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Prognosebericht – Entwicklung der Ertragslage

Segment Xetra
Segment Eurex
Segment Clearstream
Segment Information Technology und Market Data & Analytics
Weiterentwicklung der Preismodelle

Die Gruppe Deutsche Börse sieht sich weiterhin sehr gut aufgestellt und rechnet langfristig mit einer positiven Entwicklung der Ertragslage. Für den Prognosezeitraum erschwert jedoch die Unsicherheit bezüglich des weiteren Verhaltens der Kapitalmarktteilnehmer die konkrete Prognose der Ertragslage. Die im Berichtsjahr 2012 beobachtete Entkopplung der Entwicklung der Aktienmärkte und der Realwirtschaft von der Handelsaktivität an den Kassa- und Terminmärkten der Gruppe, die im Zusammenhang mit einem Vertrauensverlust der Investoren und Marktteilnehmer steht, kann auch für den Prognosezeitraum nicht ausgeschlossen werden. Auch rechnet das Unternehmen weiterhin mit Unsicherheit der Marktteilnehmer über die weitere Ausgestaltung der Regulierungsvorhaben. Dies könnte auch im Prognosezeitraum dämpfende Auswirkungen auf die Geschäftsaktivität der Kunden der Gruppe haben.

Das Unternehmen hat daher im Rahmen seiner Budgetplanung verschiedene mögliche Szenarien für die Ertragslage 2013 entwickelt. Sollten sich das Kapitalmarktumfeld und das Investorenvertrauen nicht verbessern und sollten die Märkte weiterhin von Unsicherheit hinsichtlich der Entwicklung der Weltwirtschaft und der weiteren Lage in der Eurozone geprägt sein, würde sich die Geschäftsaktivität auf einem Niveau bewegen, das mit dem des zweiten Halbjahres 2012 vergleichbar ist. Für das Gesamtjahr 2013 würde dies Nettoerlöse in einer Größenordnung von rund 1,8 Mrd. € bedeuten, ein möglicher Rückgang von rund 7 Prozent gegenüber 2012. Sollten sich das Kapitalmarktumfeld, das Investorenvertrauen und die Lage der südeuropäischen EU-Mitgliedsstaaten 2013 deutlich verbessern, würde das Unternehmen einen moderaten Anstieg der Nettoerlöse gegenüber dem Vorjahr auf über 2,0 Mrd. € erwarten. Der Szenarioansatz bei der Prognose der Nettoerlöse ist maßgeblich bedingt durch die kurz- bis mittelfristig überwiegenden zyklischen Einflussfaktoren, deren Auswirkungen auf die Geschäftsaktivität das Unternehmen nicht steuern kann.

Hinsichtlich der Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft rechnet das Unternehmen im Prognosezeitraum mit keiner grundsätzlichen Änderung der Zinspolitik in Europa und den USA. Da die für die Gruppe relevanten Marktzinsen im Jahresverlauf 2012 gesunken sind, erwartet die Gesellschaft 2013 einen Rückgang der Nettozinserträge.

Sollten sich die Rahmenbedingungen wider Erwarten noch schlechter entwickeln als eingangs beschrieben bzw. sich noch stärker auf die Kunden der Gruppe auswirken, sieht sich das Unternehmen aufgrund seines integrierten Geschäftsmodells sowie der bereits durchgeführten und im Folgenden beschriebenen weiteren Kostensenkungsmaßnahmen weiterhin in einer guten Lage, sein Geschäft profitabel zu betreiben.

Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, das erfolgreiche Management der operativen Kosten der letzten Jahre im Prognosezeitraum konsequent fortzusetzen. Im Februar 2013 hat der Konzern bekannt gegeben, die operative Effizienz durch Einsparungen bei den Personal- und Sachkosten im Umfang von jährlich 70 Mio. € weiter zu steigern. Die Effizienzverbesserungen sollen erstmals im Jahr 2016 voll wirksam werden. Zur Umsetzung der Maßnahmen erwartet die Gesellschaft Implementierungskosten in einer Größenordnung von 90 bis 120 Mio. €, wovon voraussichtlich der größte Teil in Form von Rückstellungen bereits 2013 ergebniswirksam erfasst werden wird. Mit den zusätzlichen Einsparungen soll frühzeitig der über den Prognosezeitraum hinaus erwartete inflationsbedingte Kostenanstieg kompensiert werden. Zugleich sichert die Gruppe damit die notwendigen Freiräume zur Fortführung der Wachstums- und Infrastrukturinvestitionen, mit denen sie Chancen aus den strukturellen und regulatorischen Veränderungen an den Finanzmärkten sowie Potenziale in Wachstumsmärkten wie Asien nutzen will. Zudem stellt sich das Unternehmen damit auf die sich verändernden Kundenbedürfnisse ein. Insbesondere aufgrund der verstärkten Investitionen erwartet das Unternehmen beginnend mit 2013 insgesamt einen moderaten Anstieg der operativen Kosten im Prognosezeitraum und darüber hinaus (bereinigt um Sondereffekte wie Effizienzprogramme).

Hinsichtlich des operativen Ergebnisses würde das Szenario der rückläufigen Nettoerlöse zu einem um Sondereffekte bereinigten EBIT in einer Größenordnung von rund 0,8 Mrd. € führen. In dem Szenario der moderat steigenden Nettoerlöse würde das bereinigte EBIT aufgrund der leicht steigenden operativen Kosten wie bereits 2012 bei rund 1,0 Mrd. € liegen.

Für den Prognosezeitraum erwartet die Gruppe eine gegenüber dem Berichtsjahr unveränderte Steuerquote von rund 26 Prozent, bereinigt um Sondereffekte.

Der Konzern-Jahresüberschuss würde im Szenario der rückläufigen Nettoerlöse bei rund 0,5 Mrd. € und im Szenario der moderat steigenden Nettoerlöse bei rund 0,7 Mrd. € liegen, jeweils um Sondereffekte bereinigt. Die 2012 begonnene Refinanzierung der langfristigen Finanzverbindlichkeiten wird sich positiv auf den Konzern-Jahresüberschuss auswirken, da die Zinsaufwendungen für die Gruppe aufgrund des niedrigeren Zinsniveaus reduziert werden können.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses zusammengefassten Lageberichts rechnet das Unternehmen bei den operativen Kosten mit rund 90 Mio. € Sondereffekten, maßgeblich im Zusammenhang mit Kosten für Effizienzmaßnahmen. Zudem könnten sich im Prognosezeitraum zusätzliche Kosten in Verbindung mit der laufenden Untersuchung der OFAC (für Details siehe den Risikobericht) und möglichen Konsolidierungseffekten ergeben.

Auch für die Muttergesellschaft Deutsche Börse AG wurden in der Planung die oben genannten Szenarien berücksichtigt. Demnach rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr 2013 mit Nettoerlösen zwischen 1,1 Mrd. € und 1,2 Mrd. € und in beiden Szenarien mit einem um Sondereffekte bereinigten Jahresüberschuss von 0,5 Mrd. €.

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Segment Xetra

Im Kassamarktsegment Xetra werden die Nettoerlöse auch künftig von der Entwicklung der Aktienmärkte, deren Volatilität sowie von strukturellen, aber auch zyklischen Veränderungen im Handelsgeschehen abhängen. Das Jahr 2012 war weitgehend von einer deutlichen Zurückhaltung der Marktteilnehmer aufgrund des makroökonomischen Umfelds geprägt. Für nachhaltiges Wachstum wäre eine deutliche Verbesserung des Investorenvertrauens erforderlich. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts ist dies allerdings nur ansatzweise absehbar.

Neben der Weiterentwicklung des Kassamarktes wird das Unternehmen auch künftig aufmerksam Veränderungen im wettbewerblichen Umfeld der europäischen Kassamärkte verfolgen. Das Unternehmen sieht sich nach wie vor gut positioniert, um Marktführer im Handel deutscher Bluechip-Aktien zu bleiben und den Kunden weltweit ein attraktives Spektrum von Produkten und Services für den Kassahandel in deutschen und europäischen Aktien sowie das Aktienclearing anzubieten. Wegen des gestiegenen Wettbewerbs im Kassamarkt ist jedoch nicht auszuschließen, dass sich die Marktanteile aller Wettbewerber weiter verschieben werden.

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Segment Eurex

Im zurückliegenden Jahr haben die beschriebenen zyklischen Einflussfaktoren zu einem deutlichen Rückgang der Handelsvolumina geführt. Die Gruppe Deutsche Börse geht aber weiterhin davon aus, dass strukturelle Wachstumsfaktoren langfristig dominieren und das Handelsvolumen in allen Produktsegmenten positiv beeinflussen werden. Die strukturellen Wachstumstreiber stellen sich wie folgt dar:

  • Traditionelle Investmentfonds setzen als Folge der europäischen Rechts- und Verwaltungsvorschriften, die sich auf bestimmte Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren beziehen (OGAW III), zunehmend auch Derivate in ihren Portfoliostrategien ein.
  • Aufgrund der hohen Bedeutung des Risikomanagements werden verstärkt auch außerbörslich getätigte Geschäfte zur Verrechnung auf Eurex Clearing verlagert, um durch ein zentrales Clearing das Kontrahentenrisiko zu eliminieren.
  • Die Nachfrage nach Eurex-Produkten von Investoren und Handelshäusern aus dem außereuropäischen Ausland wie Asien wächst.


Im Prognosezeitraum wird Eurex weiter verstärkt in die Weiterentwicklung der Technologie und des Produktangebots investieren. Der Schwerpunkt der Investitionen liegt auf dem Ausbau des Risikomanagements. Beispielsweise plant das Segment Eurex den weiteren Ausbau des portfoliobasierten Risikomanagements, das Kunden die Möglichkeit bieten wird, börsliches und außerbörsliches (OTC-) Geschäft gegeneinander aufzurechnen. Diese Neuerung ist u. a. auch Bestandteil der funktionalen Vorbereitungen, um in Zukunft verstärkt Clearingdienstleistungen für außerbörslich gehandelte Derivate anbieten zu können. Mittel- bis langfristig erwartet das Unternehmen aus dieser Initiative zusätzliche Nettoerlöse in bedeutendem Umfang. Da die regulatorischen Anforderungen, außerbörsliche Derivategeschäfte über einen zentralen Kontrahenten zu verrechnen, wahrscheinlich endgültig erst 2014 in Kraft treten, wird für 2013 nur ein geringer zusätzlicher Nettoerlösbeitrag erwartet.

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Segment Clearstream

Das Segment Clearstream erzielt seine Nettoerlöse in erster Linie mit der Abwicklung und Verwahrung internationaler Anleihen – einem Geschäft, das im Vergleich zum Handelsgeschäft weitaus stabiler ist und weniger den Schwankungen an den Kapitalmärkten unterliegt. Die Deutsche Börse erwartet auch künftig einen stärkeren Anstieg der Volumina der international begebenen Anleihen verglichen mit national begebenen festverzinslichen Wertpapieren. Zudem erwartet die Gruppe vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen und des Verlusts von Vertrauen zwischen den Marktteilnehmern einen Anstieg der Nachfrage nach Dienstleistungen für das Sicherheiten- und Liquiditätsmanagement. In Ergänzung zu bereits erfolgreich im Markt platzierten Produkten wie GC Pooling, dem gemeinsam von Clearstream, Eurex Clearing und Eurex Repo betriebenen besicherten Geldmarkt, baut Clearstream zudem ihr internationales Angebot im Rahmen des Angebots „Global Liquidity Hub“ weiter aus: Nachdem bereits 2011 der brasilianische Zentralverwahrer Cetip angebunden wurde, sind für den Prognosezeitraum weitere Anbindungen geplant, u. a. der Anbieter in Australien und Südafrika. Mittel- bis langfristig erwartet das Unternehmen aus dieser Initiative zusätzliche Nettoerlöse in bedeutendem Umfang. Da die verschiedenen Anbieter aber erst sukzessive angebunden werden können, wird für 2013 nur ein geringer zusätzlicher Nettoerlösbeitrag erwartet.

In Bezug auf die Kundenstruktur geht das Unternehmen weiterhin davon aus, dass sich die Konsolidierung in der Finanzbranche fortsetzen wird und sich Kunden im nationalen und internationalen Geschäft von Clearstream zusammenschließen werden. Die dann größeren Kunden würden von höheren Rabatten profitieren, was zu einem Rückgang der durchschnittlichen Entgelte führen könnte. Die Deutsche Börse steht im Bereich der Abwicklung und Verwahrung von internationalen Anleihen in einem besonders intensiven Wettbewerb, rechnet für den Prognosezeitraum aber nicht mit größeren Auswirkungen des Wettbewerbs auf ihre Nettoerlöse bzw. einem Verlust von Marktanteilen.

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Segment Information Technology und Market Data & Analytics

Seit dem 1. Januar 2013 werden die Bereiche Information Technology (IT) und Market Data & Analytics sowie ausgewählte externe IT-Dienstleistungen in einem eigenen Berichtssegment zusammengefasst. Ziel des neuen Segments ist der beschleunigte Ausbau der Technologieführerschaft und der Expertise im Marktdatenbereich, indem alle entsprechenden Kräfte im Unternehmen in einer eigenen, marktorientierten Geschäftseinheit zusammengeführt wurden. Diese soll unter einheitlicher Führung und eigener Ergebnisverantwortung mittel- bis langfristig ungehobene Wachstumspotenziale eröffnen.

Im Prognosezeitraum rechnet das Unternehmen mit Stabilität bei den im neuen Segment zusammengefassten externen IT-Nettoerlösen. Die Nettoerlöse im Bereich Market Data & Analytics hängen zum größten Teil von der Nachfrage nach Marktdaten im Finanzsektor ab. Das Unternehmen erwartet in diesem Geschäftsbereich für den Prognosezeitraum ein weiterhin schwieriges Umfeld. Das Segment strebt aber in allen Bereichen eine kontinuierliche Erweiterung der Produktpalette um neue Datenangebote an, um diese zyklischen Einflussfaktoren zu kompensieren.

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Weiterentwicklung der Preismodelle

Für den Prognosezeitraum rechnet die Deutsche Börse mit anhaltendem Preisdruck in einigen ihrer Geschäftsbereiche. Das Ziel des Unternehmens ist dabei, den Preisdruck über die kontinuierliche Verbesserung der Produkte und Dienstleistungen sowie über selektive Anreize für preiselastisches Geschäft abzufedern.

Langfristig gesehen ist weiterhin damit zu rechnen, dass die durchschnittlichen Nettoerlöse pro relevanter Einheit in allen Bereichen der Gruppe zurückgehen. Dies resultiert aus den gestaffelten Preismodellen, die bei einem Wachstum der Geschäftsaktivität der Kunden dazu führen, dass der Ertrag pro Einheit zurückgeht.

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