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Jahreseröffnung 2015

Jahreseröffnung 2015

CEO Dr. Reto Francioni, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Joachim Faber (v.l.n.r.)

Beginn:
19 Jan 2015
Ort:
The Cube Eschborn
Veranstalter:
Deutsche Börse AG

Rund 900 Gäste kamen am 19. Januar 2015 in die Konzernzentrale nach Eschborn, um das Wirtschaftsjahr 2015 in feierlichem Rahmen einzuläuten. Gastrednerin war nach 2007 zum zweiten Mal Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ein Video mit Impressionen der Veranstaltung sowie Mitschnitte der Reden finden Sie am Ende dieser Seite.

In seiner Eröffnungsansprache betonte Dr. Joachim Faber, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Börse, die Bedeutung des Kapitalmarkts für die Finanzierung von Wirtschaftswachstum und von Zukunftsaufgaben in Industrie und Gründerszene. Deutschland verfüge jedoch in Relation zur Stärke seiner Volkswirtschaft nur über einen kleinen Kapitalmarkt, der im Wesentlichen von ausländischen Investoren getragen werde, sagte Faber. Als mögliche Gründe führte er die mangelnde Kapitalmarktkultur sowie unzureichend aufnahmefähige Kapitalsammelstellen an.

Die Kapitalanlagestruktur der Versicherungsindustrie wieder für einen größeren Aktienbestand zu öffnen, sei eine Möglichkeit, dies zu ändern. „Dass wir heute in der Versicherungsindustrie Aktienquoten von 5 bis 10 Prozent haben, ist aus Risikogesichtspunkten nicht gerechtfertigt und aus Renditeerwägungen nicht klug“, verdeutlichte Faber. Einen zweiten Weg sieht er in der deutlichen Verbreiterung der Kapitaldeckung in der Altersvorsorge. Dies sei ein „Generationenprojekt, sowohl in der Schaffung einer gut abgesicherten Altersvorsorge wie auch in der Verbreiterung und Vertiefung unseres deutschen Kapitalmarktes.“ Eine Voraussetzung dafür liege in der Finanzinfrastruktur und damit den Börsenorganisationen eines Landes.

Druck auf Wettbewerbsfähigkeit in Europa

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel gab in ihrer Rede einen Abriss über gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Herausforderungen Deutschlands und Europas im aktuellen wie in den kommenden Jahren. Wettbewerbsfähigkeit war dabei eins der zentralen Themen der Rede. Der Mangel daran sei neben hohen Schulden auch eine Ursache für die europäische Staatsschuldenkrise gewesen. Dieser Krise sei die Politik entschlossen entgegengetreten. In kurzer Zeit seien viele Entscheidungen getroffen worden: „Wenn die Not groß ist, kann die EU schnell entscheiden. Das ist ein gutes Signal“, sagte die Bundeskanzlerin. Sie verteidigte zugleich die Vielzahl an Regulierungen im Finanzsektor als notwendig, um systemische Krisen in Zukunft besser vermeiden zu können. Die Bedeutung des angestrebten Handelsabkommens Europas mit den USA wurde von Frau Merkel unterstrichen. Europäische Prosperität stehe im Mittelpunkt. 90 Prozent des weltweiten Wachstums finde derzeit außerhalb Europas statt, hier müsse man aufholen. Mit Investitionen z. B. in den europäischen Binnenmarkt sowie im digitalen Bereich unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ gelte es, Europa zu stärken. Im Zusammenhang mit dem diskutierten Anleihekauf der Europäischen Zentralbank stellte Merkel fest: „Der Druck auf die Wettbewerbsfähigkeit in Europa muss erhalten bleiben“ und erntete dafür Applaus.

Deutsche Börse unterstützt Kapitalmarktunion

In seinem Schlusswort betonte Dr. Reto Francioni, CEO der Deutsche Börse AG, besonders die Bedeutung Asiens und die der weltweiten Finanzindustrie. In Asien sei die Gruppe Deutsche Börse im vergangenen Jahr bedeutende Schritte vorangekommen, etwa durch die strategische Allianz mit der Bank of China oder die Gründung eines Clearing-Hauses in Singapur. Mit dem Ausbau der Asien-Aktivitäten entspreche das Unternehmen der volkswirtschaftlichen Gewichts- und Wachstumsverteilung, sagte Francioni: Gemessen an seiner nationalen Kaufkraft habe China die USA im zurückliegenden Jahr überholt und werde diese Spitzenstellung weiter ausbauen.

Das vorrangige Anliegen auf europäischer Ebene müsse laut Reto Francioni jetzt sein, Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen. Eine große Bedeutung komme dabei der von EU-Kommissionspräsident Juncker angestrebten Kapitalmarktunion zu. „Im Rahmen unserer Möglichkeiten wird die Deutsche Börse AG dieses Vorhaben mit großem Nachdruck unterstützen“, bekräftigte der CEO. Seinem Nachfolger, Carsten Kengeter, wünschte Herr Francioni an dieser Stelle den Erfolg, den dieses Unternehmen verdiene.

Im Anschluss gingen die Gäste zum festlichen Teil der Veranstaltung über und nutzten die Gelegenheit für angeregte Gespräche auf dem Parkett in The Cube.

Jahresempfang in London

Auf dem Jahresempfang in London trafen sich rund 300 Finanzmarktteilnehmer, Vertreter von Aufsichtsbehörden und Handelsverbänden, Diplomaten, Vertreter vieler weltweit führender Medienunternehmen und andere Experten aus dem Finanzsektor.

In seiner Begrüßungsrede legte Andreas Preuß, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse und Vorstandsvorsitzender von Eurex, dem Publikum dar, dass die Welt weiterhin in „financial times“ lebe.

Der Hauptredner in diesem Jahr war Simon Walker, Director General des führenden britischen Unternehmensverbandes, des Institute of Directors (IoD). In seiner Rede beschrieb Walker das Szenario für die im Mai anstehende Parlamentswahl in Großbritannien, deren Ausgang sich unmöglich vorhersagen lasse.

Bezüglich des britischen Referendums über den Verbleib in der EU machte Walker klar, dass die Leidtragenden eines EU-Ausstiegs nicht die großen internationalen Konzerne, sondern die kleinen Unternehmen wären. Aber nicht nur die Beziehung zwischen Großbritannien und der EU bedürfe dringend einer Neuordnung, sondern in Europa selbst bestehe hoher Reformbedarf.

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