Finalisten für den Deutsche Börse Photography Prize 2014 ausgewählt

Erschienen am: 14.11.2013

Die vier Finalisten für den Deutsche Börse Photography Prize 2014 sind Alberto García-Alix, Jochen Lempert, Richard Mosse und Lorna Simpson. Die Bekanntgabe des Gewinners findet am 12. Mai 2014 im Rahmen einer Preisverleihung in der Photographers‘ Gallery statt. Danach werden die Arbeiten der Finalisten in einer Ausstellung in der Photographers‘ Gallery sowie am Hauptsitz der Deutschen Börse in Frankfurt/Eschborn gezeigt.

Der Deutsche Börse Photography Prize 2014 wird präsentiert von The Photographers‘ Gallery in London. Der mit 30.000 £ dotierte, jährlich verliehene Preis wird an einen zeitgenössischen Fotokünstler vergeben, der im Zeitraum vom 1. Oktober 2012 bis 30. September 2013 den bedeutendsten Beitrag zur europäischen Fotografie in Form einer Ausstellung oder Publikation geleistet hat.

Die vier Finalisten wurden für folgende Projekte nominiert:

Alberto García-Alix (geb. 1956 in Spanien) wurde für sein Buch AUTORRETRATO/SELF-PORTRAIT (Verlag: La Fabrica, 2013) nominiert.

Jochen Lempert (geb. 1958 in Deutschland) erhielt die Nominierung für seine Ausstellung Jochen Lempert in der Hamburger Kunsthalle (22. Juni – 29. September 2013).

Richard Mosse (geb.1980 in Irland) wurde aufgrund seiner Ausstellung The Enclave auf der Biennale in Venedig im irischen Pavillon (1. Juni – 24. November 2013) ausgewählt.

Lorna Simpson (geb. 1960 in den USA) erhielt eine Nominierung für ihre Ausstellung Lorna Simpson (Retrospective) in der Pariser Galerie Jeu de Paume (28. Mai – 1. September 2013).

Die Mitglieder der diesjährigen Jury sind: Kate Bush, Kuratorin; Jitka Hanzlová, Künstlerin; Thomas Seelig, Direktor/Kurator des Fotomuseums Winterthur, und Anne-Marie Beckmann, Kuratorin der Art Collection Deutsche Börse, Deutschland. Brett Rogers, die Direktorin der Photographers’ Gallery, führt den Vorsitz (ohne Stimmrecht).

Brett Rogers, die Direktorin der Photographers’ Gallery und Vorsitzende der Jury erklärte: „Alle diesjährigen Finalisten zeigen neue faszinierende Wege auf, unser Denken über das Medium zu erweitern. Die Kombination aus Bild und Text unterstreicht den einzigartigen Ansatz Lorna Simpsons, das Thema Geschlecht und Identität aufzugreifen, während für García-Alix die Kamera zum verlängerten Arm seiner Psyche wird – für den Künstler stellt dies eine Form des Sehens, und damit eine Form des Seins dar. Indem er unser Augenmerk auf den Anthropomorphismus richtet, schafft Jochen Lempert eine Verbindung zwischen der Präzision eines Wissenschaftlers und der Lyrik eines Dichters. Für Richard Mosse ist die heutzutage nicht mehr verwendete Filmtechnik für militärische Überwachung Medium und Botschaft zugleich, womit er dem Terror und der Brutalität des Krieges eine surreale Form der Dokumentation verleiht.“

Frank Klaas, Managing Director Global Public Affairs bei der Deutschen Börse, kommentierte: „Die in diesem Jahr ausgewählten Künstler unterstreichen erneut die Lebendigkeit und die Vielzahl an Ansätzen der zeitgenössischen Fotografie. Wir sind beeindruckt von der hervorragenden Auswahl, die die Jury getroffen hat, und wir freuen uns sehr auf die Ausstellung im nächsten Jahr – insbesondere, weil wir 2014 bereits zum zehnten Mal diesen anerkanntesten europäischen Preis für zeitgenössische Fotografie fördern.“

Anmerkung für die Redaktion:

The Photographers’ Gallery

Die Photographers’ Gallery eröffnete 1971 in der Newport Street in London und war damit die erste unabhängige Fotogalerie Großbritanniens. Als Vorreiter unter den öffentlichen Galerien des Landes hat sie Werke von zahlreichen namhaften Künstlern der internationalen Fotoszene ausgestellt. Dazu zählen Jürgen Teller (Modefotografie), Robert Capa (Fotojournalismus), Sebastião Salgado (sozialdokumentarische Fotografie) und Andreas Gursky (zeitgenössische Kunst). Die Photographers’ Gallery hat zudem wesentlich zum Erfolg zeitgenössischer britischer Fotografen wie Martin Parr und Corinne Day beigetragen. Im Jahr 2009 wurde die Gallery in die 16 – 18 Ramillies Street verlegt, der erste Schritt in dem Vorhaben, einen Ort für Fotografie im 21. Jahrhundert zu schaffen. Nach einer 18 Monate dauernden Renovierungsphase öffnete sie am Samstag, den 19. Mai 2012 wieder ihre Pforten für Besucher. In den letzten vier Jahrzehnten hat der Erfolg der Photographers’ Gallery dazu beigetragen, Fotografie als eine anerkannte Form der Kunst zu etablieren, zahlreichen Besuchern bekannte Namen der Fotoszene näher zu bringen und der Fotografie einen festen Platz im Zentrum der visuellen Kunst zu verschaffen. Den Vorsitz des Kuratoriums der Photographers’ Gallery führt Sir Brian Pomeroy, CBE.

Deutsche Börse

Die Gruppe Deutsche Börse ist eines der weltweit führenden Börsenunternehmen und – im Rahmen ihres Corporate Responsibility-Ansatzes – einer der wichtigsten Förderer der Fotokunst. Die Gruppe sammelt seit 1999 zeitgenössische Fotografie. Die Art Collection Deutsche Börse umfasst über 1.000 Werke von etwa 90 internationalen Künstlern. Die Arbeiten werden an den Hauptstandorten des Unternehmens in Eschborn/Frankfurt, London, Luxemburg, Prag und Zürich ausgestellt. Das Unternehmen unterstützt zudem Ausstellungsprojekte internationaler Museen und Institutionen.

Geschichte des Photography Prize

Der Photography Prize wurde 1996 von der Photographers‘ Gallery ins Leben gerufen. Nach nunmehr 17 Jahren gilt der Preis als einer der renommiertesten internationalen Kunstpreise, der im Laufe der Jahre vielen Fotografen den Weg zu einer großen Karriere geebnet hat. Bis zum Beginn der Zusammenarbeit zwischen der Photographers' Gallery und der Gruppe Deutsche Börse als Titelsponsor im Jahr 2005 war der Preis noch unter dem Namen Citigroup Photography Prize bekannt. Gewinner des Deutsche Börse Photography Prize 2013 waren Adam Broomberg und Oliver Chanarin für ihr Buch War Primer (2012, MACK). Weitere ehemalige Gewinner sind Paul Graham, Juergen Teller, Rineke Dijkstra, Richard Billingham und John Stezaker.