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„Das habe ich meiner Oma zu verdanken“

29. Nov 2018

„Das habe ich meiner Oma zu verdanken“Wie Katrin Otto, Mitglied des Vorstands von CEINEX, zu China, Strategie und letztendlich zur CEINEX kam

Katrin Otto wurde im September 2018 in den Vorstand der CEINEX AG berufen. Die China Europe International Exchange (CEINEX) ist ein Joint-Venture (JV) der Shanghai Stock Exchange, China Financial Futures Exchange und Deutsche Börse Group. Als Brücke zwischen den Märkten bietet CEINEX internationalen Investoren auf chinesische Renminbi lautende sowie auf chinesischen Vermögenswerten basierende Produkte in Euro und US Dollar auf seiner Plattform an.

Katrin, schön, dass du hier bist. Was sind deine neuen Verantwortlichkeiten und Aufgaben bei CEINEX?

Katrin Otto, Mitglied des Vorstands von CEINEX

Vielen Dank für die Einladung. Ich fühle mich sehr geehrt. Um die Frage zu beantworten, muss ich einen Blick zurückwerfen: Bevor ich bei CEINEX angefangen habe, habe ich für über zwei Jahre China-Themen bei der Deutschen Börse aus einer zentralen Projektmanagementrolle heraus koordiniert. Zu diesen Themen zählte u.a. CEINEX und die Entwicklung neuer Produkte wie z.B. D-Shares und Derivate. Darüber hinaus aber auch der Blick über den Tellerrand, sprich Bearbeitung und Initiierung strategischer Fragestellungen für die Gruppe Deutsche Börse als Shareholder des Joint Ventures. Nachdem ich CEINEX in den letzten zwei Jahren in koordinierender Rolle intensiv begleitet und unterstützt habe, kann ich jetzt die Entwicklung des JV aktiv mitgestalten und leiten.

Als Vorstandsmitglied der CEINEX verantworte ich zum einen weiterhin die Koordination mit der Gruppe Deutsche Börse als auch unserem Aufsichtsrat. Hinzugekommen sind Verantwortlichkeiten wie der Personal- und Finanzbereich als auch die Abstimmung regulatorischer Fragen.

Wie ist die Zusammenarbeit mit den anderen Joint Venture Partnern?

Gemeinsam stellen die 3 JV Partner den Aufsichtsrat und den Vorstand. Außerdem bringt jede Börse Mitarbeiter und Know How ein. So haben wir überall Verknüpfungspunkte, auch zurück zu den Shareholdern, deren Unterstützung wir auch benötigen. Mit dem ersten D-Share IPO am 24. Oktober hier in Frankfurt durch die chinesische Firma Haier haben wir bewiesen, dass wir gemeinsam Brücken zwischen dem chinesischen und den europäischen Kapitalmärkten bauen können. Diesen Markt weiter auszubauen ist unser gemeinsames Ziel.

Wie hat dich deine vorherige Arbeit bei der Gruppe Deutsche Börse auf deine neue Rolle vorbereitet?

Katrin Otto, Mitglied des Vorstands von CEINEX

Wie schon gesagt, hatte mein Aufgabengebiet bereits einen sehr starken Bezug zu relevanten CEINEX-Themen. Auf der anderen Seite hatte ich tolle Manager, die sich Zeit für mich genommen haben und mit ihrer positiven Arbeitseinstellung und pragmatischer Umsetzung vorangegangen sind. Dabei wurde mir Freiheit zur Entfaltung gelassen und bereits recht früh Verantwortung übergeben. So konnte ich meine eigenen Erfahrungen sammeln, was mir jetzt in der neuen Verantwortungsposition weiterhilft. Sehr schön ist auch, dass ich auch in meiner neuen Funktion weiterhin mit meinen Kollegen von der Deutsche Börse in Kontakt stehe und wir Hand in Hand zusammenarbeiten.

Allerdings kann man gar nicht auf alles vorbereitet sein, bei CEINEX lerne ich jeden Tag „on the Job“ einiges dazu.

Wann hast du bei der Gruppe angefangen und wie lange beschäftigst du dich nun schon beruflich mit China Themen?

Bei der Gruppe habe ich 2016 angefangen. Bereits in meinem vorherigen Job in der Beratung habe ich mich mehrere Jahre mit China-Themen beschäftig und gehe damit auf fast zehn Jahre berufliches China-Knowhow zu.

Was sind die größten Erfolge von CEINEX?

Die Etablierung des Joint-Ventures CEINEX ist bereits ein großer Erfolg in sich. Keine andere Börse auf der Welt hat ein solches Joint Venture mit chinesischen Partnern gegründet. Diese enge Beziehung ist der Grundstein für die gute Zusammenarbeit in verschiedenen Themenkomplexen und Produktbereichen, die von der Deutsche Börse Gruppe abgedeckt werden und z.B. innerhalb von CEINEX erfolgreich zusammengeführt werden.

Absolutes Highlight für CEINEX ist aber der bereits erwähnte IPO, mit dem wir den CEINEX D-Share-Markt eröffnet und damit ein Stück Finanzmarktgeschichte geschrieben haben. D-Shares beziehen sich auf Aktien von in China ansässigen Unternehmen, die in Deutschland an der Frankfurter Wertpapierbörse im CEINEX D-Share Markt notiert sind. Das „D“ steht für „Deutschland“ bzw. „Déguó“ – Deutschland im Chinesischen.

Und was sind die größten Herausforderungen?

Die China-Strategie ist an sich eine Herausforderung: Hier sind verschiedenste Einrichtungen und Einheiten mit unterschiedlichen Interessen zusammen zu bringen und zu managen. Shanghai Stock Exchange und China Financial Futures Exchange sind Staatsunternehmen, die einen sehr langfristigen Horizont haben während ein börsennotiertes Unternehmen wie die Deutsche Börse auch kurz- und mittelfristige Ziele hat. Diese unterschiedlichen Horizonte, aber auch die politischen Hintergründe, verschiedene Kulturen und Ansätzen auf einen Nenner zu bringen, kann schon mal eine Herausforderung sein; Deutsche und Chinesen arbeiten schon unterschiedlich. Aber genau das macht Spaß und öffnet mir neue Horizonte und Ansichten – das reizt mich sehr. Es ist der Grund, warum ich mich meine Arbeit gerne mache, auch wenn beziehungsweise vielleicht, gerade weil es so eine Herausforderung ist.

Du arbeitest seit langem im asiatischen/chinesischen Umfeld. Hattest du auch im Studium damit zu tun?

Tatsächlich ja. Ich habe East Asia Management mit dem Schwerpunkt China studiert. Im Studium habe ich auch Mandarin gelernt und einen Auslandssemester in Taiwan verbracht. Ich habe bei einer chinesischen Gastfamilie gewohnt, um dort dann Praktika während des Studiums zu absolvieren. Mein Fokus lag dabei immer auf Strategie, Finanzen und China.

China ist zwar seit einer Weile in aller Munde, aber wie bist du schon so früh damit in Verbindung gekommen?

Das habe ich meiner Oma zu verdanken. Als Jugendliche hat sie mir Bücher von der Autorin und Nobelpreisträgerin Pearl S. Buck zu lesen gegeben. Da ist mir der Roman „Ostwind. Westwind.“ insbesondere in Erinnerung geblieben. Die Bücher haben mich so fasziniert, da habe ich gemerkt, dass es eine andere Welt gibt, die ich unbedingt kennenlernen muss. Es wäre für mich keine Option gewesen, einfach Betriebswirtschaft zu studieren. Ich wollte diese andere Kultur kennenlernen und Auslöser waren diese Bücher.

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