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Erfolgreich im Deutsche Börse FinTech Hub, Teil 1: CASHLINK

21. Apr 2017

Erfolgreich im Deutsche Börse FinTech Hub, Teil 1: CASHLINK

Michael Duttlinger, CEO Cashlink

Der FinTech Hub ist eine Initiative zur Unterstützung der Fintech-Community in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet. Sie bietet Fintech-Start-ups wie CASHLINK neben gezielter Beratung und Vernetzung auch Co-Working-Arbeitsplätze und einen modernen Veranstaltungsort. Wir sprachen mit Michael Duttlinger, einem der Gründer von CASHLINK – einer neuen Möglichkeit, einfach per Link Geld zu erhalten.

 

Herr Duttlinger, Sie sind einer der Gründer von CASHLINK. Stellen Sie doch bitte kurz Ihre Partner vor?

Das CASHLINK-Team besteht aus Lars Olsson, Jonas Haag, Niklas Baumstark und mir. Wir haben alle vier am Karlsruher Institut für Technologie studiert. Zwei von uns sind Wirtschaftsingenieure und zwei Informatiker.

Sie kennen sich also alle von der Uni und haben direkt nach der Uni dieses Start-up gegründet?

Genau! Als wir CASHLINK gegründet haben, waren wir alle Studenten und hatten an der Uni auch die Idee zu CASHLINK. Ich war dann der erste, der einen Abschluss hatte; die anderen haben mit ihren Abschlüssen nachgezogen. Jetzt sind wir hier im FinTech Hub der Deutschen Börse angelangt und haben aktuell schon drei Praktikanten und einen Vollzeitangestellten.

Wie kam es zu der Idee von CASHLINK?

Wir haben während des Studiums viele Events organisiert. Da uns immer die Rolle des Organisators zufiel, mussten wir oft von vielen Kommilitonen Geld einsammeln. Da gab es oft das Problem, dass man das Geld nicht zurückbekommen hat, weil es mühselig ist. Man muss immer PIN und TAN eingeben, man muss die IBANs austauschen, was man natürlich nicht so gerne macht. Das wollten wir ändern. Gerade in der heutigen Zeit ist es mit einem Klick möglich, eine WhatsApp-Nachricht zu versenden, aber es ist immer noch sehr, sehr kompliziert, eine Überweisung zu veranlassen. Um diesen Transfer zwischen Privatpersonen endlich zu vereinfachen, haben wir CASHLINK gegründet.

Wie funktioniert das? Es hört sich erst einmal komisch an. Man braucht keine App, nur einen Link und trotzdem kommt das Geld offensichtlich auf dem richtigen Konto an.

Ja, mit CASHLINK ist es möglich, Geld von Freunden direkt per WhatsApp auf das eigene Bankkonto zu erhalten – ohne dass sich irgendjemand anmelden oder eine App herunterladen muss, nur indem man einen Link verschickt. Es ist alles sehr, sehr einfach. Das war uns wichtig. CASHLINK funktioniert folgendermaßen: die Person, die das Geld auslegt, z. B. für Kinotickets oder irgendein Event, geht auf unsere Homepage. Das geht auch mobil, also über das Handy. Dort erstellt man einen Link: Geburtstag Tanja, 3,20 €. Diesen Link kann man über beliebige Kommunikationskanäle verschicken – per WhatsApp, Facebook, E-Mail oder SMS. Die Freunde klicken auf diesen Link, bestätigen dort mit der Eingabe ihrer IBAN und das Geld wird von unserer Partnerbank, der solarisBank in Berlin, von einem Bankkonto auf das andere transferiert.

Einer kreiert also sozusagen das Empfängerkonto und hinterlegt sein Bankkonto. Und die anderen geben nur ihre IBAN und den Betrag ein?

Exakt. So findet nämlich auch kein direkter Austausch der IBAN statt; die werden mit höchsten Datenschutzstandards übermittelt. Man braucht keine TAN, muss sich nicht beim Online-Banking einloggen und man kann auch von unterwegs überweisen, innerhalb von Sekunden.

Gibt es eine Begrenzung bei der Höhe der Beträge?

Aktuell ist die Grenze 100 €. Das hat regulatorische Gründe. Wir führen Geschäfte im Rahmen des E-Geld-Gesetzes durch und da gilt aufgrund von Geldwäschegesetzen für das Empfangen und das Senden von Geld ein Limit von 100 € pro Monat. In Zukunft wird es aber auch möglich sein, dieses Limit zu erhöhen. Dann muss man den Einzahler oder den Empfänger verifizieren. Das können wir dann über eine Videoidentifizierung machen, indem die Person über einen externen Dienstleister seinen Personalausweis in die Kamera hebt und dann verifiziert wird.

CASHLINK ist also in erster Linie für einen begrenzten Kreis von Mitmachern geeignet? Beispielsweise für den Freundeskreis oder im Sportverein?

Aktuell sind das die wichtigen Zielgruppen für uns. Aber auch Schulen, Lehrer, die Geld für Klassenfahrten einsammeln müssen, oder Vereine zählen dazu. Man kann es aber auch einfach nutzen, wenn man einem Freund 10 € geliehen hat und die jetzt zurückbraucht.

Wie sind Sie zum Deutsche Börse FinTech Hub gekommen? Wie haben Sie davon erfahren?

Als wir die ersten Ideen in Karlsruhe durchgegangen sind, haben wir festgestellt, dass wir sehr, sehr oft nach Frankfurt gefahren sind. Die Musik spielt im Fintech-Bereich absolut in Frankfurt. Die Szene hat sich in den letzten ein bis anderthalb Jahren extrem vergrößert. Es kommen mehr Events dazu, es kommen mehr Gründer dazu, mehr Start-ups. Deswegen war für uns auch klar, dass zukünftig nur der Standort Frankfurt in Frage kommt. Wir haben dann auf einer Konferenz Kontakt zum Deutsche Börse Venture Network aufgenommen und ganz schnell gemerkt, dass das für uns genau der richtige Ort ist, um weiter zu wachsen und die nächsten Schritte zu tun. Wir waren sehr überrascht von der Geschwindigkeit, mit der das hochgezogen worden ist. Das hat uns eigentlich eher an ein Start-up erinnert. Es hat uns sehr imponiert und begeistert, dass man nicht erst zwei Jahre lang ein Konzept aufsetzt, sondern dass man es schnell umsetzt und dann kontinuierlich weiterentwickelt. Die Deutsche Börse hat uns das Büro zu Superbedingungen gegeben. Dazu kommt der Austausch unter uns vier Start-ups im FinTech Hub. Wir haben alle ähnliche Probleme, z. B. regulatorische Vorgaben oder Bankkooperationen. Der Austausch mit dem Deutsche Börse Venture Network bringt ebenfalls einen riesigen Mehrwert, weil wir natürlich auch alle Finanzierungen benötigen. Der Kontakt zu Investoren oder zu Veranstaltungen hat uns einfach extrem viel geholfen.

Wie viele Leute machen bei CASHLINK schon mit?

Wir sind jetzt live verfügbar für jedermann in Deutschland. Aktuell liegen unsere Nutzerzahlen im vierstelligen Bereich. Jetzt müssen wir die Bekanntheit steigern. Wir werden uns v. a. auf Studenten konzentrieren. Das studentische Umfeld ist sehr technologieaffin. Momentan haben wir nur eine Web-App, es wird aber auch noch eine native App geben, die man im AppStore herunterladen kann.

Ist CASHLINK eigentlich auf Deutschland begrenzt oder funktioniert das in ganz Europa?

Wir sind aktuell auf Deutschland begrenzt. Jeder der eine deutsche IBAN hat, kann bei uns mitmachen. Strategisch ist natürlich eine Expansion in andere Länder geplant. Vorerst liegt der Fokus aber auf Deutschland und auf höheren Beträgen. Das ist eines der Ziele für 2017, dass wir durch die Videoidentifizierung den Nutzern ermöglichen, sich die Limits freizuschalten und dann letztendlich unbegrenzt Geld senden zu können. Das wird auch Mitte des Jahres in unsere App implementiert.

Was sind die nächsten Schritte? Wie geht es weiter?

Unsere unmittelbaren Ziele habe ich eben schon erwähnt. Darüber hinaus werden wir die App einfach kontinuierlich mit weiteren Funktionen ausstatten, so dass man vielleicht irgendwann neben der Standardüberweisung noch mehr Banking-Funktionen nutzen kann. Wir wollen herausfinden, welche Funktionen die Nutzer eigentlich möchten. Deshalb fangen wir mit einem schlanken Produkt an, das erst einmal das Problem löst, das wir schon seit Studientagen lösen wollen: nämlich das Geldeinsammeln unter Freunden. Dann werden wir schauen, was die Nutzer möchten und das Produkt dementsprechend weiterentwickeln.

Welche Vorteile hat der Standort hier?

Frankfurt ist aufgrund der wachsenden Fintech-Szene extrem attraktiv für uns. Die Nähe zum Deutsche Börse Venture Network ist sehr, sehr wichtig. Die Berger Straße ist natürlich auch wahnsinnig interessant, weil wir hier mitten in der Innenstadt sind. Es ist für unsere Mitarbeiter toll, viele wohnen auch hier. Es ist ein schönes Viertel, ein wahnsinniges Büro – wir könnten gar nicht glücklicher sein mit der Lage.

Vielleicht können Sie noch einmal kurz zusammenfassen, wie Sie finanziell aufgestellt sind?

Am Anfang haben wir uns natürlich durch „Family & Friends“ finanziert. Im letzten Jahr haben wir damit begonnen, die Seed-Runde vorzubereiten. Diese steht jetzt ganz kurz vor der Finalisierung. Wir haben Investoren gefunden, die absolut überzeugt von unserem Produkt und unserem Team sind. Die Series A-Finanzierung planen wir dann Anfang 2018.

Können Sie ungefähr sagen, welchen Umfang die Seed-Finanzierung haben wird?

Die wird im sechsstelligen Bereich liegen. Mit diesem Geld möchten wir v. a. das Team vergrößern und Nutzerwachstum generieren.

Welche Investoren sind denn für Sie interessant bzw. wieso sind Sie für Investoren interessant?

In unserer jetzigen Phase sind wir natürlich v. a. für Business Angels oder Family Offices interessant. Venture Capital-Fonds investieren erst ab einer höheren Summe und dann zumeist in Series A-Runden. Weil wir ein Produkt sind, das im ersten Schritt für den deutschen Markt relevant ist, brauchen wir Investoren, die wirklich auf dem deutschen Markt zu Hause sind. Uns ist wichtig, dass sie uns nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch mit ihrem Netzwerk, ihrem Wissen und ihrer Erfahrung.

Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg!

Das Gespräch führte Jürgen Pfeiffer.

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