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Jahreseröffnung 2016

Jahreseröffnung 2016

CEO Carsten Kengeter, der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi, Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Joachim Faber (v.l.n.r.)

Beginn:
25 Jan 2016
Ort:
The Cube Eschborn
Veranstalter:
Deutsche Börse AG

Zum Jahresauftakt trafen sich am 25. Januar 2016 rund 800 ranghohe Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Gedankenaustausch in der Konzernzentrale in Eschborn.

In seiner Eröffnungsrede begrüßte Dr. Joachim Faber, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Börse, die Anwesenden. Er legte den Fokus seiner Rede auf die aktuelle Situation der europäischen Wirtschaft: „Europa, so wie wir es heute kennen, wurde im Wesentlichen in den letzten 25 Jahren seit dem Fall der Mauer erbaut. Wenn die geopolitischen Umstände 1990 ein stärkeres, zusammenwachsendes Europa brauchten, dann ist dies heute noch wichtiger. Europa wurde durch die Herausforderungen der Finanzkrise, der Staatsschulden- und Griechenlandkrise und nun der Flüchtlingskrise mitten in seiner Pubertät getroffen“, sagte Faber. Er betonte, dass die EZB sich wie nur wenige andere Institutionen um die europäische Wirtschaft verdient gemacht habe: „Sie hat entscheidend dazu beigetragen, das Vertrauen in das europäische Bankensystem wiederherzustellen.“

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, betonte als Hauptredner des Abends die Rolle der EZB und erläuterte ihre Politik zur Wahrung der Preisstabilität: „Wir können die notwendigen Maßnahmen zur Stärkung unserer Volkswirtschaften treffen und sie so widerstandsfähiger gegenüber globalen Schocks machen. Hierzu müssen alle politischen Entscheidungsträger ihren Beitrag leisten. Das zentrale Element ist dabei Vertrauen: Vertrauen in das Wachstum, Vertrauen in die Stabilität und Vertrauen in die Zukunft des Euroraums. Nur wenn wir Vertrauen aufbauen, können wir die laufende zyklische Erholungsphase in einen robusten, strukturellen Aufschwung überführen.“ Um einen solchen stabilen Aufschwung zu erreichen, müssten sich politische Entscheidungsträger auf vier Schwerpunkte konzentrieren: „Abgestimmte Fiskalpolitik, strukturelle Reformen und Abbau des Überschuldung. Vor allem müssen wir den Prozess zur vollständigen Umsetzung unserer Währungsunion an allen notwendigen Fronten fortsetzen.“

In seinem Schlusswort setzte, Carsten Kengeter, CEO der Deutsche Börse AG, die Rolle des Unternehmens in den Kontext seiner Vorredner: „Die Deutsche Börse ist ein zentraler Teil der europäischen Infrastruktur für die Finanzmärkte. Dadurch trägt sie auch zum europäischen Zusammenhalt bei, zum Erfolg des europäischen Projekts.“ Dazu gehöre u. a. Wachstum in der Wirtschaft und, um das zu erreichen, ein Kulturwandel hin zu einem neuen, mutigen, realistischen Unternehmertum. Dieses Wachstum könne aber nicht isoliert geschehen: „Kein Finanzplatz ist eine Insel. Auch Europa ist keine Insel. Wir stehen im Wettbewerb – im globalen Wettbewerb. Und wir tragen die Verantwortung, in diesem Wettbewerb zu bestehen.“ Dazu seien flexible, mutige, also unternehmerische Schritte notwendig.

Jahresempfang in London

Feierlich ging es auch zu am 1. Februar 2016, in der Londoner Merchant Taylors‘ Hall.

Etwa 300 Vertreter des Finanzsektors, von Aufsichtsbehörden, Handelsverbänden, Medien sowie aus diplomatischen Kreisen waren der Einladung gefolgt. CEO Carsten Kengeter begrüßte die Gäste in dem historischen Saal und stellte den Hauptredner des Abends vor: den deutschen Botschafter in London, Dr. Peter Ammon.

In seiner Rede beschrieb Ammon die größten globalen Trends und Herausforderungen für das Jahr 2016. Dazu zählen ihm zufolge das Ende des Rohstoffbooms, die Globalisierung von Terrorismus und damit die Globalisierung von Migration sowie zunehmender politischer Populismus und Nationalismus. „Unser Kernproblem heute ist, dass die meisten Risiken internationaler Natur sind, während die Strategie von der jeweiligen nationalstaatlichen Politik gesteuert wird. Nationale Lösungen suggerieren fälschlicherweise, dass es immer jemanden gibt, der die Last trägt.” Der Botschafter plädierte daher auch für mehr und nicht weniger Europa. In seinen Augen würde ein „Brexit“, ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU), nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die politische Schlagkraft der EU schwächen. „Nur ein vereintes Europa hat die notwendige kritische Masse, um diese Probleme anzugehen.” Ammon betonte auch, dass die EU von heute Ergebnis zahlreicher britischer Initiativen sei. „ Wir brauchen Ihren Pragmatismus, Ihre Weltoffenheit und Ihren intellektuellen Scharfsinn”, appellierte er an seine Zuhörer, für den Verbleib in der EU zu werben.

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