Marktdaten

Marktdaten – Bedeutung für den Finanzmarkt und die WirtschaftWie sie entstehen und wozu sie dienen

Artificial Intelligence
Wir leben in einem Datenzeitalter. Diese Entwicklung macht auch vor dem Finanzmarkt nicht halt. Im Gegenteil: Täglich werden von Börsen Milliarden an Informationen bereitgestellt. Allein die Gruppe Deutsche Börse stellt jeden Tag weltweit bis zu vier Milliarden Informationen in Echtzeit zur Verfügung – Tendenz steigend. Wichtig ist für die Abnehmer vor allem die hohe Qualität und Verlässlichkeit dieser Marktdaten.

Aber was sind Marktdaten eigentlich, wie entstehen sie und warum und für wen sind Marktdaten wichtig?

Was sind Marktdaten?

Was Marktdaten sind, gibt ein einheitlicher gesetzlicher Rahmen in der EU vor: Handelsplätze wie z.B. Börsen veröffentlichen während ihrer Handelszeiten fortlaufend aktuelle sog. Geld- und Briefkurse für Finanzinstrumente und zeigen an, wie viele Stück zu diesen Preisen auf ihrem Handelsplatz verfügbar sind (sog. Vorhandelsdaten). Nach einem Handelsabschluss werden zudem der ausgeführte Preis, das Volumen und der Zeitpunkt des Geschäfts veröffentlicht (sog. Nachhandelsdaten).

Wie Marktdaten entstehen – der Produktionsprozess

Der Entstehung der jeweiligen Marktdaten geht ein aufwändiger Prozess voraus, der von Börsen organisiert, betrieben und überwacht wird. Denn eine der Kernfunktionen von Börsen ist die organisierte und transparente Preisbildung.

Regulierte Märkte bieten ein attraktives, sicheres und liquides Handelsumfeld, bei dem Fairness und Transparenz im Vordergrund stehen. Börsenhandel und Börsendaten sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Handel und Daten entstehen auf derselben technischen Infrastruktur, dem Handelssystem der Börse. Damit werden Marktdaten als ein sog. „joint product“ generiert und lassen sich nicht von der Handelsausführung trennen. Denn jeder Handelsabschluss enthält u. a. Aussagen über Preis, Zeitpunkt und Volumen des Geschäfts. Ohne Handel keine Daten – ohne Daten kein Handel. Viele andere Märkte, von Bitcoin bis zu Gebrauchtwagenmärkten, besitzen keine vergleichbaren Strukturen und sind daher in der Regel weit weniger transparent und fair.

Börsen investieren fortlaufend in zuverlässige, effiziente und überwachte Handelssysteme. Dies gewährleistet, dass Handelsteilnehmer nicht benachteiligt werden, die Manipulation von Preisen unterbunden wird und technische Fehler entdeckt und behoben werden können. Regulierter Handel erzeugt wiederum zuverlässige, hochqualitative Daten. Das Vertrauen in die Qualität von Marktdaten, genauer in die Transparenz, Fairness und Integrität ihrer Erzeugung auf einer Börse, macht ihren Wert aus. Es ist zugleich die Grundlage für ihre umfängliche Rolle im Wirtschaftsleben.

Copyright: Deutsche Börse AG

Der Wert von zuverlässigen Daten

Aus der Verknüpfung einzelner Daten entstehen Informationen; verbunden mit Bewertungen, ökonomischen Interessen und Erfahrungen entsteht daraus Wissen. Wissen wiederum ermöglicht es uns, dass wir bei unseren Entscheidungen nicht raten müssen, sondern Gründe dafür anführen können, warum wir eine bestimmte Wahl treffen oder nicht. Der Nutzwert der Daten steigt dabei immer weiter an: vom reinen Sammeln von Daten über die Verarbeitung zu brauchbarer Information bis hin zu strategischen Handelsentscheidungen. Entscheidungen kann es aber nur auf Basis von verlässlichen und korrekten Daten geben.

Ohne Marktdaten geht es also an der Börse nicht. Wer an der Börse handelt, wer wissen will, was die Wertpapiere im Depot wert sind, wer überwachen will, ob sich alle an die Spielregeln halten – jeder nutzt Daten. Finanzmärkte funktionieren also nur mit verlässlichen und transparenten Informationen. Das Vertrauen in die Entscheidungen, die wir treffen, beruht somit auch auf der Qualität der Daten.

Wer nutzt die Daten?

Börsendaten werden umfänglich und von unterschiedlichen Kundengruppen wie Handelsteilnehmern, Investoren, Indexanbietern und Wettbewerbern genutzt.

An Börsen erzeugte Marktdaten unterstützen und beflügeln einen funktionierenden Handel, Wettbewerb sowie auch die Schaffung von Arbeitsplätzen. Von den zahlreichen Anwendungsfällen hier eine Auswahl mit entsprechenden Hintergrundinformationen:

Bewertung von Unternehmenswerten, Anlagen und Portfolios

Nachdem eine Transaktion durchgeführt wurde, erlauben Marktdaten es, die entsprechende Handelsentscheidung im Nachhinein zu bewerten. Beispielsweise wird nachvollziehbar, ob der Broker, der die Transaktion an einer Börse für einen Anleger ausgeführt hat, diese zu den „bestmöglichen“ Konditionen getätigt hat. So kann ein Anleger vergleichen und entscheiden, bei welchem Anbieter er künftig seine Transaktionen platzieren möchte. Genauso ermöglichen Marktdaten die Bewertung eines gesamten Portfolios oder einzelner Positionen und geben somit Auskunft zur Wirtschaftlichkeit von getätigten Investments oder Risikoprofilen.

Handelsentscheidungen

Wer an der Börse handelt, braucht zuverlässige und qualitativ hochwertige Marktdaten. Schon die einfache Information über den aktuellen Börsenkurs gehört dazu. Vor allem Händler benötigen darüber hinaus Einblick in die vorhandenen Volumina, also wie viel Stücke zum gegenwärtigen Zeitpunkt und Preis handelbar sind. In die Handelsentscheidungen fließen darüber hinaus auch oft noch weitere Informationen ein, etwa aktuelle Nachrichten, Geschäftszahlen des Unternehmens, makroökonomische Größen (wie aktuelle Konjunkturdaten) oder der Kursverlauf der letzten Tage, Wochen und Monate (sog. historische Daten). Händler treffen auf dieser Datengrundlage ihre Handelsentscheidungen. Da aber nicht alle Anleger die gleichen Daten benötigen, gibt es verschiedene Datenprodukte von der Börse, die sich hinsichtlich Datentiefe und Inhalt unterscheiden. Auch Privatanleger können diese Daten beziehen.

Marktüberwachung

Börsen stellen durch ihre Handelsüberwachung und Marktsteuerung sicher, dass Preise ordnungsgemäß festgestellt werden und Marktmanipulation verhindert wird. Marktdaten weisen auch deshalb eine besondere Qualität auf, weil „Marktpflegetätigkeiten“ vorgenommen werden, die auch dem Preisbildungsprozess zu Gute kommen.

Passive Anlagestrategien

Passive Anlagestrategien basierend auf Exchange Traded Funds (ETFs) nehmen einen immer bedeutenderen Anteil am Gesamtinvestitionsvolumen ein. ETFs bauen in der Regel auf Indizes auf. Um Indizes zu entwickeln und zu strukturieren, benötigen Index-Administratoren wiederum u. a. zuverlässige und korrekte Börsendaten.

 

Eine Vielzahl an Handelsplätzen stellt den Wettbewerb sicher

An Börsen erzeugte Marktdaten sind ein wesentlicher Teil einer langen Wertschöpfungskette und werden teilweise direkt, teilweise indirekt für neue Geschäftsmodelle genutzt: dazu gehören alternative Handelsplätze (die keinen eigenen Preisbildungsprozess haben, sondern vielmehr Börsenpreise als Referenz verwenden), Indexanbieter, Vendoren und Anbieter von Risikomodellen. Sie profitieren von diesen werthaltigen Daten. Damit führen die Marktdaten nicht nur zu mehr Transparenz, sondern auch zu Produktinnovation, mehr Wettbewerb und Auswahlmöglichkeiten für Marktteilnehmer.

Einheitlicher europäischer Rechtsrahmen

Marktdaten sowie ihre Produktion und Veröffentlichung durch Börsen unterliegen einem gesetzlichen Rahmen und der Überwachung durch Aufsichtsbehörden. Dies wird in der EU einheitlich nach der europäischen Finanzmarktregulierung MiFID II/MiFIR geregelt.

Ein maßgebliches Ziel dieser Regelungen ist es, die Transparenz der Finanzmärkte und Wettbewerb zu fördern. Börsen übernehmen demnach eine wichtige Rolle im Preisbildungsprozess und damit für das ordnungsgemäße Funktionieren des Marktes.

Marktdaten-Services der Gruppe Deutsche Börse

Zum Angebot gehören u. a. folgende Datenprodukte:

  • Marktdaten in Echtzeit
  • 15 Minuten verzögerte Daten
  • Historische Daten
  • Signale aus dem Kassa- und Terminmarkt

Die Gruppe Deutsche Börse – we make markets work

Die Gruppe Deutsche Börse ist eine der größten Börsenorganisationen der Welt. Sie betreibt integre, transparente und sichere Märkte für Investoren, die Kapital anlegen, und für Unternehmen, die Kapital aufnehmen wollen. An diesen Märkten kaufen und verkaufen institutionelle Händler Aktien, Derivate und andere Finanzinstrumente nach klaren Regeln und unter strenger Aufsicht.

Heute ist die Gruppe Deutsche Börse mehr als nur ein Handelsplatz oder eine Börse – sie ist ein Finanzmarktinfrastrukturanbieter. Denn mit ihren Produkten und Dienstleistungen deckt sie die gesamte Prozesskette im Finanzgeschäft ab – ihre Geschäftsfelder reichen von Angeboten im vorbörslichen Marktumfeld und der Wertpapierzulassung über den Handel, die Verrechnung und Abwicklung bis hin zur Verwahrung von Wertpapieren und anderen Finanzinstrumenten sowie Sicherheitenmanagement. Darüber hinaus bietet sie weltweit IT-Services, Indizes und Marktdaten.

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