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Clearstream – auf neue CSDR-Herausforderungen vorbereitet

06. Dez 2017

Clearstream – auf neue CSDR-Herausforderungen vorbereitet

 

Nach der Finanzkrise im Jahr 2008 wurde eine ganze Reihe an neuen Rechtsvorschriften eingeführt, um Abwicklung und Infrastrukturen im Wertpapierbereich in der EU abzusichern. Eine der wichtigsten Regelungen ist die sogenannte Central Securities Depositories Regulation (CSDR). Diese Verordnung über Wertpapierzentralverwahrer hält die Projektmanager Tara Byrden und Fernand Weber bei Clearstream ganz schön auf Trab. Im Interview erzählen sie mehr darüber.

Frau Byrden, worauf konzentriert sich das Projekt?

Tara Byrden und Fernand Weber arbeiten für die CSDR eng zusammen.

Mit dem CSDR Readiness-Projekt soll sichergestellt werden, dass die Zentralverwahrer (Central Securities Depositories, CSDs) von Clearstream – das sind CBF, CBL und LuxCSD – umfassend mit der CSD-Verordnung konform sind und jeder Zentralverwahrer seine „CSDR-Betriebslizenz“ erhält. Das Projekt begann mit einer genauen Analyse der Auswirkungen der Verordnung. Anschließend wurden eine Reihe von Implementierungsprojekten gestartet, die alle Geschäftsbereiche und die IT umfassen. jeder Zentralverwahrer hat kürzlich einen Bewilligungsantrag bei der für ihn zuständigen Aufsichtsbehörde eingereicht — der erste wichtige Meilenstein in diesem Projekt. Nun konzentrieren wir uns darauf sicherzustellen, dass das gesamte Unternehmen CSDR-konform wird.

Welche Auswirkungen hat die CSDR auf das Geschäft von Clearstream?

Die Auswirkungen der CSDR sind weitreichend und betreffen fast alle Bereiche des Unternehmens. Kurz gesagt werden mit der CSDR einheitliche Regelungen für die Genehmigung, den Betrieb und die Governance von Zentralverwahrern sowie ein standardisiertes Regelpaket für die Bereitstellung von CSD-Dienstleistungen eingeführt.

Was bedeutet dies in der Praxis?

Ein Blick auf alle Einzelheiten würde den Rahmen dieses Interviews sprengen, aber hier ein paar Beispiele: Die Kollegen aus dem Kreditbereich müssen die Art und Weise, wie Kreditlinien gewährt werden, anpassen. Der für Kontrollen zuständige Bereich überarbeitet das Verfahren für den Abgleich im Wertpapierbereich vollständig, da die CSDR ein zügigeres Verfahren verlangt, was auch Auswirkungen auf unsere operativen Bereiche hat. In Zukunft wird der Bereich Network Management häufigere und strengere Due-Diligence-Prüfungen bei den Zulieferern von Clearstream durchführen müssen, während Kollegen in Boards und Committees strengere Governance-Regeln bereitstellen müssen.

Wir arbeiten zudem aktiv mit unseren Core Product Development- und Relationship Management-Teams zusammen, um unsere Kunden über die Auswirkungen der Verordnung zu informieren.

Herr Weber, welche Herausforderungen bestehen auf der IT-Seite?

Wir stehen vor einer doppelten Herausforderung: Erstens müssen alle CSDR-Anforderungen in Systemanforderungen und -spezifikationen umgewandelt werden, zweitens müssen IT-Ressourcen aus verschiedenen Produktlinien gesichert werden, damit die Umsetzung der CSDR-Erweiterungen gemäß einem über drei Jahre mit vier Produkt-Releases laufenden Implementierungsplan erfolgen kann.

Vorschriften zur Abwicklungsdisziplin, das ist kein unbekanntes Thema für Sie, erzählen Sie uns mehr darüber!

Mit der CSDR werden Vorschriften zur Abwicklungsdisziplin eingeführt. Ziel ist eine höhere Abwicklungseffizienz, z. B. durch Strafzahlungen bei verspäteter Abwicklung und obligatorische Eindeckungskäufe für abgeglichene Abwicklungsinstruktionen, deren Abwicklung fehlschlägt. Die Vorschriften zur Abwicklungsdisziplin beziehen sich auch auf verschiedene Aspekte in Zusammenhang mit Abwicklungsfunktionalitäten, obligatorischen Matching-Feldern und zusätzlichen Informationen in Abwicklungsanweisungen.

Die Verabschiedung des endgültigen Gesetzestextes zu den Vorschriften zur Abwicklungsdisziplin dauert an, allerdings soll die Verordnung zwei Jahre nach der Verabschiedung in Kraft treten. Damit haben wir noch 24 Monate Zeit … und jede Menge Arbeit vor uns.

Interview: Marie-Chantal Weber

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