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Bericht des Aufsichtsrats

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG hatte in diesem schwierigen und herausfordernden Jahr 2017 drei herausragende Prioritäten. Erstens begleiteten und beaufsichtigten wir den Vorstand bei seinen wichtigen Entscheidungen vor Untersagung der geplanten Fusion mit der London Stock Exchange Group. Dies gilt auch für das staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren gegen den damaligen Vorstandsvorsitzenden Carsten Kengeter. Zweitens überwachten wir die Weiterentwicklung der Wachstumsstrategie der Gruppe Deutsche Börse und sorgten für ihre Umsetzung. Gleichzeitig stellten wir die Fortführung des Tagesgeschäfts durch den Vorstand sicher. Drittens sorgten wir nach dem Rücktritt von Carsten Kengeter mit der Bestellung von Dr. Theodor Weimer zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft zügig für eine überzeugende Nachfolge.

Darüber hinaus befassten wir uns im Berichtsjahr intensiv mit der Lage und den Perspektiven des Unternehmens. Dabei nahmen wir die uns nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahr: Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und die Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht. In alle grundlegenden Entscheidungen waren wir eingebunden.

2017 haben wir insgesamt 15 Sitzungen des Plenums abgehalten, davon neun außerordentliche Sitzungen. Zusätzlich fanden ein Strategie- sowie zwei Technologieworkshops statt.

In unseren Sitzungen unterrichtete uns der Vorstand ausführlich, zeitnah und entsprechend den gesetzlichen Vorgaben. Themen waren der Gang der Geschäfte, die Lage von Gesellschaft und Konzern sowie Strategie und Planung des Unternehmens. Dazu gehörte auch die Risikolage, das Risikomanagement und die Compliance. Aufgrund der Berichte des Vorstands sowohl im Plenum als auch in den Ausschüssen befassten wir uns mit allen für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgängen. Durch die enge zeitliche Taktung sowohl der Plenums- als auch der Ausschusssitzungen war der Austausch zwischen Aufsichtsrat und Vorstand sehr eng. Auch in der Zeit zwischen den Sitzungen berichtete der Vorstand schriftlich zu Einzelfragen und erörterte einzelne Themen mündlich mit uns. Der Vorstandsvorsitzende hat den Aufsichtsratsvorsitzenden zudem fortlaufend über die Entwicklung der Geschäftslage, wesentliche Geschäftsvorfälle, anstehende Entscheidungen sowie langfristige Perspektiven informiert und diese mit ihm erörtert.

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat alle nach Gesetz, Satzung oder den Geschäftsordnungen zustimmungspflichtigen Maßnahmen vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat diesen Maßnahmen zugestimmt. Auch im Übrigen hat sich der Aufsichtsrat von der Recht-, Ordnungs- und Zweckmäßigkeit des Handelns des Vorstands überzeugt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen 2017 jeweils an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Plenums und der Ausschüsse, denen sie angehören, teil. Die durchschnittliche Teilnahmequote sämtlicher Mitglieder im Berichtszeitraum lag bei 97 Prozent.

Im Einzelnen nahmen die Aufsichtsratsmitglieder an den Sitzungen wie folgt teil:

Teilnahme der Aufsichtsratsmitglieder an den Sitzungen im Jahr 2017

NameSitzungen (inkl. Ausschüsse)1)Sitzungsteilnahme%
Dr. Joachim Faber2929100
Richard Berliand272696
Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner2929100
Karl-Heinz Flöther252392
Marion Fornoff222091
Hans-Peter Gabe1818100
Craig Heimark1919100
Dr. Monica Mächler2626100
Dr. Erhard Schipporeit2626100
Jutta Stuhlfauth231983
Johannes Witt2525100
Amy Yip292897
Durchschnittliche Teilnahmequote  97

1) Die Teilnahme an Workshops des Aufsichtsrats ist freiwillig. Sie wird deshalb bei der Berechnung der durchschnittlichen Teilnahmequote nicht berücksichtigt.

Die Themen im Aufsichtsratsplenum

Im Berichtsjahr haben wir uns außerordentlich intensiv mit der weiteren strategischen Ausrichtung der Gruppe Deutsche Börse befasst. Eine besondere Rolle nahm dabei die letztlich nicht umsetzbare Fusion mit der London Stock Exchange Group plc (LSEG) ein. Hohe Aufmerksamkeit forderte zudem das von der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen den damaligen Vorstandsvorsitzenden Carsten Kengeter eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das Insiderhandelsverbot und einer angeblich unterlassenen Ad-hoc-Mitteilung. Die Zustimmung zum Beschluss des Vorstands, den von der Staatsanwaltschaft zur Einstellung des Verfahrens in Aussicht gestellten Bußgeldbescheid zu akzeptieren, gehörte zu den schwierigsten Entscheidungen, die dieser Aufsichtsrat zu fällen hatte. Nach intensiver Diskussion und ausführlicher Abwägung der Vor- und Nachteile für das Wohl der Gesellschaft haben wir zugestimmt.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Tätigkeit des Aufsichtsrats lag 2017 zudem in der Begleitung der weiteren Maßnahmen zur Umsetzung der Wachstumsstrategie. Zahlreiche Großprojekte wurden abgeschlossen, neue vorangetrieben und Akquisitionsprojekte fortgeführt. Ein weiteres wichtiges Thema war die Effizienz, Angemessenheit und Wirksamkeit der internen Kontrollsysteme. Wir beschäftigten uns auch mit den grundlegenden Änderungen in der Finanzmarktregulierung. Ferner befassten wir uns mit den Themen Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Blockchain und Big Data.

Wir haben uns darüber hinaus intensiv mit der Nachfolgeplanung für Aufsichtsrat und Vorstand befasst. Dabei ist es uns insbesondere durch die Bestellung von Dr. Theodor Weimer zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft gelungen, einen geordneten Führungswechsel sicherzustellen.

Außerdem informierte uns der Vorstand regelmäßig über die Entwicklung des Aktienkurses der Deutsche Börse AG und ihrer Wettbewerber. Ferner berichtete er uns über die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage der Deutsche Börse AG, deren Beteiligungsgesellschaften sowie der Gruppe insgesamt. Im Einzelnen standen in unseren Plenumssitzungen im Berichtszeitraum folgende Themen im Vordergrund:

Unsere erste außerordentliche Sitzung im Berichtsjahr fand am 6. Februar 2017 statt. Wir erörterten den aktuellen Stand des EU-Fusionskontrollverfahrens im Rahmen des beabsichtigten Zusammenschlusses mit der LSEG. Wir befassten uns auch sorgfältig mit der Eröffnung des Ermittlungsverfahrens durch die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen Carsten Kengeter. Nach ausführlichen Gesprächen mit externen Sachverständigen sowie der Analyse der Abläufe im Jahr 2015 sprachen wir Herrn Kengeter auf Basis der zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Informationen unser volles Vertrauen aus. Wir beschlossen zudem die Beauftragung einer unabhängigen Rechtsanwaltskanzlei mit der Beratung des Aufsichtsrats.

In unserer ordentlichen Sitzung am 15. Februar 2017 befassten wir uns mit dem vorläufigen Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 sowie dem Dividendenvorschlag des Vorstands für 2016. Zudem beschlossen wir nach eingehender Erörterung die Höhe der variablen Vergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016. Der Vorstand stellte uns mögliche Abhilfemaßnahmen und seine Strategie zur Erlangung aufsichtsrechtlicher Genehmigungen für den beabsichtigten Zusammenschluss mit der LSEG vor. Diese billigten wir durch Beschluss. Wir befassten uns ausführlich mit der aktuellen Sach- und Rechtslage des Ermittlungsverfahrens gegen Carsten Kengeter. Außerdem beschlossen wir den Corporate Governance-Bericht und die Erklärung zur Unternehmensführung für 2016. Gleichzeitig verabschiedeten wir Maßnahmen zur weiteren Steigerung der Effizienz unserer Arbeit.

In der außerordentlichen Sitzung am 21. Februar 2017 befassten wir uns erneut mit dem EU-Fusionskontrollverfahren zum beabsichtigten Zusammenschluss mit der LSEG. Der Vorstand informierte uns über mögliche weitere Abhilfemaßnahmen und seine Strategie, um den wettbewerbsrechtlichen Bedenken der EU-Kommission zu begegnen.

In der außerordentlichen Sitzung am 27. Februar 2017 berichtete uns der Vorstand sodann über den Beschluss der LSEG, eine weitere von der EU-Kommission geforderte Abhilfemaßnahme nicht zuzusagen. Diese hatte zur Genehmigung des Fusionsvorhabens die Veräußerung der Mehrheitsbeteiligung der LSEG an der MTS S.p.A. verlangt.

Im Technologieworkshop am 10. März 2017 beschäftigten wir uns intensiv mit dem Thema Digitalisierung und den hieraus resultierenden Perspektiven für die Gruppe Deutsche Börse.

In der ordentlichen Sitzung am 10. März 2017 befassten wir uns in Anwesenheit des Abschlussprüfers mit dem Jahresabschluss der Gesellschaft sowie dem Konzernabschluss 2016. Wir erörterten zudem den Vergütungsbericht. Mit der Billigung von Jahres- und Konzernabschluss 2016 folgten wir nach eingehender eigener Prüfung der Empfehlung des Prüfungsausschusses. Dieser hatte die Unterlagen zuvor bereits einer intensiven vorbereitenden Prüfung unterzogen. Außerdem beschlossen wir den Bericht des Aufsichtsrats für 2016 und die Tagesordnung für die Hauptversammlung 2017. Wir befassten uns erneut mit der anstehenden Entscheidung der Europäischen Kommission über die Genehmigungsfähigkeit des beabsichtigten Zusammenschlusses mit der LSEG. Wir erörterten die Nachfolgeplanung im Vorstand und im oberen Führungskreis der Gesellschaft. Außerdem beschlossen wir, Gregor Pottmeyer mit Wirkung zum 1. Oktober 2017 für fünf Jahre erneut zum Vorstandsmitglied zu bestellen. Mit Unterstützung unseres externen Rechtsberaters befassten wir uns zudem mit der Sach- und Rechtslage des Ermittlungsverfahrens gegen Carsten Kengeter.

Im Strategieworkshop am 26. April 2017 informierte uns der Vorstand ausführlich über den Stand der Umsetzung der Wachstumsstrategie. Wir befassten uns ferner mit wesentlichen Branchentrends, politischen Entwicklungen, der Positionierung der Gruppe im Wettbewerb sowie organischen und anorganischen Wachstumsmöglichkeiten.

In der ordentlichen Sitzung am 17. Mai 2017 erörterten wir mit dem Vorstand die bevorstehende Hauptversammlung.

In der außerordentlichen Sitzung am 24. Mai 2017 befassten wir uns erneut mit dem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren. Der Vorstand berichtete uns ausführlich über den Sach- und Rechtsstand sowie die voraussichtlichen weiteren Schritte. Wir erörterten diese sowie unsere Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit der Angelegenheit mit Unterstützung unseres externen Rechtsberaters.

In der ordentlichen Sitzung am 21. Juni 2017 beschäftigten wir uns mit Fragen zum Risikomanagement, zur Informationssicherheit und zum internen Kontroll- und Revisionssystem der Gruppe Deutsche Börse. Ferner erörterten wir die Strategie der Eurex Clearing AG, dem Clearinghaus der Gruppe, im Bereich börslich und außerbörslich gehandelter Derivate. Weitere Themen waren die Reorganisation des Bereichs Informationstechnologie und die Unternehmensstrategie in Bezug auf das Kundenmanagement. Wir fassten Beschluss über die Mindestziele für den Frauenanteil in Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft. Mit Unterstützung unseres externen Rechtsberaters erörterten wir erneut ausführlich das Ermittlungsverfahren gegen Carsten Kengeter.

Auch am 26. Juli 2017 und 22. August 2017 hatten alle Aufsichtsratsmitglieder erneut die Möglichkeit, Fragen zur Sach- und Rechtslage des Ermittlungsverfahrens ausführlich und umfassend mit unserem Rechtsberater zu erörtern.

In der außerordentlichen Sitzung am 29. August 2017 diskutierten wir eine anorganische Wachstumsmöglichkeit im Bereich Marktdaten, Indizes und Analytics.

In einer weiteren außerordentlichen Sitzung am 7. September 2017 war der Bericht des Vorstands zu den Kontroll- und Risikofunktionen der Gruppe Thema. Wir erörterten insbesondere die Ergebnisse eines unabhängigen externen Prüfers zur Einhaltung der Vorgaben der Marktmissbrauchsverordnung im Rahmen der unternehmensinternen Prozesse. Wir berieten zudem erneut ausführlich zum Stand der Sach- und Rechtslage im Ermittlungsverfahren gegen Carsten Kengeter.

In der außerordentlichen Sitzung am 13. September 2017 berichtete uns der Vorstand, dass er in Bezug auf das Ermittlungsverfahren beabsichtige, einen von der Staatsanwaltschaft in Aussicht gestellten Bußgeldbescheid zu akzeptieren. Wir erörterten das Thema umfassend mit dem Vorstand sowie den Rechtsberatern der Gesellschaft und des Aufsichtsrats. Nach ausführlicher Prüfung und Abwägung der Sach- und Rechtslage stimmten wir dem Beschluss des Vorstands zu.

Im Technologieworkshop am 21. September 2017 befassten wir uns intensiv mit dem Thema künstliche Intelligenz. Wir erörterten dabei konkrete Anwendungsmöglichkeiten und deren Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe Deutsche Börse.

In der ordentlichen Sitzung am 21. September 2017 informierte uns der Vorstand über wesentliche Entwicklungen und Maßnahmen im Bereich Compliance. Wir beschäftigten uns ausführlich mit der regulatorischen Strategie der Gruppe Deutsche Börse zur Unterstützung der Wachstumsstrategie. Wir erörterten das CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz und beschlossen die Beauftragung einer externen Prüfung der zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung für das Geschäftsjahr 2017. Wir beschlossen zudem eine Anpassung des Vergütungssystems für die Mitglieder des Vorstands. Danach ist eine Kappungsgrenze für Auszahlungen in Höhe von jährlich 9.500.000 € brutto für Festvergütung, variable Vergütung und betriebliche Altersvorsorge vorgesehen. Im Zusammenhang mit MiFID II beschlossen wir nach ausführlicher Erörterung für den Aufsichtsrat relevante Maßnahmen zur Umsetzung von Corporate Governance-Anforderungen. Zudem erörterten wir die Nachfolgeplanung für den Vorstand.

In der außerordentlichen Sitzung am 26. Oktober 2017 hat uns Carsten Kengeter darüber informiert, mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 als Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG zurücktreten zu wollen. Es solle der Gesellschaft ermöglicht werden, ihre Energie wieder umfassend auf ihre Kunden, das Geschäft und ihr Wachstum zu lenken und nicht weiter Belastungen durch das laufende Ermittlungsverfahren ausgesetzt zu sein. Wir haben den Rücktritt mit großem Bedauern einstimmig akzeptiert und Carsten Kengeter ausnahmslos dafür gedankt, dass er seit 2015 die Gesellschaft neu ausgerichtet und durch die Transformation geführt hat.

In der außerordentlichen Sitzung am 16. November 2017 haben wir Dr. Theodor Weimer zum Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Börse AG bestellt. Dies erfolgte mit Wirkung zum 1. Januar 2018 und für die Dauer von drei Jahren. Zudem bestellten wir Andreas Preuß mit Wirkung zum 1. Juni 2018 erneut zum Mitglied des Vorstands und stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Jeffrey Tessler bestellten wir mit Wirkung zum 1. Januar 2018 erneut zum Mitglied des Vorstands. Beide Wiederbestellungen erfolgten für die Dauer von einem Jahr. Ferner haben wir zur Umsetzung der Anpassungen des Vorstandsvergütungssystems Änderungsvereinbarungen mit Vorstandsmitgliedern und aktualisierte Planbedingungen beschlossen.

In der ordentlichen Sitzung am 5. Dezember 2017 diskutierten und verabschiedeten wir das Budget für 2018. Zudem erörterten wir das Risikomanagement und befassten uns mit der Entwicklung der Beteiligungen der Gruppe Deutsche Börse. Wir verabschiedeten weitere Maßnahmen zur Umsetzung der Corporate Governance-Anforderungen aus MiFID II. Wir erörterten die Ergebnisse unserer Angemessenheitsprüfung der Vorstandsvergütung sowie unserer jährlichen Effizienzprüfung nach Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex. Zudem beschlossen wir die Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz (AktG) für das Geschäftsjahr 2017. Diese ist unter www.deutsche-boerse.com/entsprerklaerung zugänglich.

Arbeit der Ausschüsse

Im Berichtsjahr verfügte der Aufsichtsrat über sechs Ausschüsse. Diese haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für das Plenum vorzubereiten. Soweit gesetzlich zulässig, sind auch einzelne Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen. In den Plenumssitzungen berichten die Ausschussvorsitzenden jeweils ausführlich über die Ausschussarbeit. Der Aufsichtsratsvorsitzende führte den Vorsitz im Personalausschuss, Nominierungsausschuss sowie im Strategieausschuss. Die personelle Zusammensetzung und die Aufgaben der Ausschüsse für 2017 finden sich im Abschnitt „Zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate Governance-Bericht“. Insbesondere wurden folgende Themen in den Ausschüssen bearbeitet:

Prüfungsausschuss (sechs Sitzungen im Berichtsjahr)

  • Finanzthemen, insbesondere Kapitalmanagement und Steuerpositionen
  • Rechnungslegung: Prüfung des Jahresabschlusses der Deutsche Börse AG und des Konzerns, des zusammengefassten Lageberichts und des Prüfungsberichts sowie des Halbjahresfinanzberichts und der Quartalsmitteilungen in Gegenwart des Abschlussprüfers
  • Abschlussprüfer: Einholung der Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers, Prüfauftrag an den Abschlussprüfer und Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers, Vereinbarung des Abschlussprüferhonorars und Festlegung der Prüfungsschwerpunkte, vom Abschlussprüfer erbrachte Nichtprüfungsleistungen, Beauftragung des Abschlussprüfers mit der externen inhaltlichen Prüfung der zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung
  • Interne Kontrollsysteme: Fragen zum Risikomanagement, zur Compliance sowie zum internen Kontroll- und Revisionssystem, Erörterung der angewandten Methoden und Systeme sowie deren Effizienz, Angemessenheit und Wirksamkeit
  • Dividende der Deutsche Börse AG und Budget der Gruppe
  • Erörterung und Festlegung der Aufgaben des Prüfungsausschusses
  • Vorbereitung des Beschlusses des Aufsichtsrats zum Corporate Governance-Bericht und zum Vergütungsbericht sowie zur Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und zur Entsprechenserklärung nach § 161 AktG 
  • Maßnahmen zur Schließung von Prüfungsfeststellungen
  • Beteiligungen der Gruppe Deutsche Börse

Nominierungsausschuss (drei Sitzungen im Berichtsjahr)

  • Vorbereitung der Wahl der Vertreter der Anteilseigner für den Aufsichtsrat durch die ordentliche Hauptversammlung 2018

Personalausschuss (sieben Sitzungen im Berichtsjahr)

  • Vorstandsvergütung: Zielerreichung der Vorstandsmitglieder, Ermittlung der variablen Vorstandsvergütung 2016, Vorbesprechung der individuellen Zielerreichung 2017, Verabschiedung der individuellen Ziele der Mitglieder des Vorstands für das Jahr 2018, Erörterung des Vergütungsberichts, Vorbereitung von Empfehlungen an das Plenum zur Änderung des Verfahrens zur Auszahlung der Tranche 2015 der variablen Aktienvergütung und der Tranche 2016 des Performance Bonus Plans für Mitglieder des Vorstands, Vorbereitung einer Empfehlung an das Plenum zur Anpassung des Vergütungssystems für Mitglieder des Vorstands und insbesondere der Einführung einer Kappungsgrenze, Überprüfung der Angemessenheit der Vorstandsvergütung und des ruhegeldfähigen Einkommens
  • Personalangelegenheiten: Erörterung der Nachfolgeplanung für den Vorstand, Kandidatensuche und -auswahl, Vorbereitung einer Empfehlung an das Plenum zur Wiederbestellung von Gregor Pottmeyer, Andreas Preuß und Jeffrey Tessler zu Mitgliedern des Vorstands sowie von Andreas Preuß zudem zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden, Vorbereitung einer Empfehlung an das Plenum zur Bestellung von Dr. Theodor Weimer zum Mitglied des Vorstands und Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Börse AG

Risikoausschuss (fünf Sitzungen im Berichtsjahr, davon eine gemeinsame Sitzung mit dem Technologieausschuss)

  • Erörterung der quartalsweise vorgelegten Compliance- und Risikomanagement-Berichte
  • Weiterentwicklung der gruppenweiten Compliancefunktion und des Risikomanagements sowie der Harmonisierung der internen Kontrollsysteme
  • Risikostrategie und Risikokultur der Gruppe Deutsche Börse
  • Operative Risiken, Informationssicherheit und betriebliches Kontinuitätsmanagement
  • Management von Kredit- und Produktrisiken
  • Neue regulatorische Anforderungen (v. a. MiFID II/MiFIR und Zentralverwahrerverordnung CSDR)

Strategieausschuss (drei Sitzungen im Berichtsjahr)

  • Strategische Ausrichtung der Gruppe Deutsche Börse und Stand der Umsetzung der Wachstumsstrategie in den einzelnen Geschäftsbereichen
  • Strategiediskussion zu wesentlichen Branchentrends, politischen Entwicklungen, der Positionierung der Gruppe im Wettbewerb und den organischen sowie anorganischen Wachstumsmöglichkeiten (insbesondere im Bereich Marktdaten, Indizes und Analytics)
  • Kosten- und Kapitalmanagement

Technologieausschuss (vier Sitzungen im Berichtsjahr, davon eine gemeinsame Sitzung mit dem Risikoausschuss)

  • Entwicklung und Implementierung der IT-Strategie der Gruppe Deutsche Börse
  • Digitalisierung und Umsetzung damit einhergehender Änderungen hinsichtlich Organisationsstruktur und Unternehmensprozessen
  • Cloud Computing, Cloud-Migrationsstrategien sowie relevante Cloud-Sicherheitsstandards
  • Informationssicherheit, IT-Risikomanagement sowie Quantifizierung von Cyber-Risiken

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Berlin (KPMG) hat den Jahresabschluss der Deutsche Börse AG, ihren Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht (einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung) für das am 31. Dezember 2017 beendete Geschäftsjahr unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der verkürzte Abschluss und der Zwischenlagebericht als Teil des Halbjahresfinanzberichts 2017 wurden einer prüferischen Durchsicht durch KPMG unterzogen. Die Abschlussunterlagen und Berichte von KPMG wurden uns rechtzeitig zur Einsicht und Prüfung ausgehändigt. Die verantwortlichen Wirtschaftsprüfer waren Andreas Dielehner (Partner, KPMG) und Thomas Hommel (Senior Manager, KPMG). Sie haben sowohl an den entsprechenden Sitzungen des Prüfungsausschusses als auch an der Bilanzsitzung des gesamten Aufsichtsrats teilgenommen. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung. Insbesondere erläuterten sie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns und standen für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Die Abschlussprüfer berichteten zudem, dass ihnen keine Erkenntnisse über wesentliche Schwächen des Kontroll- und Risikomanagementsystems v. a. bezogen auf den Rechnungslegungsprozess vorlagen. Die Prüfung hinsichtlich der Beachtung aller relevanten gesetzlichen Vorschriften und regulatorischen Anforderungen blieb ohne Beanstandung. KPMG informierte über die Leistungen, die zusätzlich zu den Abschlussprüferleistungen erbracht wurden. Umstände, die eine Befangenheit der Abschlussprüfer befürchten lassen, lagen nicht vor.

Der Prüfungsausschuss hat die Abschlussunterlagen und die Berichte von KPMG intensiv mit dem Abschlussprüfer erörtert und einer eigenen sorgfältigen Prüfung unterzogen. Er ist zu der Überzeugung gelangt, dass die Berichte insbesondere den gesetzlichen Anforderungen aus §§ 317, 321 HGB genügen. Über die Prüfung hat der Ausschuss dem Aufsichtsrat berichtet und ihm die Billigung von Jahresabschluss und Konzernabschluss empfohlen.

Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung) 2017 im Plenum hatten wir keine Einwendungen. Wir stimmten daher dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss billigten wir in der Sitzung vom 9. März 2018 entsprechend der Empfehlung des Prüfungsausschusses. Damit ist der Jahresabschluss der Deutsche Börse AG festgestellt. Den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns diskutierte der Prüfungsausschuss eingehend mit dem Vorstand. Aspekte der Diskussion waren die Liquidität der Gesellschaft, ihre Finanzplanung sowie die Aktionärsinteressen. Der Prüfungsausschuss hat sich nach dieser Diskussion und eigener Prüfung für den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns ausgesprochen. Auch im Plenum des Aufsichtsrats haben wir uns nach eigener Prüfung dem Vorschlag des Vorstands angeschlossen.

Personalia

In Bezug auf den Vorstand beschlossen wir im Jahr 2017 Folgendes:

  • Mit großem Bedauern akzeptierten wir das Angebot von Carsten Kengeter, mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 als Vorstandsvorsitzender zurückzutreten. Er nahm in schwieriger Zeit wichtige strategische Weichenstellungen für das Unternehmen vor und hat die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt. Dafür dankt der Aufsichtsrat Herrn Kengeter ausnahmslos.
  • Dr. Theodor Weimer bestellten wir mit Wirkung zum 1. Januar 2018 für drei Jahre zum Mitglied des Vorstands und Vorstandsvorsitzenden. Uns ist damit ein nahtloser Übergang an der Spitze des Unternehmens gelungen.
  • Gregor Pottmeyer bestellten wir mit Wirkung zum 1. Oktober 2017 für fünf Jahre erneut zum Mitglied des Vorstands.
  • Wir beschlossen zudem, Andreas Preuß mit Wirkung zum 1. Juni 2018 für ein weiteres Jahr zum Mitglied des Vorstands und stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden zu bestellen. Das Vorstandsmandat von Jeffrey Tessler verlängerten wir ebenfalls mit Wirkung zum 1. Januar 2018 für ein Jahr. Die notwendige Kontinuität in der Vorstandsarbeit ist damit sichergestellt.

Im Aufsichtsrat ergaben sich im Berichtsjahr keine personellen Änderungen.

Umgang mit Interessenkonflikten in Einzelfällen

Im Berichtsjahr traten keine Interessenkonflikte einzelner Aufsichtsratsmitglieder auf.

Wir danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement und die gute geleistete Arbeit im Jahr 2017.

Frankfurt am Main, den 9. März 2018
Für den Aufsichtsrat:

Dr. Joachim Faber
Vorsitzender des Aufsichtsrats

 

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