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Erfolgreich im Deutsche Börse FinTech Hub, Teil 2: dwins

12. Mai 2017

Erfolgreich im Deutsche Börse FinTech Hub, Teil 2: dwins

Benjamin und Alexander Michel, CEOs dwins

Der FinTech Hub ist eine Initiative zur Unterstützung der Fintech-Community in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet. Sie bietet Fintech-Start-ups wie dwins neben gezielter Beratung und Vernetzung auch Co-Working-Arbeitsplätze und einen modernen Veranstaltungsort.

Wir sprachen mit Alexander Michel, einem der Gründer von dwins. dwins nutzt Digitalisierung und künstliche Intelligenz, um Sparpotenziale zu identifizieren und hilft Kunden so, ihre Finanzen zu optimieren. Ihre mobile App „Finanzguru“ erscheint im dritten Quartal 2017.

Herr Michel, Sie sind einer der Gründer von dwins; der andere ist Ihr Zwillingsbruder Benjamin. Stellen Sie sich bitte kurz vor.

Wir beide, Benjamin und Alexander Michel, haben dwins gegründet. Wir sind Zwillinge, also twins. Daher kommt auch der Unternehmensname dwins, der sich auch als „digital wins“ auflösen lässt. Mein Bruder hat ein duales Studium an der Frankfurt School of Finance & Management und bei der Postbank absolviert. Dort war er zuständig für den „Postbank Finanzassistenten“, die Banking-App der Postbank.

Ich habe Wirtschaftswissenschaften und International Management studiert und dabei schon die ersten Erfahrungen mit der Start-up-Szene gemacht. Nach einer Zeit im Ausland habe ich gemeinsam mit meinem Bruder bei der Postbank gearbeitet und dort in Kooperation mit dem Customer Relationship Management (CRM) über 1,3 Milliarden Transaktionsdaten analysiert und eine automatische Kategorisierung aufgebaut. Dort haben wir das Potenzial erkannt, das Bankdaten bieten.

Daraufhin haben wir ein Start-up gegründet, um schneller und mit mehr Kundenfokus Produkte entwickeln zu können. Das war der Startschuss. Im September letzten Jahres sind noch Sandro Sonntag und Florian Hirsch als technische Mitgründer eingestiegen. Die beiden haben langjährige Erfahrung in der Banken- und Versicherungsbranche und sind Experten für sichere IT-Architekturen von Banking-Apps. Wir sind jetzt als komplementäres Team sehr gut aufgestellt.

Wie kamen Sie auf die Idee zu dwins?

Alles hat sich aus diesem Projekt mit der CRM-Abteilung bei der Postbank entwickelt. Das allererste Projekt, das wir umgesetzt haben, war ein Kontowechselservice. Wenn ich mein Bankkonto von Bank A zu Bank B umziehen möchte, dann muss ich alle Zahlungspartner über die neue Bankverbindung informieren, laufende Aufträge und Gutschriften anpassen etc. Das haben wir mit unserem Service übernommen und die Informationen aus dem Zahlungsverkehr des alten Kontos herausgelesen. Das haben wir immer mehr perfektioniert und so in den letzten Jahren große Expertise in der Analyse des Zahlungsverkehrs von Girokonten und Kreditkarten aufgebaut. Diese Expertise werden wir bei der Finanzguru-App nutzen, um dem Kunden eine Übersicht über seine Finanzen und Verträge zu geben. Außerdem können wir ihm Sparpotenziale aufzeigen und diese ohne großen Aufwand umsetzen. Letztlich geht es dabei um Bequemlichkeit und unsere Vision, Finanzen einfach zu machen. Keiner steht morgens auf und sagt: „Super, heute kann ich mich wieder mit Finanzen und Versicherungen beschäftigen.“ Das ist ein Thema, das jeder machen muss; man kommt nicht dran vorbei und deswegen bieten wir diese Möglichkeit. Wir machen es den Kunden leicht.

Wie funktioniert dwins und für wen ist es interessant?

Unser Produkt, der Finanzguru, ist eine App, die man im iOS-Store oder im Android-Store herunterladen kann. Man verbindet sein Bankkonto über eine sichere Verbindung mit dem Finanzguru. Anschließend analysieren wir für den Kunden die Bankdaten und erstellen im ersten Schritt eine Übersicht über alle Verträge. Man sieht also, was monatlich, halbjährlich oder jährlich abgebucht wird. Diese Verträge kann man verwalten, d.h. man geht in seinen Handyvertrag und sieht direkt die Kundennummer, weil wir die aus den Bankdaten ebenso herausanalysieren wie die Kündigungsfrist. Kurz vor der automatischen Verlängerung des Vertrags erinnert mich der Vertragswecker: „Diesen Vertrag solltest du kündigen, um bessere Konditionen zu bekommen.“ Die Kündigung erfolgt dann mit einem Klick in der App. Oft erhalten Kunden dann automatisch ein besseres Angebot oder sie wechseln den Anbieter. Hier sparen wir dem Kunden also ohne großen Aufwand Geld.

Das ist die erste Kernfunktion vom Finanzguru. Die zweite sind personalisierte Spartipps. Wir erkennen z. B., dass der Kunde eine Nebenkostenabrechnung hatte. Daraufhin wird ihm ein Service empfohlen, bei dem er diese prüfen lassen kann. In vielen Fällen wird zu viel berechnet und der Kunde hat Anspruch auf eine Rückerstattung. Oder wir erkennen auf Basis von verschiedenen Attributen: Der Kunde wohnt in Frankfurt und hat bei Mainova einen Stromvertrag. Wir können dann anhand der Miete die Quadratmeter quantifizieren, damit auch den Stromverbrauch hochrechnen und im Hintergrund schon direkt schauen, ob es günstigere Alternativen gibt. Mit unserer App kann man diese Verträge dann mit wenigen Klicks abschließen. Dafür bekommen wir eine Provision und der Kunde spart Geld.

Wer ist Ihre Kernzielgruppe?

Die Kunden, die wir ansprechen, nutzen Online-Banking. Das ist die Voraussetzung. Die Kernzielgruppe ist 25–45 Jahre alt, hat einen eigenen Haushalt und dadurch zwangsläufig Verträge. Mit dem Alter ändert sich auch die familiäre Situation: Kinder kommen und dadurch Versicherungen und alles wird wieder unübersichtlicher. Umso mehr braucht man einen persönlichen Helfer.

Warum haben Sie sich für einen Platz im Deutsche Börse FinTech Hub entschieden?

Wenn man im Fintech-Bereich unterwegs sein möchte, dann ist Frankfurt der Standort schlechthin. Hier hat man Institutionen, die viel Know-how haben und auch ein gewisses Ökosystem mitbringen. Es ist extrem vorteilhaft, dass wir hier sitzen, weil uns die Deutsche Börse wirklich sehr unterstützt. Der FinTech Hub war für uns eine Riesenchance. Wir haben uns beworben und waren – großes Lob an die Deutsche Börse – innerhalb von zwei Monaten hier. Auch der Austausch mit anderen Gründern ist sehr wertvoll. Nach Veranstaltungen sitzt man dann gerne noch mit den anderen Gründern zusammen, trinkt ein Bierchen und spricht über Finanzierungsrunden, was man für Erfahrungen mit den Venture Capital-Gebern gemacht hat usw. Das ist super spannend.

Was sind die nächsten Schritte?

Wir haben letzten Oktober den Deutsche Bank-Hackathon gewonnen. Seitdem stehen wir in Gesprächen mit der Deutschen Bank und werden in den nächsten Monaten mehr Details dazu verraten können. Im dritten Quartal dieses Jahres werden wir mit dem Finanzguru live gehen und das Produkt dann gemeinsam mit unseren Kunden weiterentwickeln. Dabei stellen wir den Kunden in den Mittelpunkt und verfolgen unser Ziel, dem Kunden absoluten Komfort und die beste Lösung zu bieten. Die Leitfrage, die wir uns intern immer stellen, ist: „Würde ich dieses Produkt meinem besten Kumpel empfehlen?“ Nur wenn wir das bejahen können, sind wir stolz auf unser Produkt.

Vielen Dank und viel Erfolg!

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