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DAX-Index – Benchmark und Barometer für die deutsche Wirtschaft

DAX-Index – Benchmark und Barometer für die deutsche Wirtschaft

Der DAX®-Index ist das bekannteste deutsche Börsenbarometer und misst die Wertentwicklung der 30 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes. Er repräsentiert rund 80 Prozent der Marktkapitalisierung börsennotierter Aktiengesellschaften in Deutschland.

Die DAX-Indexfamilie

Als eine der bekanntesten Marken der Deutschen Börse ist der DAX-Index sowohl Barometer für die deutsche Wirtschaft als auch Benchmark für eine Vielzahl von Finanzprodukten. Der Auswahlindex bildet die größten und börsenumsatzstärksten Unternehmen ab, die an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet sind. Neben dem DAX umfasst die DAX-Indexfamilie weitere Indizes wie den MDAX®, der die 50 größten und börsenumsatzstärksten Unternehmen nach dem DAX abbildet, den TecDAX®, der einen Fokus auf Technologieunternehmen unterhalb des DAX legt und den SDAX®, der die 50 größten und meist gehandelten Unternehmen unterhalb des MDAX umfasst.

Die Zusammensetzung der Indizes wird quartalsweise überprüft. Hierbei bestimmen klare und transparente Regeln über die Aufnahme oder Herausnahme von Unternehmen (s. Leitfaden Aktienindizes). Seit September 2016 findet der Auswahlprozess der Unternehmen in allen Indizes rein quantitativ und vollständig automatisiert statt und wurde entsprechend den bereits geltenden Regeln des DAX-Index angeglichen. Dieses Regelwerk bildet die Grundlage für die hohe Handelbarkeit, die Nachbildbarkeit und Kontinuität der Indizes. Durch den automatisierten Prozess  wird  weiter die Transparenz des Indexregelwerks verbessert, Wechsel sind vorhersehbarer und die Zusammensetzung aller Auswahlindizes wird rein objektiv und faktenbasiert  bestimmt.

Die Deutsche Börse wird bei ihren Entscheidungen, die Änderungen des Regelwerkes betreffen, vom Arbeitskreis Aktienindizes beraten, einem Gremium, das sich aus Vertretern von nationalen und internationalen Finanzinstituten zusammensetzt.

Aufnahmekriterien

Für eine Aufnahme in den DAX-Index qualifizieren sich Unternehmen nach folgenden beiden Hauptkriterien:

  • Orderbuchumsatz in Xetra und am Parkett Frankfurt (in den vorangegangenen zwölf Monaten)
  • Free Float-Marktkapitalisierung zu einem bestimmten Stichtag (letzter Handelstag im Monat) Diese wird aus dem durchschnittlichen volumengewichteten Durchschnittspreis (volume weighted average price, kurz VWAP) der letzten 20 Handelstage ermittelt.

Diese beiden Werte veröffentlicht die Deutsche Börse monatlich auf sogenannten Ranglisten; sie dienen bei der Überprüfung der Indizes als Entscheidungsgrundlage. Um einen Platz auf der Rangliste zu erhalten, müssen die Aktien der Unternehmen:

  • im Transparenzstandard Prime Standard gelistet sein
  • einen Streubesitzanteil von mindestens 10 Prozent aufweisen
  • ihren juristischen Sitz oder ihr operatives Hauptquartier in Deutschland haben
  • fortlaufend auf Xetra gehandelt werden
  • mindestens 30 Handelstage seit Erstnotiz aufweisen

Ausländische Unternehmen können in den DAX Index aufgenommen werden, wenn Sie ihren juristischen Sitz in einem EU- oder EFTA-Staat und einen Schwerpunkt ihres Börsenhandels auf XETRA haben.

Die Regeln

Einmal jährlich im September findet eine ordentliche Anpassung des DAX-Index statt. Die Indizes MDAX, SDAX und TecDAX werden halbjährlich in März und September überprüft. Zusätzlich findet jeweils in den verbleibenden Quartalsendmonaten eine Überprüfung der Indexzusammensetzung auf Basis der sogenannten „Fast-Entry“ und „Fast-Exit“-Regeln statt. Eine solche Indexanpassung hat den Zweck, signifikanten Verschiebungen auf der Rangliste Rechnung zu tragen. Diese können beispielsweise durch Großemissionen entstehen, die zeitnah im Index berücksichtigt werden oder durch Unternehmen, die z.B. aufgrund von größeren Verschiebungen im Free Float durch starken Kursrückgang nicht mehr die notwendige Größe (Free Float-Marktkapitalisierung) oder Liquidität (Orderbuchumsatz) besitzen.

Zusammenfassung der Regeln zur Indexüberprüfung:

  • Fast-Exit:
    Ein Unternehmen wird aus dem Index genommen, wenn es sich in einem der beiden Kriterien Marktkapitalisierung oder Börsenumsatz nicht mehr auf den entsprechenden Rängen 45 im DAX, 65 im MDAX, 115 im SDAX und 45 im TecDAX befindet. Das Unternehmen wird ersetzt durch einen Nicht-Index-Wert, der bei der Marktkapitalisierung und dem Börsenumsatz mindestens Rang 35 im DAX, 55 im MDAX, 105 im SDAX und 35 im TecDAX erreicht.
  • Fast-Entry:
    Ein Unternehmen wird neu in den Index aufgenommen, wenn es sich in beiden Kriterien mindestens auf Rang 25 im DAX, 45 im MDAX, 95 im SDAX und 25 im TecDAX befindet. Aus dem Index scheidet jener Wert aus, der in mindestens einem der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 35 im DAX, 55 im MDAX, 105 im SDAX und 35 im TecDAX aufweist.
  • Regular-Exit:
    Ein Unternehmen kann aus dem Index genommen werden, wenn es sich in einem der beiden Kriterien nicht mehr auf den Rängen 40 im DAX, 60 im MDAX, 110 im SDAX und 40 im TecDAX befindet. Es wird ein Wechsel durchgeführt, wenn ein Wert, der nicht im Index enthalten ist, existiert, der in beiden Kriterien mindestens Rang 35 im DAX, 55 im MDAX, 105 im SDAX und 35 TecDAX erreicht.
  • Regular-Entry:
    Ein Unternehmen kann neu in den Index aufgenommen werden, wenn es sich in beiden Kriterien mindestens auf Rang 30 im DAX, 50 im MDAX, 100 im SDAX und 30 im TecDAX befindet. Es wird ein Wechsel durchgeführt, wenn ein Index-Wert existiert, der in mindestens einem Kriterium den Rang 35 im DAX, 55 im MDAX, 105 im SDAX und 35 im TecDAX aufweist. 

Entsprechende Änderungen in den Indizes werden jeweils quartalsweise im März, Juni, September und Dezember bekannt gegeben. Die Berechnung der Indizes mit der neuen Zusammensetzung findet allerdings erst nach den sogenannten Verkettungsterminen rund zwei Wochen nach Bekanntgabe statt, genauer auf den Montag, der auf den dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember folgt. Der Grund ist, dass an diesen Freitagen die Futures auf den DAX verfallen. So wird sichergestellt, dass sich die neue Indexzusammensetzung auch in den DAX-Futures aktuell widerspiegelt. Zudem haben Markteilnehmer die Möglichkeit, sich auf die anstehenden Änderungen vorzubereiten und ihre Portfolios entsprechend anzupassen. Die Neuzusammensetzung beinhaltet aber nicht nur neue Unternehmen im Index, vierteljährlich werden auch die entsprechenden Kennzahlen in den Indizes aktualisiert und das Gewicht auf höchstens 10 Prozent gekappt. Dadurch wird verhindert, dass Schwergewichte den Index dominieren.

Ist ein Unternehmen z.B. insolvent, wird von einem anderen übernommen oder der Streubesitz fällt unter 10 Prozent, kann ein außerplanmäßiger Wechsel auch vor den festgelegten Terminen stattfinden.

 

Die nächsten Termine der Überprüfung der DAX-Indizes:

  • 5. Dezember 2017
  • 5. März 2018
  • 6. Juni 2018
Der DAX wird sekündlich aus Xetra-Kursen berechnet, und zwar von spätestens 9:06 Uhr bis 17:30 Uhr.

Alle Auswahlindizes werden als Kursindizes (bilden die reine Kursentwicklung ab), als Performanceindizes (berücksichtigt die vollständige Reinvestition der Dividenden) und als Net Return-Indizes (berücksichtigt die steuerbereinigte Reinvestition der Dividenden) berechnet. Der DAX wird üblicherweise in der Variante als Performanceindex betrachtet.

Deutsche Börse Spotlight: Anpassungen in den DAX-Indizes

 

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