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Wie die Deutsche Börse durch Corporate Venture Capital Innovation fördert

05. Aug 2016

Wie die Deutsche Börse durch Corporate Venture Capital Innovation fördertInterview mit Ankur Kamalia von DB1 Ventures

Ankur Kamalia verantwortet das Venture Portfolio Management der Gruppe Deutsche Börse

DB1 Ventures ist der neu eingerichtete Corporate Venture Capital-Arm der Gruppe Deutsche Börse. Er will der strategische Partner der Wahl für Unternehmen sein, die sich in der frühen Wachstumsphase befinden, zur Strategie der Gruppe Deutsche Börse passen oder ihr zumindest sehr nahe kommen, attraktive Anlageerträge erzielen und mit strategischen Werten zu den Wachstumsplänen beitragen. Die kürzlich gemeinsam von DB1 Ventures und Celent veröffentlichte Studie, „The Future of Fintech in Capital Markets” betont die Bedeutung künftiger Kooperationen zwischen führenden Finanzinfrastrukturakteuren und Fintech-Unternehmen. Dies war für uns ein willkommener Anlass, mit dem Managing Director von DB1 Ventures und Group Venture Portfolio Management, Ankur Kamalia, zu sprechen.

Deutsche Börse: Herr Kamalia, Sie sind erst seit Kurzem bei der Gruppe Deutsche Börse. Was sind Ihre Ziele und Aufgaben bei DB1 Ventures, der Venture Capital-Plattform der Gruppe?

Ankur Kamalia: Group Venture Portfolio Management hat zwei Aufgaben: Erstens helfen wir, das bestehende Investmentportfolio der Gruppe Deutsche Börse zu optimieren und zu rationalisieren; und zweitens ist es unsere Aufgabe, neue Möglichkeiten für die Gruppe Deutsche Börse im Venture-Ökosystem ausfindig zu machen, diese auszuführen und schließlich zu managen. Wir konzentrieren uns dabei auf Gebiete, die von strategischem Interesse für die Gruppe sind und die uns helfen, Innovationen voranzutreiben, um unsere Kunden besser zu bedienen. Die Vision von DB1 Ventures ist es, der strategische Partner der Wahl für Unternehmen zu werden, die sich in einer frühen Wachstumsphase befinden, zur Strategie der Gruppe passen, attraktive Anlageerträge erzielen und mit strategischen Werten zu deren Wachstumsplänen beitragen.

Deutsche Börse: DB1 Ventures ist nur ein Teil des Innovation & Ventures-Ökosystems der Deutschen Börse. Warum ist es so wichtig für die Deutsche Börse, eine führende Position in der Finanztechnologie einzunehmen, statt sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren?

Ankur Kamalia: Die Deutsche Börse ist bereits auf unterschiedliche Art und Weise ein integraler Bestandteil der Fintech-Branche und ihrer gesamten Entwicklung. Aufgrund ihres hohen Levels an elektronisch generiertem Umsatz zählt sie selbst zu den großen Fintech-Organisationen. So liegt es nahe, dass wir unsere strategischen Ziele und unsere Marktpositionierung auf Wachstum und Innovation in den Finanzmärkten ausrichten. Deshalb streben wir Kooperationen mit innovativen Unternehmen aus dem Bereich Finanztechnologie und Marktinfrastruktur an, die für unsere Kunden und den Markt insgesamt relevant sind.

Deutsche Börse: Was waren die Hintergründe für die Veröffentlichung der Studie und warum haben Sie sich für Celent als Partner entschieden?

Ankur Kamalia: Fintech ist eine der treibenden Kräfte, die den Wandel in der Finanzbranche vorantreiben. Die Gründe dafür sind bahnbrechende neue Geschäftsmodelle, Kundennähe und innovative Technologien. Derzeit sind Fintech-Unternehmen gemeinsam mit etablierten Infrastrukturakteuren dabei, sich ein neues Marktmodell für die Kapitalmärkte auszudenken, bei dem ein kooperativer Ansatz hinsichtlich Kapitalbereitstellung, Technologie, Regulierung, Workflow-Prozessen und Konnektivität eine wichtige Rolle spielt. Die Studie hebt die Bedeutung künftiger Kooperationen zwischen Finanzinfrastrukturakteuren und Fintech-Unternehmen hervor. Celent ist ein führendes Forschungs- und Beratungsunternehmen für den Finanzbereich. Die Themen dieses Unternehmens am Schnittpunkt zwischen Technologie einserseits und Banken/Versicherungen/Wertpapieren und Investments andererseits haben seine vielfältigen weltweiten Kunden in den letzten 15 Jahren erfolgreich durch das Labyrinth finanztechnologischer Umbrüche geleitet.

Deutsche Börse: Könnten Sie die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Studie für uns zusammenfassen?

Ankur Kamalia: Der Paradigmenwechsel durch Fintech wird die gesamte Wertschöpfungskette der Finanzmärkte erfassen. Und auch die Einflüsse durch Regulierung, Marktstrukturveränderungen und die Repositionierung der Teilnehmer am Finanzmarkt werden über die nächste Dekade hinaus weitergehen. Die Trends in der Digitalisierung werden den Prozess beschleunigen, in dem etablierte Technologiefirmen und Marktbetreiber neue Geschäftsmodelle und innovative Technologien annehmen. Der Marktinfrastrukturanbieter von morgen wird seine Führungsrolle bei Regulierung, Marktinfrastruktur, Handel, Clearing und Abwicklung so weit ausgebaut haben, dass er Fintech-Start-ups bei der Gestaltung eines effektiven und sicheren Kapitalmarktes für das 21. Jahrhundert und darüber hinaus beraten kann.

Ankur Kamalia – Managing Director, DB1 Ventures

Ankur Kamalia kam im November 2015 zur Gruppe Deutsche Börse, um die neu geschaffene Position als Head of Venture Portfolio Management zu übernehmen. Zuvor verwaltete Kamalia ein Investmentportfolio für ein Family Office und einen Hedgefonds in Asien. Darüber hinaus war er Managing Director bei der UBS und dort verantwortlich für die Strategie der Global Investment Banking Division in London. Er hat auf den Corporate Finance- und Kapitalmärkten in New York, Hong Kong und Singapur gearbeitet. Kamalia besitzt den MBA der Kenan-Flagler Business School an der University of North Carolina.

 

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