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Brexit

Brexit

Am 23. Juni 2016 stimmten die britischen Bürger für den Austritt des Landes aus der Europäischen Union. Am 29. März 2017 setzte das Vereinigte Königreich den Europäischen Rat offiziell über dessen Austrittsabsicht in Kenntnis. Mit dieser Ankündigung kam zum ersten Mal Artikel 50 des EU-Vertrags zur Anwendung. Seither wird über die Bedingungen der Trennung zwischen EU und dem Vereinigten Königreich verhandelt, sowie darüber, wie das künftige Verhältnis zwischen den beiden Parteien aussehen wird. Der endgültige Termin für den Austritt aus der EU steht derzeit noch nicht fest.

Konsequenzen

Die Finanzmärkte der EU und des Vereinigten Königreichs sind stark miteinander verknüpft. Der britische Finanzmarkt dient derzeit als „wholesale hub“ für andere Finanzzentren der EU und macht fast 80 Prozent der EU-Handelsaktivität in den Finanzmarktsegmenten aus.1)

Zwar gilt während der andauernden Verhandlungsphase für das Vereinigte Königreich weiterhin EU-Recht, allerdings ist derzeit unsicher, welche regulatorischen Rahmenbedingungen nach dem Brexit für Teilnehmer der Finanzmärkte gelten werden. Die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern wird andauern, bis sich herausstellt, unter welchen Bedingungen das Vereinigte Königreich die EU verlässt. Finanzunternehmen mit Sitz im Vereinigten Königreich werden ihre bestehenden EU-Passporting-Rechte zur Ausübung von Geschäften mit EU-27-Kunden nach dem Brexit verlieren, wenn zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU keine Übergangsregelungen eingeführt werden, die diese Rechte aufrechterhalten.

Drittstaatenregelungen in EU-Finanzregularien (z. B. MiFID II/MiFIR, EMIR, CSDR) ermöglichen Firmen, die nicht in der EU ansässig sind, Zugang zu den europäischen Finanzmärkten. Diese sind jedoch kein gleichwertiger Ersatz für das EU-Passporting.

Es ist auch nach dem Brexit und während einer eventuellen Übergangsphase essentiell, dass die EU international wettbewerbsfähig bleibt und gleichzeitig Finanzstabilität sicherstellt. Deregulierung („race to the bottom“) und regulatorische Arbitrage („cherry picking”) müssen daher vermieden werden.

Wir stehen unseren Kunden während des Übergangsprozesses des Brexits als starker Partner zur Seite

Brexit Member Readiness

Updates, Benutzerhandbücher, Präsentationen, Checklisten und der Migrationskalender.

Die Gruppe Deutsche Börse beobachtet und analysiert jeden Schritt des Brexit-Prozesses genau. Darüber hinaus erörtern wir mit unseren Kunden die potentiellen Auswirkungen des Brexits und nehmen an Gesprächen der Branchenverbände teil. Für die Gruppe Deutsche Börse ist es von vorrangigem Interesse, dass der Zugang zu unserer Infrastruktur für unsere im Vereinigten Königreich ansässigen Kunden weiterhin aufrechterhalten wird.

Gleichzeitig unterstützen wir unsere Kunden, die ihre Geschäfte in die EU verlagern wollen. Hierzu haben wir eigens ein Brexit Transition Team eingerichtet, das die Brexit Member Readiness sicherstellt. Um uns selbst vorzubereiten, haben wir zudem das Brexit Readiness-Projekt gestartet, das den Zugang der Gruppe Deutsche Börse zum Markt des Vereinigten Königreichs sicherstellt. Hierzu stehen wir im engen Austausch mit den zuständigen Behörden, um die entsprechenden Autorisierungen in unseren verschiedenen Geschäftsfeldern zu erhalten.

Darüber hinaus hat die Gruppe Deutsche Börse mit dem Partnerschaftsprogramm des zentralen Kontrahenten (CCP) Eurex Clearing eine marktbasierte Alternative zum Clearing von Zinsswaps innerhalb der EU entwickelt. Das Programm wurde in enger Zusammenarbeit mit den Marktteilnehmern (u. a. Handelshäuser, Endkunden und Handelsplattformen) gestaltet. Es wurde bereits um das Repo-Segment erweitert und wird in Zukunft auch weitere Produkte abdecken.

1) Laut FESE European Equity Market Report 2016 fanden rund 54 Prozent des europäischen Aktienhandels im Vereinigten Königreich statt, wo laut der Daten zu OTC-Transaktionen der Bank for International Settlements auch 77 Prozent der in Euro denominierten Transaktionen bedient werden. Rund 78 Prozent des europäischen FX-Handels, 74 Prozent des europäischen Zinsderivate-Handels und 50 Prozent der europäischen Fondsmanagement-Aktivitäten (nach Vermögenswerten) finden im Vereinigten Königreich statt.

Video: Being constructive in times of uncertainty. The Deutsche Börse and the Brexit challenges.

 

Brexit: Die hervorgehobenen Teile der Wertschöpfungskette sind betroffen


Gruppe Deutsche Börse ist gut auf den Brexit vorbereitet

Great Britain

Unsere Geschäftsbereiche haben Lösungen für die Zeit nach dem Austritt. Das wichtigste Ziel der Gruppe Deutsche Börse Gruppe ist und bleibt es, widerstandsfähige und stabile Handels- und Nachhandelsbedingen zu schaffen. Und das gilt unabhängig vom eigentlichen Ergebnis des Brexit-Prozesses.

Studie: Brexit Auswirkungen auf das Investmentbanking in Europa

Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU wird erhebliche Auswirkungen auf die Finanzindustrie haben, da London den derzeit wichtigsten Finanzplatz der Union darstellt. Nach einer aktuellen Studie der Deutschen Bank wird insbesondere das Investmentbanking von den Folgen des Brexits betroffen sein.

Brexit Transition Team: unterstützt unsere Kunden in stürmischen Zeiten

London

Die Gruppe Deutsche Börse hat ein eigenes „Brexit Transition Team“ eingerichtet, das sich zum Ziel gesetzt hat, unsere Kunden bei der Umsetzung ihrer Brexit-Strategie zu unterstützen und einen reibungslosen Übergang in eine Welt nach dem Brexit zu gewährleisten.

Der Brexit und die Auswirkungen auf die Finanzmärkte

Der Brexit-Prozess, der Zeitplan und die Auswirkungen [auf Englisch].