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Deutsche Börse Photography Prize

Der Deutsche Börse Photography Prize ist eine internationale Auszeichnung für zeitgenössische Fotografie. Der mit 30.000 GBP dotierte Preis wird jedes Jahr an einen zeitgenössischen Fotokünstler beliebiger Nationalität vergeben, der im Vorjahr einen bedeutenden Beitrag zur Fotografie in Europa geleistet hat (in Form einer Ausstellung oder Publikation).

Der Photography Prize wurde 1996 von der Photographers’ Gallery ins Leben gerufen. Die Gruppe Deutsche Börse ist seit 2005 Titelsponsor des Deutsche Börse Photography Prize, der heute zu den renommiertesten internationalen Kunstpreisen zählt. Für diese Kooperation wurden die Photographers' Gallery und die Deutsche Börse 2008 für den Arts & Business International Award nominiert.

 

Deutsche Börse Photography Prize 2013

Die vier Finalisten für den Deutsche Börse Photography Prize 2013 sind: Adam Broomberg & Oliver Chanarin, Mishka Henner, Chris Killip und Cristina De Middel.

Die Arbeiten der vier nominierten Künstler werden in einer Ausstellung in der Photographer's Gallery im Frühjahr 2013 gezeigt. Im Anschluss sind sie in The Cube, Konzernzentrale der Gruppe Deutsche Börse in Frankfurt/Eschborn, und anschließend bei C/O Berlin zu sehen.

Die Jury

Die Kandidaten des Deutsche Börse Photography Prize werden von der „Academy“, einer Gruppe von über hundert internationalen Fotografieexperten, nominiert. Die Academy-Mitglieder benennen jeweils einen zeitgenössischen Fotografen beliebiger Nationalität. Eine jedes Jahr neu besetze, internationale Jury bestimmt vier der nominierten Fotografen zu Finalisten, aus denen sie später den Gewinner ermittelt.

Die Mitglieder der Deutsche Börse Photography Prize-Jury 2013 sind der Künstler Joan Fontcuberta; Andrea Holzherr, Aussstellungsmanagerin, Magnum; Karol Hordziej, Künstlerischer Leiter des Photomonth in Krakau und Anne-Marie Beckmann, Kuratorin der Art Collection Deutsche Börse, Deutschland. Brett Rogers, die Direktorin der Photographers’ Gallery, führt den Vorsitz (ohne Stimmabgabe).

Die folgenden Künstler wurden nominiert:

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Adam Broomberg (geb. 1970, Südafrika) & Oliver Chanarin (geb. 1971, Großbritannien) wurden für ihre Publikation War Primer 2 (2012, MACK) nominiert. Das limitierte Edionsbuch reproduziert Seiten von Bertholt Brechts Kriegsfibel (1955). In dessen ursprünglicher Version stellte dieser Zeitungsausschnitte aus dem zweiten Weltkrieg kurzen Gedichten gegenüber, welche Pressebilder entmystifizieren sollten, die er als „Hieroglyphen“ bezeichnete. In War Primer 2 konzentrieren sich Broomberg & Chanarin auf den Krieg gegen den Terror. Sie durchsuchten das Internet nach Bildschirmfotos und Aufnahmen von Mobiltelefonen in niedriger Auflösung und kombinierten diese mit den Gedichten Brechts. Durch diese Überlagerung von Fotografiegeschichte bieten Broomberg & Chanarin Kritik an Bildern aktueller Konflikte und deren Ausbreitung - ein Thema, das seit 15 Jahren im Zentrum ihrer Arbeit steht.

Abbildung: Adam Broomberg and Oliver Chanarin, Plate 26, George Bush serves a Thanksgiving turkey to
US troops stationed in Baghdad in 2003, 2011; (photo Tim Sloan), Work on paper, 24cm x 29cm, 2011

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Mishka Henner (geb. 1976, Großbritannien) wurde für seine Ausstellung „No Man’s Land“ im Rahmen des Fotografia Festival Internazionale di Roma Museum of Contemporary Art in Rom (20. September bis 28 Oktober 2012) nominiert. In seiner Ausstellung erkundet Henner mit Bildern, die durch Google Street View erzeugt wurden, die Grenzen städtischer und ländlicher Milieus in Europa. Die von Männern in online-Foren mitgeteilten geografischen Aufenthaltsorte von Prostituierten werden von Henner durch den mechanischen Blick der auf Autos montierten Kameras dokumentiert. Seine Arbeiten werfen komplexe Fragen bezüglich der verschwommenen Grenzen zwischen Voyeurismus, Informationsbeschaffung über das Internet und dem Recht auf Privatsphäre auf.

Abbildung: Mishka Hennner, SS98, Cerignola Foggia, Italy, 2012, © Mishka Henner

 

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Chris Killip (geb. 1946, Großbritannien) wurde für seine Austellung What Happened Great Britain 1970 - 1990 im Le Bal, Paris (11. Mai bis 19. August 2012) nominiert. Mit dieser Serie von schwarz-weiß-Bildern dokumentiert Killip die Desintegration des industriellen Großbritannien in Gemeinden der Arbeiterklasse im Norden Englands. Killip taucht in das Leben der von ihm dargestellten Menschen ein und erzählt die persönlichen Geschichten von Männern bei der Arbeit vor dem Hintergrund sozialpolitischer Unruhen.

Abbildung: Chris Killip, Youth on Wall, Jarrow, Tyneside, 1976, © Chris Killip

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Cristina De Middel (geb. 1975, Spanien) wurde für ihre Publikation The Afronauts (2011, Eigenverlag) nominiert. Im Jahr 1964, nach der Erlangung seiner Unabhängigkeit, startete Zambia ein Weltraumprogramm unter der Leitung von Edward Makuka Nkoloso, dem einzigen Mitglied der weithin unbekannten National Academy of Science, Space Research and Philosophy. Das Programm, dessen Ziel es war, die ersten afrikanischen Astronauten auf eine Marsmission zu entsenden, wurde kurze Zeit später aufgelöst und war damit nichts weiter als eine amüsante Anekdote zur Geschichte des Landes. In The Afronauts erschafft De Middel eine subjektive Version der Geschichte, ihrer Mythen und Wahrheiten einbeziehend. Das Buch besteht aus einer Serie konstruierter Farbfotos, die zusammen mit Zeichnungen und Briefreproduktionen das erfundene, fantasievolle Portrait eines nationalen Traums darstellen.

Abbildung: Cristina de Middel, Jambo, from the series The Afronauts, 2012, 30 x 30 cm, © Cristina de Middel

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