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Monatsbericht / Was kommt nach T2S? Europa muss den nächsten Schritt machen

Datum: 15. Mrz 2017 | Clearstream

Monatsbericht / Was kommt nach T2S? Europa muss den nächsten Schritt machen

Riesige Datenmengen werden tagtäglich in die neue Wertpapierabwicklungsplattform TARGET2-Securities (T2S) der Europäischen Zentralbank eingespeist und müssen dort verarbeitet werden. Das System läuft rund. Doch damit ist das Ziel noch lange nicht erreicht.

„Die technische Integration der europäischen Abwicklungssysteme kann nur ein erster Schritt sein,“ sagt Marc Robert-Nicoud, CEO der Clearstream Holding AG, die ihr Abwicklungsgeschäft Anfang des Jahres selbst erfolgreich auf T2S migriert hat. „Was nun zwingend folgen muss, ist die Integration auf Marktebene. Denn nur so kann das ursprüngliche Versprechen dieses Projektes eingehalten werden: die grenzüberschreitende Abwicklung für Marktteilnehmer einfacher und effizienter zu gestalten.“

Seit vielen Jahren gibt es Bestrebungen, die europäischen Finanzmärkte zu vereinheitlichen. Doch die aktuellen politischen Spannungen – sei es zwischen EU-Mitgliedstaaten oder in den Beziehungen zu Drittstaaten –, nationalistische Tendenzen und der drohende Brexit stellen nicht nur die Europäische Union als politisches Konstrukt auf eine Bewährungsprobe. Umso wichtiger ist es, dass die beteiligten Institutionen und Stakeholder sich nun auf die Umsetzung der Ziele einer Kapitalmarktunion konzentrieren.

Initiativen wie die Einführung des Zahlungsverkehrssystems TARGET2 (T2) und der Wertpapierabwicklungsplattform T2S zeigen, dass länderübergreifende Kooperation funktionieren und konkrete Lösungen hervorbringen kann. Um das komplexe Infrastrukturprojekt T2S zu stemmen, haben mehr als 20 Zentralverwahrer, Nationale Zentralbanken und die Europäische Zentralbank über 10 Jahre hinweg an einem Strang gezogen – und es zu einem europäischen Vorzeigeprojekt gemacht.

Ebenso wie das Gemeinschaftsprojekt T2S bergen neue marktgetriebene Fintech-Initiativen, die voranschreitende Digitalisierung und die zunehmende Bedeutung von Big Data das Potenzial, die Integration der europäischen Finanzmärkte voranzutreiben. Auf diese Treiber setzt auch die kürzlich von der Clearstream-Mutter Deutsche Börse ausgerufene „Börse 4.0“, die die Innovationsaktivitäten des Konzerns bündelt. Schwerpunkte sind u.a. die Blockchain-Technologie und das Datengeschäft.

„Um das vorhandene Potenzial solcher Entwicklungen ausschöpfen zu können, ist es nun an der Zeit, wichtige Weichenstellungen zu tätigen und Hindernisse zu beseitigen, die einer europäischen Kapitalmarktunion entgegenstehen“, so Robert-Nicoud. „Die unterschiedlichen regulatorischen Initiativen auf EU-Ebene müssen dazu künftig noch weiter auf Projekte wie T2S abgestimmt werden, die eine Harmonisierung der europäischen Märkte zum Ziel haben.“

Für T2S gilt: Nach der technischen Implementierung entstehen neue Dienstleistungsangebote, die Marktteilnehmern dabei helfen sollen, die Möglichkeiten einer einheitlichen europäischen Abwicklungsinfrastruktur bestmöglich auszuschöpfen. So bietet Clearstream seinen Kunden Asset Servicing-, Securities Financing- und Issuance-Dienstleistungen in Zentral- und Geschäftsbankgeld aus einer Hand – und unterstützt sie gleichzeitig dabei, mit den regulatorischen Herausforderungen umzugehen.

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