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Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für nachhaltige Finanzwirtschaft

Datum: 06. Sep 2017 | Deutsche Börse

Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für nachhaltige Finanzwirtschaft

Neuer Hub for Sustainable Finance bündelt gemeinsame Aktivitäten / “Sustainable Finance Gipfel Deutschland” am 23. Oktober in Frankfurt

Die Deutsche Börse AG und der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) haben am Mittwoch eine strategische Zusammenarbeit im Bereich nachhaltiger Finanzwirtschaft bekannt gegeben. Die Partner werden darin ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten im Finanzsektor koordinieren und weiter vorantreiben. Dabei werden sie sich mit Aspekten der Regulierung, marktgerechten Instrumenten und Kriterien auseinandersetzen, die eine nachhaltige Entwicklung des Finanzsystems fördern.

Die gemeinsamen Aktivitäten der Deutschen Börse und des Rates für Nachhaltige Entwicklung werden in einem Steuerungskreis für einen so genannten Hub for Sustainable Finance (H4SF) koordiniert und weiterentwickelt. Mitglieder dieses Gremiums sind zunächst Prof. Dr. Alexander Bassen, Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung, Kristina Jeromin, Head of Group Sustainability bei der Deutschen Börse, Michael Schmidt, Mitglied der Geschäftsführung der Deka Investment und Mitglied der High-Level Expert Group on Sustainable Finance der EU-Kommission, Dustin Neuneyer, Head of Continental Europe von PRI Principles for Responsible Investment sowie das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung. Die Aktivitäten des Hub for Sustainable Finance werden vom Dialog mit der Wirtschaft und mit zivilgesellschaftlichen Akteuren geprägt sein.

„Die Kooperation mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung bietet eine große Chance, gemeinsam konkrete Veränderungen in Wirtschaft und Politik zu fördern und so die notwendige Transformation hin zu einem nachhaltigen Finanzsystem stärker voranzutreiben. Diese Herausforderung kann, national und international, nur mit gebündelten Kräften gelingen. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit dem Nachhaltigkeitsrat im Hub for Sustainable Finance“, sagte Kristina Jeromin, Head of Group Sustainability bei der Deutschen Börse und Mitglied des Hub for Sustainable Finance.

Prof. Dr. Alexander Bassen, RNE, bekräftigt: Unser gemeinsames Ziel ist, das Thema Nachhaltigkeit an den Finanzmärkten zu etablieren und in das Finanzsystem zu integrieren. Die dominierende Marktlogik ignoriert bislang wesentliche Risiken, die aus der Nicht-Befassung mit Nachhaltigkeitsthemen resultieren. Wir werden die Empfehlungen, die momentan parallel auf internationaler sowie auf Bundes- und Länder-Ebene diskutiert werden, mit Akteuren aller relevanten Anspruchsgruppen erörtern. Zudem werden wir auf die Umsetzung der sinnvollsten und wirksamsten Maßnahmen drängen.“

Als erste öffentliche Veranstaltung findet am 23. Oktober in Frankfurt ein “Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ des Hub for Sustainable Finance im Hause der DVFA, Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management, statt. Hier sollen die wesentlichen Aspekte des Interimsberichts der High-Level Expert Group on Sustainable Finance der EU vom Juli diskutiert werden, der ebenso wie ein Diskussionspapier des RNE zur nachhaltigen Finanzwirtschaft noch bis Mitte September kommentiert werden kann. Das Expertengremium der EU gibt in seinem Zwischenbericht die wesentlichen Eckpfeiler zur Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien im Finanzsektor für die Mitgliedsstaaten vor. Dazu zählen Aspekte wie Systemstabilität der Finanzmärkte im Hinblick auf Umweltrisiken, die Finanzierung von nachhaltigem Wachstum und die Umsetzung in finanzpolitische Rahmenbedingungen. Zielsetzung der Veranstaltung ist, zentrale Thesen für eine Agenda nachhaltiger Finanzwirtschaft in Deutschland zu diskutieren. Diese wird als Grundlage für konkrete Empfehlungen an die Bundesregierung dienen. Darüber hinaus sollen auch Empfehlungen aus der PRI Roadmap für Deutschland einfließen, die ebenfalls im Juli 2017 veröffentlicht wurde und die regulatorischen Rahmenbedingungen Deutschlands mit denen anderer Länder vergleicht.

Hintergründe der Kooperation, Ziele und Anliegen der Steuerungsgruppe des Hub for Sustainable Finance und ihrer Mitglieder werden interessierten Pressevertreter/-innen in einem Pressegespräch am 27. September mittags in Berlin vorgestellt. Eine Presseeinladung hierzu folgt.

Informationen zu den Aktivitäten des Hub for Sustainable Finance werden zukünftig auf www.h4sf.de veröffentlicht.

Die Deutsche Börse als einer der weltweit führenden Anbieter für Kapitalmarktinfrastruktur hat in diesem Jahr gemeinsam mit wichtigen Akteuren am Finanzplatz Frankfurt mit Accelerating Sustainable Finance eine Nachhaltigkeitsinitiative gestartet. Ziel ist es, mit vereinter Expertise nachhaltige Lösungen und neue Strukturen für den Kapitalmarkt zu entwickeln. Mit der „Frankfurter Erklärung“, der mittlerweile 44 Unterzeichner angehören, bezeugen die Akteure ihre Absicht, Rahmenbedingungen einer nachhaltigen Finanzwirtschaft zu definieren und verschiedene Initiativen und Projekte anzustoßen. Diese werden aktuell in Projektgruppen ausgearbeitet. Eine Folgekonferenz ist für Anfang 2018 vorgesehen. Weitere Informationen zum Nachhaltigkeitsengagement der Gruppe Deutsche Börse finden Sie unter: http://deutsche-boerse.com/dbg-de/nachhaltigkeit

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung ist ein Beratungsgremium der Bundesregierung und macht u.a. Vorschläge für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Seine Aufgabe ist es, konkrete Handlungsfelder zu benennen und die öffentliche Diskussion über Nachhaltigkeit zu fördern. Nachhaltige Finanzwirtschaft stellt im aktuellen Arbeitsprogramm des RNE einen Schwerpunkt dar. In einem „living document“ entwickelt der Rat seit März 2017 unter Beteiligung der interessierten Öffentlichkeit Empfehlungen, wie das Thema zu befördern sei. Ein zentraler Gedanke darin: in Deutschland einen “Hub for Sustainable Finance” gründen. Weitere Informationen zum Rat für Nachhaltige Entwicklung unter www.nachhaltigkeitsrat.de

PRI (Principles for Responsible Investment) ist ein von den Vereinten Nationen ideell gefördertes internationales Netzwerk von Investoren, deren Ziel es ist, die Auswirkungen von ökologischen, sozialen und auf Unternehmensführung bezogene Themen auf Investitionsprozesse zu verstehen und die Unterzeichner bei der Berücksichtigung dieser Themen in ihren Investitions- und Eigentümerentscheidungsprozessen zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.unpri.org/about

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