Die Umsatzerlöse stiegen um 6 Prozent auf 2.233,3 Mio. Euro (2010: 2.106,3 Mio. Euro). Darüber hinaus erwirtschaftete das Unternehmen im Bankgeschäft Nettozinserträge in Höhe von 75,1 Mio. Euro (2010: 59,4 Mio. Euro). Die 26-prozentige Steigerung hängt damit zusammen, dass die Kundenbareinlagen in 2011 im Durchschnitt um 15 Prozent höher lagen und die EZB den Leitzins im April und im Juli 2011 um jeweils 0,25 Prozentpunkte anhob. Bis Dezember 2011 hatte die EZB die beiden Anhebungen aber wieder zurückgenommen. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen 2011 bei 57,0 Mio. Euro im Vergleich zu 61,0 Mio. Euro im Vorjahr. In 2010 war ein einmaliger Ertrag von 10,7 Mio. Euro aus dem Verkauf der Beteiligung an Avox Ltd. enthalten, während 2011 der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an einer anderen Börse enthalten war.
Die Gesamtkosten lagen mit 1.217,3 Mio. Euro um 29 Prozent unter denen des Vorjahres (2010: 1.711,1 Mio. Euro). In 2011 enthalten waren Kosten für Effizienzmaßnahmen in Höhe von 1,3 Mio. Euro und Kosten im Zusammenhang mit dem untersagten Zusammenschluss mit NYSE Euronext in Höhe von 82,2 Mio. Euro. Der Rückgang der Gesamtkosten erklärt sich vor allem dadurch, dass 2010 eine 453,3 Mio. Euro hohe nicht zahlungswirksame Wertminderung auf immaterielle Vermögenswerte im Zusammenhang mit der International Securities Exchange sowie 110,7 Mio. Euro an Kosten für Effizienzprogramme zu Buche geschlagen haben. Ohne Sondereffekte lagen die Gesamtkosten in 2011 bei 1.133,8 Mio. Euro, was einem Rückgang um ein Prozent gegenüber den bereinigten Kosten in 2010 entspricht. Die Gesamtkosten entsprechen der im vierten Quartal 2011 ausgegebenen gesenkten Prognose. Die volumenabhängigen Kosten beliefen sich im Berichtszeitraum auf 244,0 Mio. Euro, die operativen Kosten lagen bei 973,3 Mio. Euro. Bereinigt um Kosten im Zusammenhang mit dem untersagten Zusammenschluss mit NYSE Euronext und Kosten für Effizienzprogramme, lagen die operativen Kosten bei 889,8 Mio. Euro.
Das Beteiligungsergebnis ging auf 3,6 Mio. Euro zurück (2010: 12,2 Mio. Euro). Der Rückgang ergibt sich aus einer Wertminderung in Höhe von 17,2 Mio. Euro im Zusammenhang mit einer 5 Prozent Beteiligung an der Bombay Stock Exchange, die noch vor der globalen Finanzkrise eingegangen wurde. Dieser Effekt war größer als die verbesserten Beiträge der Scoach Holding S.A., der Direct Edge Holdings LLC und der European Energy Exchange AG.
Insgesamt erwirtschaftete die Gruppe Deutsche Börse ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1.151,7 Mio. Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 118 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2010: 527.8 Mio. Euro). Bereinigt um die Kosten im Zusammenhang mit dem untersagten Zusammenschluss mit NYSE Euronext sowie Effizienzprogrammen, ergab sich ein EBIT von 1.235,0 Mio. Euro, eine Steigerung gegenüber den bereinigten Vorjahreswerten von 13 Prozent.
Das Finanzergebnis belief sich 2011 auf −1,3 Mio. Euro. Dies spiegelt vor allem Zinszahlungen für ausstehende Anleihen und einen nicht zahlungswirksamen und steuerneutralen Ertrag in Höhe von 77,4 Mio. Euro wider, der auf die Neubewertung der Aktienkomponente der Vereinbarung mit der SIX Group über die vollständige Übernahme von Eurex zurückgeht. Dieser Ertrag könnte im ersten Quartal 2012 durch einen Verlust kompensiert werden, falls der Aktienkurs der Deutsche Börse AG am Ende des ersten Quartals 2012 höher ist als Ende 2011. Der Zinsdeckungsgrad belief sich, bereinigt um Kosten im Zusammenhang mit dem untersagten Zusammenschluss mit der NYSE Euronext und Kosten für Effizienzprogramme, auf 19,0 in 2011. Die effektive Steuerquote der Gruppe ging, bereinigt um den bereits erwähnten steuerbefreiten Finanzertrag, auf 26,0 Prozent in 2011 zurück (2010: 26,9 Prozent). Der Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Jahresüberschuss, über den Gewinne und Verluste von Tochterunternehmen mit Minderheitsaktionären geteilt werden, fiel von 22,7 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2010 auf −22,6 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2011. Der Rückgang resultiert hauptsächlich aus dem ISE-Wertminderungsaufwand in 2010. Der Konzern-Jahresüberschuss hat sich von 417,8 Mio. Euro in 2010 auf 848,8 Mio. Euro in 2011 mehr als verdoppelt. Bereinigt um die bereits genannten Einmaleffekte lag der Konzern-Jahresüberschuss 2011 bei 833,0 Mio. Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie, auf Basis des gewichteten Durchschnitts von 185,8 Millionen ausstehender Aktien, stieg 2011 um 103 Prozent auf 4,57 Euro (2010: 2,25 Euro). Bereinigt um Einmaleffekte lag das unverwässerte Ergebnis je Aktie bei 4,49 Euro, was einem Anstieg von 16 Prozent gegenüber 2010 entspricht.