Jahreseröffnung in Eschborn: Gemeinsam den Kapitalmarkt stärken

Erschienen am: 03.02.2026

Mehr Autonomie für Europa durch mehr Kapitalmarkt: Das war die gemeinsame Botschaft der Reden von Clara-Christina Streit, Stephan Leithner und Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Jahreseröffnung der Deutsche Börse Group in Eschborn vor über 800 hochrangigen Gästen aus dem Finanzsektor und seinem politischen Umfeld.

Dr. Stephan Leithner, Bundeskanzler Friedrich Merz, Clara Streit

Vom Meckern ins Machen kommen

In ihrer ersten Begrüßung zur Jahreseröffnung in ihrer Position als Aufsichtsratsvorsitzende hieß Clara Streit den Bundeskanzler an seiner früheren Wirkungsstätte als Aufsichtsrat der Deutsche Börse Group willkommen. Sie bestärkte ihn in seiner Reformagenda für die Stärkung des Kapitalmarkts und unterstrich: „Für Deutschland und Europa muss es nun heißen: vom Meckern ins Machen kommen.“ Zugleich betonte sie die Globalität der Deutsche Börse Group und ihrer Stakeholder, deren eigener Börsengang sich in dieser Woche zum 25. Male jährt.

Epochenbruch als Chance

Bundeskanzler Friedrich Merz rief die Anwesenden in seiner Keynote dazu auf, gemeinsam die Souveränität und globale Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken. Die Chance dazu ergebe sich aus dem „Epochenbruch“, den die Welt gerade erlebe. Er wies auf die Einigung der EU mit Indien über eine Freihandelszone hin. Durch sie entstehe eine neue, von gegenseitigem Respekt geprägte Partnerschaft. Er verwies auf Erfolge bei der Stärkung einer kapitalmarktbasierten Altersversorgung in Deutschland und kündigte weitere Reformen an, die einen „Paradigmenwechsel“ bedeuteten. Zudem plädierte er für ein neues EU-Fusionskontrollrecht: Der relevante Markt für europäische Unternehmen sei inzwischen der globale Markt. Hohes Erfolgspotenzial sah er auch bei der Förderung europäischer Startups und in der Spitzenforschung.

Leading the Transformation

Stephan Leithner nahm den Begriff des „Epochenbruchs“ auf und betonte, dass wir als Deutsche Börse Group die Transformation führend gestalten. Auch die Strategie „Leading the Transformation“ trage zur Autonomie Europas bei, indem sie integrierte, effiziente und innovative Infrastruktur für die Finanzmärkte liefere. Dadurch unterstütze sie dringend notwendige strukturelle Transformationen, von einer Reform der Altersvorsorge über die Finanzierung von Unternehmensinvestitionen in global wettbewerbsfähige Technologie bis zur Förderung von europäischen Champions.

Die abschließende Diskussion zwischen dem Bundeskanzler und Stephan Leithner auf der Bühne spannte den Bogen von der Geopolitik bis zum privaten Vermögenssaufbau am Aktienmarkt. Augenzwinkernd äußerte der Bundeskanzler die Hoffnung, dass sich die Zahl der Aktionäre in Deutschland bis zum Ende des Jahrzehnts von derzeit 14 Millionen auf 28 Millionen verdopple. Damit setzten beide den Ton für den Abend. Die Veranstaltung gab wichtige Impulse für das neue Jahr und verbreitete Optimismus. Um den Kanzler zu zitieren: „Das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll.“