Mit Aktien gezielt fürs Alter vorsorgen

Niedrige Zinsen? Nein, danke!

Auch bei niedrigen Zinsen können Anleger privat Vermögen aufbauen. Attraktive Finanzinstrumente, wie Aktien und Exchange Traded Funds (ETFs) oder auch Fonds sind bedenkenswerte Alternativen zum Tagesgeldkonto und bieten die Möglichkeit, von den Erfolgen wachstumsstarker Unternehmen zu profitieren.

Das Bewusstsein für Aktien und andere Anlageformate muss gefördert werden

Die privaten Haushalte können auf vielfältigere und sicherere Weise in Kapitalmärkte investieren und Vermögen aufbauen.

Ursula von der Leyen
Präsidentin der Europäischen Kommission

 

Die EU-Haushalte investieren trotz hoher Sparquote nur wenig in Aktien, auch in Deutschland liegen Milliarden von Euro auf Tagesgeldkonten. Dort gibt es oft nur wenig Zinserträge, insbesondere auf lange Frist im Vergleich zu Aktien. Im Jahr 2025 investierten in Deutschland knapp 14,1 Mio. Menschen in Aktien, Aktienfonds oder aktienbasierte ETFs. Das ist etwa jeder Fünfte in der Gesamtbevölkerung älter als 14 Jahre – und entspricht einem Zuwachs von 2 Millionen gegenüber 2024.

Insbesondere bei Jüngeren gab es einen großen Zuwachs: 4,9 Millionen Menschen unter 40 besaßen 2025 Aktienfonds, ETFs oder Aktien. Die Zahl ist somit seit 2024 um 1,2 Millionen gestiegen.

Zwar liegt Deutschland weiterhin deutlich hinter Ländern wie den USA zurück, in denen mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Aktien, Fonds oder ETFs investiert. Doch zeigt sich über die vergangenen zehn Jahre ein positiver Trend, und dies nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU, unterstützt durch die Transformation des Projekts einer Kapitalmarktunion zu einer echten Spar- und Investitionsunion.

Damit sich dieser positive Trend weiter fortsetzt, ist es unter anderem entscheidend, die Finanzbildung zu stärken und den Zugang zu Aktienanlagen zu erleichtern. 

Aktien sind langfristig rentable Anlagen

Aktien sind Wertpapiere, die Anteilsrechte an einem Unternehmen verbriefen, d. h. die Eigentümer einer Aktie, die sog. Aktionäre, sind am Grundkapital des Unternehmens beteiligt, prozentual oder in Höhe eines auf der Aktie ausgewiesenen Nennwertes. Aktien werden an Wertpapierbörsen gehandelt.

Dort wird auch regelmäßig durch Angebot und Nachfrage der Wert einer Aktie ermittelt.

Grundsätzlich gibt es bei Aktien Chancen und Risiken zugleich, da ihre Kurse steigen oder fallen können. Ihr Preis (oder Kurs) richtet sich nach den Erwartungen in Bezug auf die Gewinne eines Unternehmens. Aufgrund der unterschiedlichen Erwartungen der Anleger zur künftigen Entwicklung von Unternehmen steigen und sinken Angebot und Nachfrage einer Aktie und damit auch die Aktienkurse.

Obwohl Aktienkurse daher kurzfristig starken Schwankungen unterliegen können, haben sie sich langfristig als rentable Anlage bewährt. Mit europäischen Aktien konnten Investoren  in den Jahren 2005 bis 2015 trotz der Finanzkrise durchschnittlich 4,8 Prozent Rendite jährlich erzielen.

Wer in den vergangenen 50 Jahren in Aktien des Deutschen Aktienindex DAX gespart hat, partizipierte an der Kursentwicklung und den Dividenden der großen deutschen Börsenwerte. So konnte man beispielsweise bei einem Anlagezeitraum von 20 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 8,4 Prozent im Jahr auf das angelegte Geld erwirtschaften. Im schlechtesten Fall lag die jährliche Rendite bei 3,3 Prozent, im besten bei 15,2 Prozent.

Mit ETFs können Sie Ihr Anlagerisiko minimieren

ETFs waren in den vergangenen Jahren weltweit so erfolgreich wie kaum ein anderes innovatives Finanzinstrument – sowohl bei den Profis als auch bei den Privatinvestoren. Mit ETFs kann man gleichzeitig in hunderte Aktien weltweit, in unterschiedliche Branchen oder Währungsräume investieren. Dabei verhalten sich ETFs genau wie die entsprechenden Aktienmärkte, auf die diese ETFs aufgelegt wurden. Durch die Aufteilung (oder: Streuung) des Vermögens auf unterschiedliche Anlageobjekte ermöglichen ETFs somit eine Diversifizierung des Wertpapierportfolios.


ETFs (Exchange Traded Funds)

sind Fondsanteile, die Anleger über die Börse wie Aktien kaufen oder verkaufen können.
ETFs müssen zwei Kriterien erfüllen:

1. Transparentes Portfolio: Die Zusammensetzung des Portfolios von ETFs wird täglich veröffentlicht. Damit erhalten Anleger fortlaufend einen Überblick über die Gewichtung der einzelnen Aktien im Portfolio auf Basis der Schlusskurse vom Vortag.

2. Creation/Redemption: ETFs besitzen einen sog. Creation and Redemption-Mechanismus, der es professionellen Marktteilnehmern erlaubt, jederzeit Aktienkörbe mit der gleichen Zusammensetzung gegen ETFs (und umgekehrt) mit der Fondsgesellschaft zu tauschen.

 

Dadurch sinkt das Risiko eines Verlusts, das ein Anleger eingehen würde, wenn er sein gesamtes Geld in nur eine Aktie investieren würde. Schwankungen der Einzelwerte lassen sich ausgleichen: Steigt die Anzahl der Wertpapiere im Wertpapierportfolio, sinkt das Risiko des gesamten Portfolios.


Diversifikation

Risikostreuung und -minderung durch die Anlage von Geld in eine Vielzahl verschiedener Wertpapiere.

Bei einem diversifizierten Wertpapierportfolio ist das Gesamtrisiko geringer als der gewichtete Durchschnitt der Risiken aller Einzelpositionen. Wertpapierfonds basieren auf dem Prinzip der Diversifikation.

 

STOXX Europe 600

Unter den Europa-Indizes bietet der STOXX® Europe 600 Index die breiteste Streuung. Er umfasst die 600 nach Börsenwert größten Unternehmen aus 17 europäischen Ländern, darunter Großbritannien, die Schweiz und Schweden. Damit deckt der Index fast 90 Prozent des zugrunde liegenden investierbaren Marktes ab. Anlegerinnen und Anleger können in mehrere ETFs auf diesen Index investieren. 

 

Investitionen in ETFs lohnen sich bereits ab einem monatlichen Betrag von 50,00 €. Vorsorge wird zunehmend wichtiger. Wir beobachten seit einiger Zeit in Europa einen starken Anstieg der ETF-Anlegerzahlen: von 19 Millionen im Jahr 2022 auf 33 Millionen 2025.

Fast die Hälfte des europäischen ETF-Wachstums basierte auf den STOXX-Indizes der Deutsche Börse Group. Xetra ist mit Abstand der größte ETF-Börsenplatz in Europa. Und gut zwei Drittel aller Volumina kommen von außerhalb Deutschlands.

Zugang zur Börsenwelt – ökonomische Bildung muss zur Allgemeinbildung werden

Für die Deutsche Börse Group hat wirtschaftliches Wissen Auswirkungen auf Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand. Deshalb unterstützt sie das Thema ökonomische Bildung und die Förderung der Aktienkultur mit zahlreichen Initiativen:

  • Rund 50.000 Besucher, darunter viele Schüler, erleben jedes Jahr live und kostenfrei das Börsengeschehen im Handelssaal der Börse.
  • Aus dem Frankfurter Handelssaal – übrigens der einzige seiner Art in Europa – berichten diverse TV-Stationen rund 100mal täglich in die ganze Welt.
  • Die Deutsche Börse bietet Wissen rund um den Finanzmarkt und zu vielen Börsenprodukten. Informationsangebote wie Fact Sheets, Videos und Webinare zu Kapitalmarktthemen gibt es auf den Websites der Deutschen Börse.

Die Deutsche Börse Group

Die Deutsche Börse Group mit Hauptsitz in Frankfurt am Main ist eine der größten Börsenorganisationen der Welt. Sie betreibt integre, transparente sowie sichere Märkte für Investoren, die Kapital anlegen, und für Unternehmen, die Kapital aufnehmen wollen. An diesen Märkten kaufen und verkaufen institutionelle Händler Aktien, Derivate und andere Finanzinstrumente nach klaren Regeln und unter strenger Aufsicht.

Heute ist die Deutsche Börse Group mehr als nur ein Handelsplatz oder eine Börse – sie ist ein Finanzmarktinfrastrukturanbieter. Ihre Geschäftsbereiche decken die gesamte Prozesskette für Finanzmarkttransaktionen ab. Dies beinhaltet die Bereitstellung von Indizes, Daten und Analyselösungen sowie Zulassung, Handel und Clearing. Zudem umfasst sie Dienstleistungen für Fonds, die Abwicklung und Verwahrung von Finanzinstrumenten sowie die Verwaltung von Sicherheiten und Liquidität. Als Technologieunternehmen entwickelt die Group modernste IT-Lösungen und bietet IT-Systeme weltweit an.