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Bericht des Aufsichtsrats

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG befasste sich im Berichtsjahr intensiv mit der Lage und den Perspektiven des Unternehmens und nahm dabei die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahr: Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und die Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht; in alle grundlegenden Entscheidungen waren wir eingebunden. Insbesondere hat uns im Jahr 2016 die wichtige strategische Weichenstellung des beabsichtigten Zusammenschlusses der Deutsche Börse AG mit der London Stock Exchange Group plc beschäftigt.

2016 haben wir insgesamt 13 Sitzungen des Plenums abgehalten, davon sieben außerordentliche Sitzungen. Zusätzlich fanden ein Strategieworkshop sowie zwei Technologieworkshops statt.

In unseren Sitzungen unterrichtete uns der Vorstand ausführlich, zeitnah und entsprechend den gesetzlichen Vorgaben – schriftlich und mündlich – über den Gang der Geschäfte, die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance) sowie über die Strategie und Planung des Unternehmens. Wir befassten uns mit sämtlichen für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgängen auf Basis der Berichte des Vorstands im Plenum und in den Aufsichtsratsausschüssen. Durch die enge zeitliche Taktung sowohl der Plenums- als auch der Ausschusssitzungen fand ein reger Austausch zwischen Aufsichtsrat und Vorstand statt. Auch in der Zeit zwischen den Sitzungen berichtete der Vorstand zu Einzelfragen in schriftlicher Form und erörterte einzelne Themen in Gesprächen mit uns. Der Vorstandsvorsitzende hat den Aufsichtsratsvorsitzenden darüber hinaus fortlaufend über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage, wesentliche Geschäftsvorfälle, anstehende Entscheidungen sowie langfristige Perspektiven und Überlegungen zu sich anbahnenden Entwicklungen informiert und diese mit ihm erörtert.

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat alle nach Gesetz, Satzung oder den Geschäftsordnungen zustimmungspflichtigen Maßnahmen vorgelegt und der Aufsichtsrat hat diesen Maßnahmen zugestimmt. Auch im Übrigen hat sich der Aufsichtsrat von der Recht-, Ordnungs- und Zweckmäßigkeit des Handelns des Vorstands überzeugt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Jahr 2016 jeweils an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen sie jeweils angehören, teilgenommen. Die durchschnittliche Teilnahmequote sämtlicher Aufsichtsratsmitglieder im Berichtszeitraum lag bei 95 Prozent.

Im Einzelnen nahmen die Aufsichtsratsmitglieder an den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse wie folgt teil:

Teilnahme der Aufsichtsratsmitglieder an den Sitzungen im Jahr 2016

NameSitzungen (inkl. Ausschüsse)1)Sitzungsteilnahme%
Dr. Joachim Faber2222100
Richard Berliand2222100
Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner (seit 11. Mai 2016)1111100
Karl-Heinz Flöther2323100
Marion Fornoff181794
Hans-Peter Gabe141393
Craig Heimark171694
Dr. Monica Mächler232296
Gerhard Roggemann (bis 11. Mai 2016)11982
Dr. Erhard Schipporeit2323100
Jutta Stuhlfauth181583
Johannes Witt232296
Amy Yip2222100
Durchschnittliche Teilnahmequote  95

1) Die Teilnahme an Workshops des Aufsichtsrats ist freiwillig. Sie wird deshalb bei der Berechnung der durchschnittlichen Teilnahmequote nicht berücksichtigt.

Die Themen im Aufsichtsratsplenum

Im Berichtsjahr haben wir uns weiter intensiv mit der Implementierung des gruppenweiten Wachstumsprogramms „Accelerate“ befasst, mit dem die Deutsche Börse das Ziel verfolgt, sich noch ambitionierter, effektiver und flexibler sowie mit einem starken Fokus auf ihre Kunden im globalen Wettbewerb der Kapitalmarkt-Infrastrukturanbieter zu positionieren. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen ein breites Spektrum an Initiativen umgesetzt. Hierzu gehört auch die Veräußerung sämtlicher Anteile an der U.S. Exchange Holdings, Inc. (und damit der International Securities Exchange, ISE) durch die Deutsche Börse AG und die Eurex Frankfurt AG, die wir mit unserem Rat begleitet und der wir zugestimmt haben.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Tätigkeit des Aufsichtsrats lag 2016 zudem in der Begleitung, Prüfung und Genehmigung des potenziellen Zusammenschlusses der Deutsche Börse AG mit der London Stock Exchange Group plc (LSEG), der eine überzeugende Möglichkeit für beide Unternehmen darstellt, einander in einer branchenprägenden Transaktion zu stärken und einen global führenden Anbieter für Marktinfrastruktur zu schaffen.

Darüber hinaus haben wir uns intensiv mit den Auswirkungen des technologischen Wandels auf die Finanzdienstleistungsbranche im Allgemeinen und die Gruppe Deutsche Börse im Besonderen sowie der Effizienz, Angemessenheit und Wirksamkeit der internen Kontrollsysteme befasst. 

Außerdem hat uns der Vorstand regelmäßig über die Entwicklung des Aktienkurses der Deutsche Börse AG und ihrer Wettbewerber informiert. Ferner berichtete uns der Vorstand über die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage der Deutsche Börse AG, deren Beteiligungsgesellschaften sowie der Gruppe Deutsche Börse insgesamt.

Im Einzelnen standen in unseren Plenumssitzungen im Berichtszeitraum folgende Themen im Vordergrund:

In unserer ersten ordentlichen Sitzung im Berichtszeitraum am 12. Februar 2016 befassten wir uns eingehend mit dem vorläufigen Ergebnis des Geschäftsjahres 2015 sowie dem Dividendenvorschlag des Vorstands für das Geschäftsjahr 2015. Zudem beschlossen wir nach eingehender Erörterung die Höhe der variablen Vergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2015.

Im Technologieworkshop am 4. März 2016 beschäftigten wir uns intensiv mit dem Thema Cloud-Technologie und deren praktischer und strategischer Bedeutung für die Gruppe Deutsche Börse.

In der ordentlichen Sitzung am 4. März 2016 befassten wir uns in Anwesenheit des Abschlussprüfers mit dem Jahresabschluss der Gesellschaft sowie dem Konzernabschluss 2015 und dem Vergütungsbericht. Mit der Billigung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2015 folgten wir nach eingehender eigener Prüfung der Empfehlung des Prüfungsausschusses, der die Unterlagen zuvor bereits einer intensiven vorbereitenden Prüfung unterzogen hatte. Außerdem wurde über den Bericht des Aufsichtsrats für 2015, den Corporate Governance-Bericht, die Erklärung zur Unternehmensführung für das Geschäftsjahr 2015 und die Tagesordnung für die Hauptversammlung 2016 Beschluss gefasst. Wir befassten uns mit dem Status der Verhandlungen mit der NASDAQ, Inc. über die Veräußerung der ISE. Weiterhin erörterten wir eingehend den potenziellen Zusammenschluss unter Gleichen zwischen Deutsche Börse AG und LSEG. Hierzu beschlossen wir auf Empfehlung des Nominierungsausschusses, der Besetzung des im Rahmen des potenziellen Zusammenschlusses geplanten Referendumsausschusses mit meiner Person, Dr. Joachim Faber, als Vorsitzendem sowie als weiteren Mitgliedern Gerhard Roggemann (bis zum 11. Mai 2016), Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner (ab dem 11. Mai 2016) und Dr. Erhard Schipporeit zuzustimmen.

In der außerordentlichen Sitzung am 9. März 2016 beschlossen wir, den Verkauf sämtlicher Anteile an der U.S. Exchange Holdings, Inc. durch die Deutsche Börse AG und die Eurex Frankfurt AG an die NASDAQ, Inc. zu einem Kaufpreis von insgesamt 1,1 Mrd. US$ zu genehmigen.

In der außerordentlichen Sitzung am 13. März 2016 erörterten wir erneut ausführlich den Stand der Verhandlungen über einen potenziellen Zusammenschluss unter Gleichen von Deutsche Börse AG und LSEG. Auf Empfehlung des Personalausschusses und vorbehaltlich unserer Zustimmung zum potenziellen Zusammenschluss beschlossen wir zudem eine Änderung des Verfahrens zur Auszahlung der Tranchen 2014 und 2015 der variablen Aktienvergütung für die Mitglieder des Vorstands.

In der außerordentlichen Sitzung am 16. März 2016 beschlossen wir sodann, dem Unternehmenszusammenschluss von Deutsche Börse AG und LSEG zuzustimmen. Wir fassten zudem den Beschluss, die formwechselnde Umwandlung der Deutsche Börse AG in eine Societas Europaea (SE) wegen des geplanten Zusammenschlusses mit der LSEG nicht auf die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung am 11. Mai 2016 zu nehmen.

In der ordentlichen Sitzung unmittelbar vor der Hauptversammlung am 11. Mai 2016 erörterten wir eingehend den Status des beabsichtigten Zusammenschlusses von Deutsche Börse AG und LSEG. Wir befassten uns dabei ausführlich mit der Vorbereitung der gemeinsamen Stellungnahme des Vorstands und des Aufsichtsrats der Deutsche Börse AG zum freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot der neuen Holdinggesellschaft (HLDCO123 PLC) an die Aktionäre der Deutsche Börse AG. Wir beschlossen zudem auf Empfehlung des Nominierungsausschusses neben meiner Person, Dr. Joachim Faber, als stellvertretendem Vorsitzenden und Senior Independent Director, der Nominierung folgender Personen als weitere nicht geschäftsführende Mitglieder des Verwaltungsrats der HLDCO123 PLC zuzustimmen: Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner, Richard Berliand, Christopher A. Cole, Karl-Heinz Flöther, Dr. Erhard Schipporeit und Amy Yip. Weiterhin erörterten wir mit dem Vorstand die bevorstehende Hauptversammlung. Im Nachgang zur Hauptversammlung beschlossen wir, Professorin Achleitner zum Mitglied des Personal- und des Strategieausschusses zu wählen. Als Anteilseignervertreterin im Personalausschuss ist sie zugleich Mitglied des Nominierungsausschusses.

In der außerordentlichen Sitzung am 6. Juni 2016 berieten wir erneut ausführlich über den Status des beabsichtigen Zusammenschlusses von Deutsche Börse AG und LSEG und beschlossen zudem die Abgabe und Veröffentlichung einer gemeinsamen Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG zum freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot der HLDCO123 PLC an die Aktionäre der Deutsche Börse AG.

In der ordentlichen Sitzung am 14. Juni 2016 erörterten wir den Status der Veräußerung der Anteile an der U.S. Exchange Holdings, Inc. an die NASDAQ, Inc. und genehmigten eine Anpassung der Transaktionsstruktur. Weiterhin stimmten wir der vorzeitigen Rückzahlung einer ausstehenden US-Privatplatzierung in Höhe von 290 Mio. US$ zu. Wir beschäftigten uns mit dem Risikomanagement, der Informationssicherheit und der Internen Revision der Gruppe Deutsche Börse. Darüber hinaus erörterten wir ausführlich das gruppenweite Venture Portfolio Management sowie die Themen Innovation und Blockchain-Technologie. Wir befassten uns zudem mit den neuen Anforderungen der Marktmissbrauchsverordnung und -richtlinie.

In der außerordentlichen Sitzung am 5. Juli 2016 erörterten wir die Änderung des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots der HLDCO123 PLC an die Aktionäre der Deutsche Börse AG durch den Verzicht auf eine Angebotsbedingung und beschlossen darauf basierend die Abgabe und Veröffentlichung einer ergänzenden gemeinsamen Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG zum Übernahmeangebot. Wir befassten uns zudem ausführlich mit dem Ergebnis und den Auswirkungen des Referendums zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union.

In der außerordentlichen Sitzung am 11. Juli 2016 befassten wir uns mit der Herabsetzung der Mindestannahmeschwelle des Übernahmeangebots der HLDCO123 PLC. Nach ausführlicher Erörterung genehmigten wir die Herabsetzung der Mindestannahmeschwelle von 75 auf bis zu 60 Prozent und beschlossen die Abgabe und Veröffentlichung einer hierauf bezogenen ergänzenden gemeinsamen Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat.

Im Strategieworkshop am 22. September 2016 informierte uns der Vorstand ausführlich über den Stand der Umsetzung des Wachstumsprogramms „Accelerate“, insbesondere in den gruppenweiten Bereichen Vertrieb sowie Geschäfts- und Produktentwicklung. Wir beschäftigten uns darüber hinaus intensiv mit den Initiativen und Entwicklungen der Kerngeschäftsbereiche sowie der 360 Treasury Systems AG und der European Energy Exchange AG.

Im Technologieworkshop am 22. September 2016 erörterten wir ausführlich Methoden und Maßnahmen zur Innovation im Bereich der Informationstechnologie und beschäftigten uns insbesondere mit Cloud- und Blockchain-Technologien.

In der ordentlichen Sitzung am 23. September 2016 befassten wir uns eingehend mit der Implementierung der Maßnahmen des Wachstumsprogramms „Accelerate“ innerhalb der IT-Organisation der Gruppe Deutsche Börse. Außerdem informierte uns der Vorstand über wesentliche Entwicklungen und Maßnahmen im Bereich Compliance. Wir beschäftigten uns zudem mit unserer jährlichen Effizienzprüfung nach Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex und beschlossen, diese 2016 mit externer Unterstützung durchzuführen.

In der ordentlichen Sitzung am 6. Dezember 2016 beschäftigten wir uns mit dem Stand des beabsichtigten Zusammenschlusses von Deutsche Börse AG und LSEG. Nach ausführlicher Erörterung stimmten wir der Veräußerung der LCH.Clearnet S.A. durch die LSEG und LCH.Clearnet Group Limited (LCH Group) zu, um fusionskontrollrechtliche Bedenken zu adressieren, die von der Europäischen Kommission im Hinblick auf den beabsichtigten Zusammenschluss erhoben wurden. Wir diskutierten und verabschiedeten das Budget für 2017. Zudem erörterten wir das Risikomanagement und befassten uns mit der Entwicklung der Beteiligungen der Gruppe Deutsche Börse. Des Weiteren informierte uns der Vorstand ausführlich über den Stand der US-amerikanischen Klageverfahren gegen die Clearstream Banking S.A. aufgrund ihrer Beziehung zur Bank Markazi als Kunde. Auf Empfehlung des Personalausschusses beschlossen wir eine Anpassung des Performance Bonus Plans und des Performance Share Plans für Berechtigte, die in den USA der Besteuerung auf erzielte Einkünfte unterliegen. Wir erörterten die Ergebnisse unserer jährlichen Effizienzprüfung nach Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex und beschlossen ferner die Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz (AktG) für das Berichtsjahr 2016. Die Entsprechenserklärung ist unter www.deutsche-boerse.com/entsprerklaerung zugänglich.

In der außerordentlichen Sitzung am 27. Dezember 2016 informierte uns der Vorstand vor dem Hintergrund des beabsichtigten Zusammenschlusses von Deutsche Börse AG und LSEG über den aktuellen Stand der Verhandlungen zur Veräußerung der LCH.Clearnet S.A. durch LSEG und LCH Group.

Arbeit der Ausschüsse

Im Berichtsjahr verfügte der Aufsichtsrat über sechs Ausschüsse. Die Ausschüsse haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für das Plenum vorzubereiten. Soweit gesetzlich zulässig, sind auch einzelne Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen. In den Plenumssitzungen berichten die Ausschussvorsitzenden jeweils ausführlich über die Ausschussarbeit. Der Aufsichtsratsvorsitzende führt den Vorsitz im Personalausschuss, im Nominierungsausschuss sowie im Strategieausschuss. Die detaillierte personelle Zusammensetzung und die Aufgaben der Aufsichtsratsausschüsse für das Berichtsjahr finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a Handelsgesetzbuch (HGB) wieder.

Insbesondere wurden folgende Themen in den Ausschüssen bearbeitet:

Prüfungsausschuss (sechs Sitzungen im Berichtsjahr)

  • Befassung mit Finanzthemen, insbesondere Kapitalmanagement
  • Rechnungslegung: in Gegenwart des Abschlussprüfers Prüfung des Jahresabschlusses der Deutsche Börse AG und des Konzerns, des zusammengefassten Lageberichts und des Prüfberichts sowie des Halbjahresfinanzberichts und der Quartalsmitteilungen
  • Abschlussprüfer: Einholung der Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers, Erteilung des Prüfauftrags an den Abschlussprüfer und Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers, Vereinbarung des Abschlussprüferhonorars und Festlegung der Prüfungsschwerpunkte, Befassung mit den vom Abschlussprüfer erbrachten Nichtprüfungsleistungen
  • Interne Kontrollsysteme: Erörterung von Fragen zum Risikomanagement, zur Compliance sowie zum internen Kontroll- und Revisionssystem, Erörterung der angewandten Methoden und Systeme sowie deren Effizienz, Angemessenheit und Wirksamkeit
  • Erörterung der Dividende und des Budgets der Gruppe Deutsche Börse
  • Erörterung und Festlegung der Aufgaben des Prüfungsausschusses
  • Vorbereitung des Beschlusses des Aufsichtsrats zum Corporate Governance-Bericht und zum Vergütungsbericht sowie zur Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB und zur Entsprechenserklärung nach § 161 AktG
  • Befassung mit Maßnahmen zur Schließung von Prüfungsfeststellungen
  • Erörterung der Beteiligungen der Gruppe Deutsche Börse
  • Befassung mit den Änderungen durch die Abschlussprüferreform

Nominierungsausschuss (drei Sitzungen im Berichtsjahr)

  • Vorbehaltlich der Umwandlung der Deutsche Börse AG in eine SE: Vorbereitung der Wahl der Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat der Deutsche Börse SE
  • Beabsichtigter Zusammenschluss unter Gleichen von Deutsche Börse AG und LSEG: Vorbereitung der Nominierung der von der Deutsche Börse AG zu stellenden Mitglieder im Referendumsausschuss sowie Vorbereitung der Nominierung der von der Deutsche Börse AG zu stellenden nicht geschäftsführenden Mitglieder im Verwaltungsrat der HLDCO123 PLC
  • Vorbereitung der Wahl von Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner in den Aufsichtsrat durch die ordentliche Hauptversammlung 2016

Personalausschuss (fünf Sitzungen im Berichtsjahr)

  • Vorstandsvergütung: Befassung mit der Zielerreichung der Vorstandsmitglieder, Ermittlung der variablen Barvergütung 2015, Vorbesprechung der individuellen Zielerreichung 2016, Verabschiedung der individuellen Ziele der Mitglieder des Vorstands für das Jahr 2017, Erörterung des Vergütungsberichts, Vorbereitung einer Empfehlung an das Plenum zur Änderung des Verfahrens zur Auszahlung der Tranchen 2014 und 2015 der variablen Aktienvergütung für Mitglieder des Vorstands, Entwicklung einer Entscheidungsvorlage an das Plenum zur Anpassung des Performance Bonus Plans und des Performance Share Plans für Berechtigte, die in den USA der Besteuerung auf erzielte Einkünfte unterliegen
  • Überprüfung der Angemessenheit der Vorstandsvergütung und des ruhegeldfähigen Einkommens
  • Personalangelegenheiten: Erörterung der Nachfolgeplanung für den Vorstand, Zustimmung zur Übernahme eines Mandats durch Hauke Stars im Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA, in Vorstand und Präsidium des Deutsches Aktieninstitut e.V. sowie in Vorstand und Präsidium des Frankfurt Main Finance e.V. sowie zur Übernahme eines Mandats als Mitglied des Vorstands der Sektion Frankfurt des Wirtschaftsrates der CDU e.V., Zustimmung zur Übernahme eines Mandats als Mitglied des Global Future Council on Financial and Monetary Systems durch Jeffrey Tessler, Zustimmung zur Ernennung von Dr. Matthias Fritton zum Generalbevollmächtigten der Deutsche Börse AG

Risikoausschuss (vier Sitzungen im Berichtsjahr, davon eine gemeinsame Sitzung mit dem Technologieausschuss)

  • Erörterung der quartalsweise vorgelegten Compliance- und Risikomanagement-Berichte
  • Befassung mit der Weiterentwicklung der gruppenweiten Compliancefunktion sowie des Risikomanagements
  • Befassung mit den aktualisierten Sanierungsplänen von Clearstream, Eurex Clearing und der Gruppe Deutsche Börse
  • Erörterung der Risikostrategie, des Risikoappetits und der Risikokultur
  • Befassung mit den operativen Risiken, der Informationssicherheit und dem betrieblichen Kontinuitätsmanagement

Strategieausschuss (eine Sitzung im Berichtsjahr)

  • Befassung mit der strategischen Ausrichtung der Gruppe Deutsche Börse
  • Strategiediskussion zum Handel und Clearing von Derivaten

Technologieausschuss (vier Sitzungen im Berichtsjahr, davon eine gemeinsame Sitzung mit dem Risikoausschuss)

  • Intensive Befassung mit der Entwicklung der IT-Strategie der Gruppe Deutsche Börse sowie deren Umsetzung
  • Eingehende Betrachtung des Technologie-Innovationskonzepts und dessen Implementierung
  • Erörterung der Informationssicherheit, des IT-Risikomanagements sowie damit verbundener Maßnahmen
  • Erörterung des IT-Finanzplans für das Jahr 2017 und des neu strukturierten Budgetprozesses

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Berlin (KPMG) hat den Jahresabschluss der Deutsche Börse AG, ihren Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für das am 31. Dezember 2016 beendete Geschäftsjahr unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der verkürzte Abschluss und der Zwischenlagebericht als Teil des Halbjahresfinanzberichts für das erste Halbjahr 2016 wurden einer prüferischen Durchsicht durch KPMG unterzogen. Die Abschlussunterlagen und Berichte von KPMG wurden uns rechtzeitig zur Einsicht und Prüfung ausgehändigt. Die verantwortlichen Wirtschaftsprüfer, Karl Braun (CMO, Mitglied des Vorstands, KPMG) und Andreas Dielehner (Partner, KPMG), haben sowohl an den entsprechenden Sitzungen des Prüfungsausschusses als auch an der Bilanzsitzung des gesamten Aufsichtsrats teilgenommen. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung; insbesondere erläuterten sie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns und standen für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Die Abschlussprüfer berichteten außerdem, dass ihnen keine Erkenntnisse über wesentliche Schwächen des Kontroll- und Risikomanagementsystems v. a. bezogen auf den Rechnungslegungsprozess vorlagen. Die Prüfung hinsichtlich der Beachtung aller relevanten gesetzlichen Vorschriften und regulatorischen Anforderungen blieb ohne Beanstandung. KPMG informierte über die Leistungen, die zusätzlich zu den Abschlussprüferleistungen erbracht wurden. Umstände, die eine Befangenheit der Abschlussprüfer befürchten lassen, lagen nicht vor.

Der Prüfungsausschuss hat die Abschlussunterlagen und die Berichte von KPMG intensiv mit dem Abschlussprüfer erörtert und einer eigenen sorgfältigen Prüfung unterzogen. Er ist zu der Überzeugung gelangt, dass die Berichte insbesondere den gesetzlichen Anforderungen aus §§ 317, 321 HGB genügen. Über die Prüfung hat der Ausschuss dem Aufsichtsrat berichtet und ihm die Billigung von Jahresabschluss und Konzernabschluss empfohlen.

Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts 2016 im Plenum hatten wir keine Einwendungen zu erheben und stimmten dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Wir haben den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss in der Sitzung vom 10. März 2017 entsprechend der Empfehlung des Prüfungsausschusses gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss der Deutsche Börse AG festgestellt. Den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns hat der Prüfungsausschuss, insbesondere vor dem Hintergrund der Liquidität der Gesellschaft und ihrer Finanzplanung sowie der Berücksichtigung der Aktionärsinteressen, eingehend mit dem Vorstand diskutiert. Der Prüfungsausschuss hat sich nach dieser Diskussion und eigener Prüfung für den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns ausgesprochen. Auch im Plenum des Aufsichtsrats haben wir uns nach eigener Prüfung dem Vorschlag des Vorstands angeschlossen.

Personalia

Im Berichtsjahr haben sich im Aufsichtsrat folgende personelle Änderungen ergeben:

Am 11. Mai 2016 hat die Hauptversammlung der Deutsche Börse AG Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner als Anteilseignervertreterin in den Aufsichtsrat der Gesellschaft gewählt. Gerhard Roggemann ist mit Ablauf der Hauptversammlung am 11. Mai 2016 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Wir danken Herrn Roggemann außerordentlich für seine wertvolle langjährige Arbeit als Mitglied des Aufsichtsrats der Deutsche Börse AG.

Umgang mit Interessenkonflikten in Einzelfällen

Im Berichtsjahr traten keine Interessenkonflikte einzelner Aufsichtsratsmitglieder auf.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement und die gute geleistete Arbeit im Jahr 2016.

Frankfurt am Main, den 10. März 2017
Für den Aufsichtsrat:

Dr. Joachim Faber
Vorsitzender des Aufsichtsrats