Börsengeschichte(n)

Börsengeschichte(n) Finanzmärkte gibt es, seit Menschen miteinander Handel treiben

Der Begriff „Börse“ entstand im 15. Jahrhundert: Im belgischen Brügge umschrieb er eine regelmäßige Versammlung reicher italienischer Händler auf dem Platz „ter buerse“, die auf dem Weg zu den Tuchmessen in den Niederlanden waren und dort regelmäßig Rast machten. Benannt war dieser Marktplatz nach dem dort ansässigen Patriziergeschlecht „van der Beurse“ (lat. „bursa“: Tasche, Geldbörse).

Die Frankfurter Messe auf dem Römerberg

Da es damals keine einheitliche Währung gab und die Länder in viele kleine Wirtschaftsräume mit jeweils eigenem Geldsystem zerfielen, wurde auf den Messen mit unterschiedlichsten Münzsorten bezahlt. Die unübersichtliche Fülle an Zahlungsmitteln und die ungebundenen Wechselkurse ermöglichten Wucher und Betrügereien.

Um dieser Münzverwilderung zu begegnen, fanden sich z. B. in der bedeutenden Messestadt Frankfurt am Main im Jahre 1585 Kaufleute zusammen, um einheitliche Wechselkurse festzulegen. Dieses Ereignis gilt heute als Geburtsstunde der Frankfurter Wertpapierbörse. Von nun an wurden regelmäßig zur Messezeit einheitliche und verbindliche Preise aktualisiert.

Wer ist wer an der Börse?

Devisen: ausländische Währungen

Devisen sind Guthaben oder Schecks in ausländischer Währung. Ausländische Banknoten und Münzen werden dagegen Sorten genannt.

Börsenorganisationen sind neutrale Handelsplätze, die Unternehmen (Emittenten) und Investoren (Käufer und Verkäufer) zusammenbringen. Börsen sind Treffpunkt für Marktteilnehmer, die typische Finanzmarktprodukte – wie Aktien-, Devisen-, Waren- und Terminkontrakte – verkaufen oder kaufen wollen. Das Marktgeschehen unterliegt den strikten Regeln der Börsenordnung und wird streng beaufsichtigt, damit gleiche Regeln für alle gelten.

 

Emittenten

Emittenten sind Unternehmen, die Finanzmittel für ihre Investitionen benötigen.

Durch die Notierung an einer Börse (Listing) können große ebenso wie mittelständische, nationale wie internationale Unternehmen Wertpapiere auf den Markt begeben, sie dadurch handelbar machen und so Kapital aufnehmen, um zu wachsen oder notwendige Investitionen zu tätigen.

Termingeschäft
Vertragsgeschäft über einen Kauf oder Verkauf, bei dem Bezahlung und Lieferung der Waren in der Zukunft liegen.
Bei einem Termingeschäft liegt die Erfüllung des Handels, also der Termin der Lieferung und der Bezahlung der Waren, in der Zukunft. Im Gegensatz dazu liegen bei einem Kassageschäft Vertragsabschluss, Bezahlung und Lieferung der Waren eng beieinander.

Diese Art des Handels ist mit Basiswerten aller Art möglich, z. B. mit Wertpapieren, Zinsen, Währungen, Metallen oder auch landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Man unterscheidet Warentermingeschäfte (z. B. Rohstoff-Futures) und Finanztermingeschäfte (z. B. Aktienoptionen).

Neben Unternehmen können auch Kommunen und Staaten als Emittenten auftreten.

Investoren (Käufer und Verkäufer)

Investoren erwerben Wertpapiere oder andere Finanzinstrumente und handeln diese dann an der Börse, um ihre Geldmittel anzulegen, sich für die Zukunft abzusichern (Hedging) oder auch bestimmte unternehmerische Strategien zu verfolgen (z. B. Unternehmensfusionen). Oder sie verkaufen ihre Wertpapiere wieder, falls sie selbst Mittel benötigen. Investoren können damit am Wachstum der Emittenten teilhaben und es durch Kapitalanlagen zugleich fördern.

Börsen

Börsen haben in Deutschland einen öffentlichen Auftrag: Sie sollen den ordnungsgemäßen Handel, Transparenz und die Gleichbehandlung der Marktteilnehmer gewährleisten. Über ihre, heute zumeist vollständig automatisierten, Handelsplattformen und ein entsprechendes Regelwerk stellen sie einen ordentlichen Ablauf des Handels sicher.

Sie stellen die Infrastruktur (also den „Marktplatz“) zur Verfügung und bringen Käufer und Verkäufer von Wertpapieren zusammen. Sie selbst tätigen weder Käufe noch Verkäufe.

Börsen nehmen keinen Einfluss auf die Festsetzung der Preise oder die Kursentwicklung von Wertpapieren. Diese werden allein durch die Einigung zwischen Käufer und Verkäufer bestimmt. Je aktiver der Handel, desto liquider ist der Markt, d. h. desto eher findet ein Käufer einen Verkäufer und umgekehrt.

Börsenaufsicht

Die Geschäftsführung einer Börse ist als Leitungsorgan mit der Wahrnehmung der diesen Börsen übertragenen öffentlichen Verwaltung betraut. Sie stellt sicher, dass Regelungen eingehalten werden. Börsenaufsichtsbehörden sind in Deutschland die Wirtschafts- oder Finanzministerien bzw. Senatsverwaltungen der Bundesländer. Sie üben in Übereinstimmung mit dem Börsengesetz die Aufsicht über die Börsen aus und gewährleisten einen ordnungsgemäßen Börsenhandel.

Die Handelsüberwachungsstelle (HÜSt) ist ein eigenständiges Börsenorgan und nimmt die Marktaufsicht vor Ort wahr. Sie überwacht die Preisfeststellungen und den Handel an der Börse auf dem Parkett sowie über vollelektronische Handelsysteme. Die Handelsüberwachung geht Unregelmäßigkeiten nach und teilt die Ergebnisse ihrer Prüfungen den zuständigen Aufsichtsbehörden und Geschäftsführungen der entsprechenden Börsen mit.

Die Akteure am Finanzmarkt

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Wer darf an der Börse handeln?

Generell darf jeder, der möchte, an der Börse handeln. Dazu genügt es, einen Kaufauftrag für eine einzige Aktie zu platzieren.

Privatpersonen können nicht selbst auf das Börsenparkett einer Wertpapierbörse gehen und dort Aktien kaufen und verkaufen. Sie müssen Kauf- und Verkaufsaufträge über eine Bank, die zum Handel an der Börse zugelassen ist, erteilen bzw. „platzieren“.

Investoren benötigen dazu ein Wertpapierdepot bei einer Bank. Zum Handel an den Börsen sind viele Banken und Broker (institutionelle Händler) zugelassen. Sie können aber auch die Wertpapieraufträge ihrer Kunden über eine spezialisierte Wertpapierhandelsbank an die Börse weitergeben.

Die Gruppe Deutsche Börse – we make markets work

Die Gruppe Deutsche Börse mit Sitz in Frankfurt am Main ist eine der größten Börsenorganisationen der Welt. Sie betreibt integre, transparente und sichere Märkte für Investoren, die Kapital anlegen, und für Emittenten, die Kapital aufnehmen wollen. An diesen Märkten kaufen und verkaufen institutionelle Händler Aktien, Derivate und andere Finanzinstrumente nach klaren Regeln und unter strenger Aufsicht.

Heute ist die Gruppe Deutsche Börse mehr als nur ein Handelsplatz oder eine Börse – sie ist ein Finanzmarktinfrastrukturanbieter. Denn mit ihren Produkten und Dienstleistungen deckt sie die gesamte Wertschöpfungskette im Finanzgeschäft ab – ihre Geschäftsfelder reichen von Angeboten im vorbörslichen Marktumfeld und der Wertpapierzulassung über den Handel, die Verrechnung und Abwicklung bis hin zur Verwahrung von Wertpapieren und anderen Finanzinstrumenten sowie Sicherheitenmanagement. Darüber hinaus bietet sie weltweit IT-Services, Indizes und Marktdaten.

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