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Europa gemeinsam stark machen: 20 Jahre Euro Finance Week

13. Nov 2017

Europa gemeinsam stark machen: 20 Jahre Euro Finance Week

Seit 20 Jahren ist die Euro Finance Week eine der wichtigsten Veranstaltungen im Kalender der Finanzbranche. In dieser Zeit hat sie den Aufstieg des Finanzplatzes Frankfurt vom bedeutendsten deutschen Börsen- und Bankenstandort zum europäischen Zentrum für Finanzmarktstabilität begleitet und aufgezeigt, dass der Finanzplatz seinen Aufgaben in einem globalen Umfeld gerecht werden muss.

Die Veranstaltung ist nicht zuletzt dadurch zu einem der bedeutendsten Treffen der Branche geworden, weil sie stets am Puls der Zeit war und ist und hier immer die entscheidenden Themen angesprochen werden. Die Geschichte dieser Konferenz ist aber auch eine Geschichte der Finanzbranche, ihres internationalen Aufbruchs, ihrer Krisen und Herausforderungen.

90er Jahre – Wachstumsjahre

So waren z. B. die 90er Jahre typische Wachstumsjahre und in jedem Fall eine entscheidende Zeit im Leben des Finanzplatzes. Es war damals wie heute ein schönes Stück Arbeit, die Börse auf die Notwendigkeit von Wachstum einzustellen. Und die Revolution des elektronischen Handels – 1997 hat die Deutsche Börse das neue Handelssystem Xetra® eingeführt – hat diesen Wachstumsschub ermöglicht.

Zu der Aufbruchstimmung damals trugen aber nicht nur die Institutionen des Finanzplatzes bei. Entscheidend war darüber hinaus die kommunikative Begleitung. Und die Euro Finance Week gehörte von Anfang an dazu.

Es folgten Themen wie „Investitionen“ und „Finanzmarkt in Deutschland“. Für 2007 dachte die Kongressplanung der Euro Finance Week offenbar über einen etwas herausfordernderen Titel nach. Das Ergebnis: „Finanzstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb“.

In der Tat ein wichtiger Punkt: Wir stehen im Wettbewerb. Europa steht in einem globalen Wettbewerb, dem es nur standhalten kann, wenn die Finanzbranche technologisch à jour ist und wenn sie, als Voraussetzung für einen florierenden Handel, Brücken in die Außenwelt baut. Tatsächlich wurde es 2007 mit der Finanzkrise mehr als spannend. Auf der Euro Finance Week 2007 warnten Bankvorstände und Finanzexperten vor weiteren Risiken aus der weltweiten Kreditkrise und Josef Ackermann sagte, dass die Nervosität steige und dass sie alle Unternehmen betreffe, „die noch keine Zahlen vorgelegt haben“. Diese Euro Finance Week zeigte auch, wie stark die internationale Verflechtung in der Tat war. Der deutsche Markt konnte sich zunächst nämlich kein bisschen von der Entwicklung in den USA abkoppeln. Das lag sicher auch daran, dass deutsche Geldhäuser die „toxischen“ Papiere ebenfalls im Portfolio hatten.

Danach beherrschten die Themen „Regulierung“ und die „Restrukturierung der Finanzarchitektur“ die Euro Finance Week. 2010 stellten uns die Organisatoren auf neue und starke Bündnisse ein. Finanz- und Realwirtschaft sollen – laut dem Titel damals – gemeinsam mit der Politik für Vertrauen und Wohlstand sorgen. Und immer wieder wurde auf der Euro Finance Week natürlich auch über „den Euro“ diskutiert.

2015 schiebt sich ein Thema in den Fokus, das uns seitdem in Atem hält und eine ungeahnte Dynamik entwickelt hat. Gemeint ist die Digitalisierung. Hier trägt gerade die Finanzbranche eine hohe Verantwortung: einerseits, keine wegweisenden Entwicklungen zu verschlafen; andererseits, keine neuen Risiken zu schaffen.

Den Finanzplatz Frankfurt stärken

2017 lautet das Thema der Euro Finance Week „Banking in moving times“ – wie wahr! Denn in der Tat ist gerade einiges in Bewegung. Der Finanzplatz Frankfurt steht vor großen Aufgaben. Er befindet sich vor allem in Konkurrenz zu den USA und den schnell wachsenden Regionen in Asien. Brexit und die Regulierungen sind die zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre, bieten aber auch neue Chancen.

Gelingt es beispielsweise, in Frankfurt einen sicheren, liquiden und effizienten Markt für das sog. Euro-Clearing anzubieten, könnte das den Finanzplatz Frankfurt noch einmal wesentlich stärken – und damit auch Kontinentaleuropa und die EU.

Ein starkes, wettbewerbsfähiges Europa mit einem einheitlichen Kapitalmarkt ist von hoher Bedeutung. Das ist genau das Konzept einer europäischen Kapitalmarktunion. Sie ist ein Instrument, um Ungleichgewichte innerhalb Europas zu vermindern und Europa stark zu machen!

Carsten Kengeter
Die Euro Finance Week ist ein Sammelpunkt für Menschen und Themen – für die Zukunft unseres Finanzplatzes. Es ist für Frankfurt, aber auch für Europa wichtig, dass es die Euro Finance Week hier im Herzen des Kontinents gibt. Und „Euro“ steht hier für Europa.

Carsten Kengeter, CEO der Deutsche Börse AG, bei der Abendveranstaltung von „20 Jahre Euro Finance Week“

 

Gut, dass es in Frankfurt seit 20 Jahren ein Forum gibt, auf dem man sich treffen und über all diese Themen intensiv austauschen kann. Gut, dass es die Euro Finance Week gibt.

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