzbar. Für den Prognosezeitraum rechnet die Deutsche Börse damit, dass sich diese Unsicherheit weiterhin dämpfend auf die Geschäftsaktivität der Marktteilnehmer auswirken wird. Für die Gruppe selbst haben die verschiedenen Regulierungsvorhaben sowohl positive als auch negative Auswirkungen. In Summe sieht die Gruppe das sich verändernde regulatorische Umfeld jedoch als Chance, ihr Geschäft weiter auszubauen (siehe den Chancenbericht).

Neben den aus der Regulierung entstehenden strukturellen Chancen erwartet die Gruppe im Prognosezeitraum weitere Diskussionen über die mögliche Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Die Finanztransaktionssteuer wird von einem Teil der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die sich im Rahmen der verstärkten Zusammenarbeit zusammengeschlossen haben, auch im Jahr 2016 verfolgt werden. Die Einführung dieser Steuer hätte negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Gruppe Deutsche Börse. Da die zehn teilnehmenden Mitgliedstaaten bislang keine Einigung auf Bemessungsgrundlage, Steuersätze und technische Erhebung und Abführung erzielen konnten, sind konkrete Auswirkungen auf das Geschäft der Gruppe nicht einschätzbar.