Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG

Der Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG setzt sich gemäß § 7 Abs. 1 Satz 2, Satz 1 Nr. 2 MitbestG und § 9 Abs. 1 Satz 1 der Satzung der Deutsche Börse AG aus 16 Mitgliedern – hiervon 8 Anteilseigner- und 8 Arbeitnehmervertreter – zusammen.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Aufsichtsrats gehören die Überwachung der Geschäftsführung, die Bestellung des Vorstands und die Genehmigung wichtiger unternehmerischer Planungen und Entscheidungen.

Die Amtsdauer eines Mitglieds des Aufsichtsrats beträgt drei Jahre.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Deutsche Börse AG

Clara-Christina Streit

Vorsitzende des Aufsichtsrats, Frankfurt am Main, Deutschland

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Clara-Christina Streit

Dr. Markus Beck*

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Frankfurt am Main, Deutschland

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Markus Beck

Prof. Dr. Nadine Brandl*

Leiterin Bereich Recht und Rechtspolitik, ver.di Bundesverwaltung, Berlin, Deutschland

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Nadine Brandl

Dr. Andreas Gottschling

Mitglied des Aufsichtsrats, Schindellegi, Schweiz

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Andreas Gottschling

Dr. Anja Greenwood*

Head of Customer Due Diligence & KYC, European Commodity Clearing AG, Leipzig, Deutschland

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Anja Greenwood

Oliver Greie*

Landesbezirksleiter, ver.di Landesbezirk Sachsen/ Sachsen-Anhalt/ Thüringen, Leipzig, Deutschland

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Oliver Greie

Shannon Johnston

Invesco Ltd., Atlanta, USA, Chief Information und Operating Officer

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Shannon Johnston

Achim Karle*

Mitarbeiter Eurex Sales Central & Eastern Europe, Eurex Frankfurt AG, Frankfurt am Main, Deutschland

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Achim Karle

Sigrid Kozmiensky

Mitglied des Aufsichtsrats, Frankfurt am Main, Deutschland

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Sigrid Kozmiensky

Barbara Lambert

Aufsichts- und Verwaltungsrätin, Givrins, Schweiz

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Barbara Lambert

Rainer Müller*

Vice President, Eurex Clearing AG, Frankfurt am Main, Deutschland

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Rainer Müller

Jean-Pierre Mustier

Aufsichts- und Verwaltungsrat, Mailand, Italien

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Jean-Pierre Mustier

Dr. Carsten Schäfer*

Manager ICT Risikomanagement, Deutsche Börse AG, Frankfurt am Main, Deutschland

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Carsten Schäfer

Charles Stonehill

Green & Blue Advisors LLC, Gründungspartner, New York, USA

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Charles Stonehill

Chong Lee Tan

CEO 65 Equity Partners, Temasek Holding, Singapur, Republik Singapur

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Chong Lee Tan

Maria-Regina Wohak*

Head of Index Services Development, Deutsche Börse AG, Frankfurt am Main, Deutschland

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Maria-Regina Wohak

Zusätzliche Mandate

*) Arbeitnehmervertreter


Die Aufstellung der Mitgliedschaften der Aufsichtsratsmitglieder in weiteren gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen finden Sie in den Lebensläufen der Aufsichtsratsmitglieder, die oben verfügbar sind.

Ausschüsse

Der Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG hat derzeit sieben Ausschüsse:

  • den Vermittlungsausschuss
  • den Präsidialausschuss
  • den Prüfungsausschuss
  • den Nominierungsausschuss
  • den Risikoausschuss
  • den Strategie- und Nachhaltigkeitsausschuss
  • den Technologieausschuss.

Mit den Ausschüssen verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, die Effizienz seiner Arbeit zu steigern, indem komplexe Sachverhalte in kleineren Gruppen bearbeitet und für den Gesamtaufsichtsrat vorbereitet werden. Sie werden vom Ausschussvorsitzenden einberufen. Gemäß gesetzlicher Vorgaben und geschäftlicher Interessenlage hat das Gremium sieben Ausschüsse gebildet. Die jeweiligen Zuständigkeiten und die Verfahrensregeln für die Beschlussfassungen sind in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat festgelegt; eigene Geschäftsordnungen für die Ausschüsse gibt es nicht. Die Verfahrensregeln entsprechen im Wesentlichen denen des Aufsichtsratsplenums. Die Aufgaben und Zusammensetzungen der einzelnen Ausschüsse sind im Folgenden dargestellt. Die Ausschussvorsitzenden berichten jeweils ausführlich dem Aufsichtsratsplenum über die Gegenstände und Beschlüsse der Ausschusssitzungen.


Vermittlungsausschuss

Der Vermittlungsausschuss ist gesetzlich einzurichten. Er unterbreitet gemäß § 31 Abs. 3 MitbestG dem Aufsichtsrat Vorschläge, wenn für die Bestellung oder Abberufung von Vorstandsmitgliedern eine Zweidrittelmehrheit nicht erreicht wurde. Der Vermittlungsausschuss tagt nur bei Bedarf.


Mitglieder des Vermittlungsausschusses


Clara-Christina Streit (Vorsitzende)

Dr. Markus Beck

 

Oliver Greie

 

Barbara Lambert

 

Präsidialausschuss

Der Präsidialausschuss berät und unterstützt den Aufsichtsratsvorsitzenden bei seiner Tätigkeit, insbesondere bei der Vorbereitung von Sitzungen des Aufsichtsrats sowie der Koordinierung des Aufsichtsrats und der Erledigung laufender Angelegenheiten zwischen den Sitzungen des Aufsichtsrats.


Mitglieder des Präsidialausschusses


Clara-Christina Streit (Vorsitzende)

Dr. Markus Beck  

Prof. Dr. Nadine Brandl

 

Charles Stonehill

 

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss behandelt die Themenkomplexe Finanzen und Revision. Er beschäftigt sich dabei mit Fragen der Aufstellung des jährlichen Budgets und Finanzthemen, insbesondere zum Kapitalmanagement. Der Prüfungsausschuss erörtert Fragen der Angemessenheit und Wirksamkeit der Kontrollsysteme der Gesellschaft und befasst sich dabei insbesondere mit dem Risikomanagement-, Compliance- und internen Revisionssystem. Darüber hinaus befasst er sich mit Fragen der Rechnungslegung, überwacht den Rechnungslegungsprozess und erörtert die Halbjahresfinanzberichte und etwaige Quartalsfinanzberichte. Er prüft den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht einschließlich der zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung und erörtert den Prüfbericht mit dem Abschlussprüfer. Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor sowie den Beschluss des Aufsichtsrats zum Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung. Darüber bereitet der Prüfungsausschuss den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung über die Wahl des Abschlussprüfers und des Konzernabschlussprüfers sowie des Prüfers für den Halbjahresfinanzbericht vor. Er befasst sich mit der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Des Weiteren beauftragt der Prüfungsausschuss den Abschlussprüfer und bestimmt die Prüfungsschwerpunkte sowie die Honorarvereinbarung. Er bereitet die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG und über die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB vor.


Mitglieder des Prüfungsausschusses


Barbara Lambert (Vorsitzende)

Dr. Andreas Gottschling

 

Dr. Anja Greenwood

 
Oliver Greie 

Achim Karle

 

Sigrid Kozmiensky

 

Nominierungsausschuss

Der Nominierungsausschuss hat insbesondere die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorzuschlagen und die Dienstverträge mit den Vorstandsmitgliedern im Rahmen der Beschlüsse des Aufsichtsrats mit ihnen im Namen der Gesellschaft abzuschließen, zu ändern und zu beendigen. Darüber hinaus bereitet der Nominierungsausschuss die Festsetzung der Gesamtbezüge und des Ruhegehalts der einzelnen Vorstandsmitglieder sowie die Festsetzung von Hinterbliebenenbezügen und etwaiger sonstiger Leistungen für den Aufsichtsrat vor. Er überprüft die Angemessenheit der Vorstandsbezüge und erarbeitet gegebenenfalls Vorschläge für eine Anpassung. Der Nominierungsausschuss erteilt die Zustimmung zur Übernahme von Vorstands-, Aufsichtsrats-, Beirats- und ähnlichen Mandaten sowie Ehrenämter und Nebentätigkeiten durch Vorstandsmitglieder und zur Erteilung oder zum Widerruf von Generalvollmachten. Des Weiteren bewertet der Nominierungsausschuss regelmäßig u.a. die Struktur, Größe, Zusammensetzung und Leistung des Vorstands und des Aufsichtsrats.


Die Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl neuer Aufsichtsratsmitglieder werden ausschließlich durch die Anteilseignervertreter im Nominierungsausschuss bestimmt.


Mitglieder des Nominierungsausschusses


Clara-Christina Streit (Vorsitzende)

Dr. Markus Beck

 

Prof. Dr. Nadine Brandl

 

Dr. Anja Greenwood

 

Barbara Lambert

 

Charles Stonehill

 

Risikoausschuss

Der Risikoausschuss überprüft das Risiko Management Framework, einschließlich der Gesamtrisikostrategie und -bereitschaft. Er prüft die periodischen Risikomanagement- und Compliance-Berichte, beaufsichtigt die Überwachung der operationellen und finanziellen Risiken sowie der Geschäftsrisiken der Gruppe und erörtert jährliche Berichte über maßgebliche Risiken und über die Risikomanagement-Systeme der regulierten Gesellschaften der Gruppe, soweit gesetzlich zulässig.


Mitglieder des Risikoausschusses


Dr. Andreas Gottschling (Vorsitzender)

Dr. Markus Beck

 

Barbara Lambert

 

Rainer Müller

 

Strategie- und Nachhaltigkeitsausschuss

Der Strategie- und Nachhaltigkeitsausschuss berät den Vorstand in Angelegenheiten mit strategischer Bedeutung für die Gesellschaft und für die mit ihr verbundenen Unternehmen. Er befasst sich insbesondere mit Fragen der grundsätzlichen geschäftspolitischen und unternehmerischen Ausrichtung, dem Unternehmenszweck, der nachhaltigen Unternehmensführung, der Geschäftstätigkeit in den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG-Kriterien) sowie mit bedeutsamen Projekten für die Gruppe Deutsche Börse.


Mitglieder des Strategie- und Nachhaltigkeitsausschusses


Clara-Christina Streit (Vorsitzende)   

Achim Karle

 

Charles Stonehill

 

Dr. Carsten Schäfer

 

Chong Lee Tan

 

Maria-Regina Wohak

 

Technologieausschuss

Der Technologieausschuss unterstützt den Aufsichtsrat bei der Erfüllung seiner Aufsichtspflichten hinsichtlich der Informationstechnologie zur Ausführung der Geschäftsstrategie der Gruppe sowie in Hinblick auf die Informationssicherheit. Der Technologieausschuss berät zur IT-Strategie und IT-Architektur und beaufsichtigt die Überwachung technologischer Innovationen, IT-Service Bereitstellungen sowie die technische Leistungsfähigkeit und Stabilität der IT-Systeme, operationeller IT-Risiken und Informationssicherheitsdienste und -risiken.


Mitglieder des Technologieausschusses


Shannon Johnston (Vorsitzende)

Dr. Andreas Gottschling

 

Rainer Müller

 

Dr. Carsten Schäfer

 

Jean-Pierre Mustier

 

Maria-Regina Wohak

 

 

Stand: 14. Mai 2025

Im Bericht des Aufsichtsrats finden Sie Details zur Arbeit der Ausschüsse.

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG hatte im Jahr 2025 zwei herausragende Prioritäten.

Wir befassten uns zum einen intensiv mit der künftigen strategischen Ausrichtung der Deutsche Börse Group sowie mit den Plänen für weiteres geschäftliches Wachstum.

Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand frühzeitig und umfassend in die Entwicklung der Gruppenstrategie „Leading the Transformation“ eingebunden. Diese setzt den strategischen Rahmen für die Deutsche Börse Group bis zum Jahr 2028 und darüber hinaus. Dazu berieten wir den Vorstand ausführlich in allen relevanten Aspekten. Für Details zur Gruppenstrategie „Leading the Transformation“ siehe den Abschnitt „Strategie und Steuerungsparameter“ im zusammengefassten Lagebericht.

In geschäftlicher Hinsicht stand der Ausbau des Geschäftsbereichs Clearstream Fund Services durch den beabsichtigten Erwerb sämtlicher Aktien von Allfunds Group PLC (Allfunds) im Vordergrund. Clearstream Fund Services verbindet Fondsanbieter mit Vertriebspartnern. Eine Zusammenführung von Allfunds mit dem bestehenden Fondsdienstleistungsgeschäft der Deutsche Börse Group schafft ein paneuropäisches Ökosystem und verringert die Fragmentierung der europäischen Investmentfondsbranche. Privates Kapital kann hierdurch noch effizienter in produktive Kapitalallokationen wie Investmentfonds gebracht werden.

Zum anderen trafen wir wesentliche Entscheidungen für weitere personelle Kontinuität und verlängerten vorzeitig die Vorstandsmandate von Dr. Thomas Book (Trading & Clearing) und Dr. Christoph Böhm (CIO/COO) jeweils bis zum Jahr 2029. Zuvor hatte Dr. Jens Schulte wie geplant zum 1. Juni 2025 sein Vorstandsmandat und zum 22. September 2025 die Verantwortung für das Finanzressort (CFO) übernommen. Clara-Christina Streit wurde in unserer außerordentlichen Sitzung im Anschluss an die Hauptversammlung am 14. Mai 2025 zur Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt und die Hauptversammlung wählte Jean-Pierre Mustier als neues Mitglied in das Gremium. Für weitere Details zu den Personalthemen in Vorstand und Aufsichtsrat siehe den Abschnitt „Personalia“.

Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG im Berichtsjahr intensiv und regelmäßig mit der Lage, den Perspektiven sowie den grundlegenden strategischen Optionen des Unternehmens. Ein Schwerpunkt bildeten dabei der beabsichtigte Erwerb von Allfunds sowie ISS STOXX und die Beendigung der Partnerschaft mit dem langjährigen Miteigentümer General Atlantic. Auch in die weiteren Aktivitäten der Deutsche Börse Group zum Kauf bzw. Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen war der Aufsichtsrat beratend eingebunden. Im Bereich der Informationstechnologie setzten wir als Aufsichtsrat weiterhin einen Schwerpunkt auf die Themen „Künstliche Intelligenz“ (KI) sowie digitale Vermögenswerte und beschäftigten uns eingehend damit. Hinsichtlich KI befassten wir uns beispielsweise mit den generellen Chancen und aktuellen Trends beim Einsatz von KI, der konkreten Implementierung von KI im Produktangebot von SimCorp sowie der EU KI-Verordnung. Im Bereich digitale Vermögenswerte informierten wir uns auch im Berichtsjahr erneut ausführlich über die digitale Transformation der Finanzmärkte, die Formen der Digitalisierung und Tokenisierung von Wertpapieren sowie ein hierauf ausgerichtetes ganzheitliches Leistungsangebot der Deutsche Börse Group. Ein übergeordnetes wichtiges Thema im Bereich der Informationstechnologie war weiterhin die Cyber-Resilienz. Im Rahmen des jährlichen Berichts zur Informationssicherheit berichtete der Vorstand auch über die spezifische Bedrohungslage aus dem Einsatz von KI. Im Berichtsjahr befassten wir uns erneut mit verschiedenen Rechtsthemen und verschafften uns einen Überblick über den Stand wesentlicher Rechtsstreitigkeiten und Verfahren der Deutsche Börse Group, wie der Rechtsstreitigkeiten und Verfahren der Clearstream Banking S.A. in den USA und Luxemburg, der kartellrechtlichen Ermittlungen der EU-Kommission hinsichtlich der früheren Kooperation zwischen Eurex und HEX/Nasdaq sowie dem laufenden Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Köln in Bezug auf die Konzeption und Durchführung von Wertpapiertransaktionen von Marktteilnehmenden über den Dividendenstichtag (Cum-Ex-Thematik). Derartige Transaktionen haben Marktteilnehmende genutzt, um unberechtigte Steuererstattungsansprüche geltend zu machen. Ein wichtiges Thema unserer Aufsichtsratsarbeit waren zudem Effizienz, Angemessenheit und Wirksamkeit der internen Kontrollsysteme sowie der Umgang mit Feststellungen interner Kontrollfunktionen und externer Prüfer und Regulierungsbehörden. Darüber hinaus traf sich die Aufsichtsratsvorsitzende im Januar 2026 mit institutionellen Investoren und Stimmrechtsberatern, um mit ihnen über aktuelle Governance-Themen des Aufsichtsrats zu sprechen. Im Mittelpunkt dieser Gespräche standen die Arbeit des Aufsichtsrats im Berichtsjahr, ein Rückblick auf die in Präsenz durchgeführte Hauptversammlung 2025 und ein Ausblick auf die Hauptversammlung 2026 sowie die Überlegungen zur künftigen Fortentwicklung der Corporate Governance, in welche auch die Ergebnisse der im Jahr 2025 mit externer Unterstützung durchgeführten Effektivitätsprüfung eingeflossen sind. Die Aufsichtsratsvorsitzende berichtete im Aufsichtsrat ausführlich über ihren Dialog mit den Investoren.

Wir nahmen die uns nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahr: Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und die Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht. In alle grundlegenden Entscheidungen waren wir eingebunden.

In unseren Sitzungen unterrichtete uns der Vorstand ausführlich, zeitnah und entsprechend den gesetzlichen Vorgaben. Durch die enge zeitliche Taktung sowohl der Plenums- als auch der Ausschusssitzungen und Workshops fand ein intensiver Austausch zwischen Aufsichtsrat und Vorstand statt. Der Vorstandsvorsitzende, Dr. Stephan Leithner, informierte die Aufsichtsratsvorsitzende zudem fortlaufend und regelmäßig über die Entwicklung der Geschäftslage, wesentliche Geschäftsvorfälle, anstehende Entscheidungen sowie langfristige Perspektiven und erörterte diese mit ihr.

Die Sitzungen des Aufsichtsrats fanden im Jahr 2025 sowohl am Unternehmenssitz als auch in Kopenhagen, Dänemark, statt. Im Berichtsjahr hielten wir insgesamt neun Sitzungen des Plenums ab, davon drei außerordentliche Sitzungen zu Personalthemen betreffend den Aufsichtsrat, zur Festlegung der Besetzung der Ausschüsse des Aufsichtsrats und zu strategischen Optionen.

Zusätzlich fanden im Zuge der regelmäßigen gemeinsamen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Aufsichtsrat und Vorstand fünf Workshops zu den Themen „Digital Operational Resilience Act - DORA“ (März), Digital Securities (Juni), Künstliche Intelligenz (Juni), Rechte und Pflichten von Aufsichtsrat und Vorstand (September) sowie zu Kartellrecht & Compliance (September) statt. Diese Workshops wurden durch interne und externe Experten durchgeführt.

Darüber hinaus befassten wir uns im November in einem außerordentlichen Workshop des Aufsichtsrats zur künftigen Strategie „Leading the Transformation“ der Deutsche Börse Group. Im Dezember fanden zudem zwei Workshops des Aufsichtsrats zum Thema „Künstliche Intelligenz in der Aufsichtsratsarbeit“ und den dazu von der Deutsche Börse AG bereitgestellten KI-Anwendungen statt.

Von insgesamt 33 Sitzungen des Aufsichtsrats (Plenum sowie Ausschüsse) im Berichtsjahr wurden eine Sitzung des Plenums und eine Sitzung des Nominierungsausschusses allein als Video- oder Telefonkonferenz durchgeführt. Dieses virtuelle Format wurde insbesondere bei kurzfristig einberufenen Sitzungen gewählt. Die durchschnittliche Teilnahmequote sämtlicher Mitglieder des Aufsichtsrats an den Sitzungen des Plenums und der Ausschüsse (einschließlich der allein als Video- oder Telefonkonferenz durchgeführten Sitzungen) lag im Berichtszeitraum bei 98 Prozent. Dabei handelte es sich bei durchschnittlich 25 Prozent um virtuelle Teilnahmen. Die virtuelle Teilnahmequote allein an den Ausschusssitzungen lag bei 26 Prozent.

Im Einzelnen waren die Aufsichtsratsmitglieder in den Sitzungen persönlich bzw. über eine virtuelle Teilnahme wie folgt anwesend:

Teilnahme der Aufsichtsratsmitglieder an den Sitzungen im Jahr 2025

Name

Sitzungen gesamt (davon virtuelle Teilnahme1)

Sitzungsteilnahme
Plenum 
(davon virtuelle Teilnahme)
Sitzungsteilnahme
Ausschüsse 
(davon virtuelle Teilnahme)

Teilnahme in % 
(davon virtuelle Teilnahme in %)

Clara-Christina Streit (Vorsitzende seit 14.05.2025)

19/19 (3)

9/9 (1)

10/10 (2)

100 (16)

Martin Jetter (Vorsitzender bis 14.05.2025)

7/7 (3)

4/4 (1)

3/3 (2)

100 (43)

Dr. Markus Beck (stellv. Vorsitzender)

20/20 (4)

9/9 (2)

11/11 (2)

100 (20)

Prof. Dr. Nadine Brandl

14/16 (8)

7/9 (3)

7/7 (5)

88 (57)

Dr. Andreas Gottschling

23/23 (3)

9/9 (2)

14/14 (1)

100 (13)

Dr. Anja Greenwood

22/22 (8)

9/9 (2)

13/13 (6)

100 (36)

Oliver Greie

15/15 (3)

9/9 (2)

6/6 (1)

100 (20)

Shannon A. Johnston 

12/13 (8)

8/9 (6)

4/4 (2)

92 (67)

Achim Karle

18/18 (5)

9/9 (3)

9/9 (2)

100 (28)

Sigrid Kozmiensky

15/15 (3)

9/9 (2)

6/6 (1)

100 (20)

Barbara Lambert

26/26 (9)

9/9 (3)

17/17 (6)

100 (35)

Rainer Müller

17/17 (2)

9/9 (2)

8/8 (0)

100 (12)

Jean Pierre Mustier (seit 14.05.2025)

8/8 (0)

5/5 (0)

3/3 (0)

100 (0)

Dr. Carsten Schäfer

16/16 (1)

9/9 (1)

7/7 (0)

100 (6)

Charles Stonehill

17/17 (5)

9/9 (2)

8/8 (3)

100 (29)

Chong Lee Tan

12/12 (3)

9/9 (2)

3/3 (1)

100 (25)

Maria-Regina Wohak

14/16 (0)

7/9 (0)

7/7 (0)

88 (0)

Durchschnittliche Teilnahmequote2)  98 (25)

1) Bezogen auf alle Sitzungen einschließlich derjenigen in einem rein virtuellen Format; virtuelle Teilnahmen an Sitzungen in Präsenz wurden in einigen Fällen in Anspruch genommen, insbesondere im Krankheitsfall oder um den CO2-Ausstoß aus Reisetätigkeit zu reduzieren.
2) Die Teilnahme an Workshops des Aufsichtsrats ist freiwillig. Sie wird deshalb bei der Berechnung der durchschnittlichen Teilnahmequote nicht berücksichtigt.


Die Themen im Aufsichtsratsplenum

Im Einzelnen standen in unseren Plenumssitzungen und Workshops im Berichtszeitraum folgende Themen im Vordergrund:


In unserer ordentlichen Sitzung am 11. Februar 2025 informierte uns der Vorstand turnusmäßig über den Stand bei der ressortübergreifenden Kundenbetreuung. Wir befassten uns zudem mit dem vorläufigen Ergebnis des Geschäftsjahres 2024 und dem Dividendenvorschlag des Vorstands für 2024. Nach eingehender Erörterung legten wir die Höhe der variablen Vergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2024 fest und wir beschlossen die Erklärung zur Unternehmensführung 2024. Des Weiteren erörterten wir das Format der Hauptversammlung 2025. Außerdem befassten wir uns mit dem Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden Martin Jetter über die Corporate Governance Roadshow. Abschließend verabschiedeten wir das überarbeitete Vergütungssystem sowie die Ziele des Vorstands für das Jahr 2025.


In der ordentlichen Sitzung am 13. März 2025 befassten wir uns in Anwesenheit des Abschlussprüfers mit dem Jahresabschluss 2024 der Deutsche Börse AG und mit dem Konzernabschluss 2024 sowie mit dem Vergütungsbericht 2024. Mit der Billigung des Jahres- und Konzernabschlusses 2024 sowie des Vergütungsberichts 2024 folgten wir nach eingehender eigener Prüfung der zustimmenden Empfehlung des Prüfungsausschusses, der die Unterlagen zuvor einer intensiven vorbereitenden Prüfung unterzogen hatte. In der Sitzung bestand auch die Gelegenheit zum Austausch mit dem Abschlussprüfer ohne Anwesenheit des Vorstands. Neben dem Bericht des Aufsichtsrats für 2024 beschlossen wir auch die Tagesordnung für die Hauptversammlung 2025 und wählten Clara-Christina Streit zur stellvertretenden Versammlungsleiterin. Abschließend informierte uns der Vorstand über die Personalsituation sowie den aktuellen Stand laufender Rechtsangelegenheiten der Deutsche Börse Group.


Am 13. März 2025 fand zudem ein Technologie-Workshop zum Thema „Digital Operational Resilience Act - DORA“ statt. In diesem befassten wir uns mit den Anforderungen der EU-Verordnung zur Stärkung der digitalen operationalen Resilienz sowie mit der Umsetzung in der Deutsche Börse Group.


In der außerordentlichen Sitzung am 25. März 2025 beschlossen wir, der Hauptversammlung Jean-Pierre Mustier zur Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen.


In unserer ordentlichen Sitzung am 14. Mai 2025 erörterten wir gemeinsam mit dem Vorstand die bevorstehende Hauptversammlung 2025.


In der außerordentlichen Sitzung nach Beendigung der Hauptversammlung am 14. Mai 2025 wurde Clara-Christina Streit zur neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Deutsche Börse AG gewählt. Außerdem wurde Dr. Markus Beck erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. An der Sitzung nahm auch der neu gewählte Anteilseignervertreter Jean-Pierre Mustier teil. Ferner beschlossen wir die Besetzung der Aufsichtsratsausschüsse.


In unserem Strategie-Workshop am 18. Juni 2025 befassten wir uns auch im Berichtsjahr erneut mit digitalen und tokenisierten Wertpapieren und den Aktivitäten der Deutsche Börse Group in diesem Bereich.


Außerdem fand am 18. Juni 2025 ein weiterer Technologie-Workshop statt, in dem wir uns erneut umfassend zum Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) informierten. Dabei setzten wir uns auch mit der EU KI-Verordnung sowie dem fortlaufenden Rahmenkonzept der Deutsche Börse Group zur KI-Governance auseinander.


Mit der ordentlichen Sitzung am 18. Juni 2025 fand erneut eine Aufsichtsratssitzung an einem ausländischen Standort der Deutsche Börse Group statt. In der Sitzung in Kopenhagen, Dänemark, befassten wir uns mit der Entwicklung der zuletzt erworbenen Unternehmen und Beteiligungen. Wir bereiteten die jährliche Effektivitätsprüfung vor, die im Berichtsjahr mit externer Unterstützung durchgeführt wurde. Abschließend beschlossen wir, dass Wiederbestellungen von Vorstandsmitgliedern künftig grundsätzlich nur noch für einen Zeitraum von drei Jahren erfolgen sollen.


In der außerordentlichen Sitzung am 10. September 2025 befassten wir uns mit strategischen Optionen.


Mit den Rechten und Pflichten von Aufsichtsrat und Vorstand befassten wir uns im Rahmen eines Governance-Workshops am 17. September 2025


Am 18. September 2025 informierten wir uns im Rahmen eines Compliance-Workshops über die Themen “Kartellrecht und Compliance“ sowie über wesentliche Compliance-Entwicklungen.


In der ordentlichen Sitzung am 18. September 2025 befassten wir uns mit dem aktuellen Stand der Überlegungen zur künftigen Gruppenstrategie. Darüber hinaus bestellten wir Dr. Thomas Book erneut als Mitglied des Vorstands und verlängerten seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2029. Wir überprüften turnusgemäß die Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und bestätigten das Kompetenzprofil als Grundlage für die jährliche Geeignetheitsprüfung. Abschließend befassten wir uns mit der Durchführung der diesjährigen Effektivitätsprüfung des Aufsichtsrats.


In einem außerordentlichen Strategie-Workshop am 17. November 2025 informierte uns der Vorstand über den aktuellen Stand der Überlegungen zur künftigen Gruppenstrategie.


Am 3. Dezember 2025 befasste sich der Aufsichtsrat in einem zusätzlichen IT-Workshop mit dem Thema „KI in der Aufsichtsratsarbeit“ und den hierfür dem Gremium bereitgestellten KI-Anwendungen.


In der ordentlichen Sitzung am 4. Dezember 2025 haben wir das Budget für 2026 verabschiedet. Wir befassten uns erneut eingehend mit der neuen Gruppenstrategie „Leading the Transformation“ im Hinblick auf den bevorstehenden Kapitalmarkttag. Wir bestellten Dr. Christoph Böhm erneut als Mitglied des Vorstands und verlängerten seinen Vertrag vorzeitig bis zum 31. Oktober 2029. Der Vorstand informierte uns über die Entwicklung der zuletzt erworbenen Unternehmen und Beteiligungen sowie der im Rahmen der Corporate Venture-Aktivitäten der Deutsche Börse Group getätigten Investments, und informierte uns über den Stand der kartellrechtlichen Ermittlungen der EU-Kommission hinsichtlich der früheren Kooperation zwischen Eurex und HEX/Nasdaq. Des Weiteren befassten wir uns mit der freiwilligen Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung, den Ergebnissen der jährlichen Mitarbeitendenumfrage sowie mit der Personalstrategie. Wir beschlossen die jährliche Entsprechenserklärung und stimmten der Geeignetheit von Vorstand und Aufsichtsrat zu. Zudem stimmte der Vorstand das geplante Format der Hauptversammlung 2026 mit uns ab. Abschließend erörterten wir eingehend die Ergebnisse der diesjährigen Effektivitätsprüfung und die daraus abzuleitenden Maßnahmen.


Arbeit der Ausschüsse

Im Berichtsjahr verfügte der Aufsichtsrat über sieben ständige Ausschüsse. Er verfügte zudem für eine begrenzte Zeit mit dem „Chairman Selection Committee“ formal über einen weiteren Ausschuss, der im Berichtsjahr jedoch nicht mehr getagt und sich mit der Wahl von Clara-Christina Streit zur Vorsitzenden des Aufsichtsrats am 14. Mai 2025 automatisch aufgelöst hat. Die Ausschüsse haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für das Plenum vorzubereiten. Soweit gesetzlich zulässig, wurden auch einzelne Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen. In den Plenumssitzungen berichteten die Ausschussvorsitzenden jeweils ausführlich über die Ausschussarbeit. Die Aufsichtsratsvorsitzende führte den Vorsitz im Nominierungsausschuss, im Strategie- und Nachhaltigkeitsausschuss sowie im Präsidialausschuss und im Vermittlungsausschuss. Die personelle Zusammensetzung und die Aufgaben der Ausschüsse für 2025 finden sich im Abschnitt „Erklärung zur Unternehmensführung“ im zusammengefassten Lagebericht. Insbesondere wurden folgende Themen in den Ausschüssen bearbeitet:


Prüfungsausschuss (6 Sitzungen im Berichtsjahr)


  • Finanzthemen, insbesondere Kapitalmanagement
  •  Rechnungslegung: Prüfung des Jahresabschlusses der Deutsche Börse AG und des Konzerns inkl. des Rechnungslegungsprozesses, des zusammengefassten Lageberichts inkl. der Konzernnachhaltigkeitserklärung, des Vergütungsberichts sowie des Halbjahresfinanzberichts und der Quartalsmitteilungen einschließlich Erörterung der Prüfungsergebnisse in Gegenwart des Abschlussprüfers, Vorbereitung der Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses sowie des Gewinnverwendungsvorschlags des Vorstands
  • Abschlussprüfer: Einholung der Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers und Überwachung der Unabhängigkeit, Beauftragung des Abschlussprüfers zur Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts, Beauftragung einer freiwilligen betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit der Konzernnachhaltigkeitserklärung, Beauftragung zur prüferischen Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts, Beauftragung des Abschlussprüfers zur formellen und inhaltlichen Prüfung des Vergütungsberichts, Vereinbarung des Abschlussprüferhonorars, Festlegung von und Befassung mit Prüfungsschwerpunkten, Befassung mit vom Abschlussprüfer erbrachten Nichtprüfungsleistungen, Beurteilung der Qualität der Abschlussprüfung und Vorbereitung des Beschlussvorschlags des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers
  • Interne Kontrollsysteme: Fragen zum Risikomanagement, zur Compliance und Kapitalmarkt-Compliance sowie zum internen Kontroll- und Revisionssystem, Erörterung der angewandten Methoden und Systeme sowie von deren Angemessenheit und Wirksamkeit, detaillierte Befassung mit dem rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem
  • Dividende der Deutsche Börse AG und Budget der Gruppe
  • Erörterung und Festlegung der Aufgaben des Prüfungsausschusses für das kommende Jahr
  • Vorbereitung des Beschlusses des Aufsichtsrats zur Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und zur Entsprechenserklärung nach § 161 AktG
  • Befassung mit dem Kontrollverfahren zu Geschäften mit nahestehenden Personen
  • Befassung mit der doppelten Wesentlichkeitsanalyse für das Geschäftsjahr 2025 im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitserklärung
  • Befassung mit Maßnahmen zur Schließung von internen und externen Prüfungsfeststellungen
  • Befassung mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren der Deutsche Börse Group
  • Befassung mit strategischen Optionen
  • Befassung mit den Steuerpositionen der Deutsche Börse AG und weiteren Steuerthemen
  • Befassung mit rechnungslegungsbezogenen Ausweisänderungen im Rahmen von IFRS 18

Nominierungsausschuss (7 Sitzungen im Berichtsjahr)


  • Vorstandsvergütung: Zielerreichung der Vorstandsmitglieder, Ermittlung der variablen Vorstandsvergütung 2024, Vorbesprechung der finanziellen Zielerreichung 2025, Vorbereitung der Verabschiedung der individuellen Ziele der Mitglieder des Vorstands für die Geschäftsjahre 2025 und 2026 durch den Aufsichtsrat, Befassung mit der Performance Share Tranche 2019, Anpassung des Vorstandsvergütungssystems im Rahmen der turnusmäßigen Vorlage zur Billigung durch die Hauptversammlung in 2025 und Befassung mit den Nachhaltigkeitszielen hierunter
  • Erörterung der Nachfolgeplanung für den Vorstand und für nachfolgende Managementebenen
  • Kandidatensuche und -vorauswahl durch die Anteilseignervertreter hinsichtlich einer Nachfolge für Martin Jetter als Mitglied des Aufsichtsrats zum Ende der Hauptversammlung in 2025
  • Befassung mit dem Kompetenzprofil für den Aufsichtsrat und Vorstand sowie der Geeignetheitsprüfung (sog. Suitability Assessment) von Vorstand und Aufsichtsrat inkl. der Qualifikationsmatrix des Aufsichtsrats
  • Befassung mit der jährlichen Effektivitätsprüfung in 2025 unter Einbeziehung externer Unterstützung und den Maßnahmen zur Verbesserung der Aufsichtsratsarbeit
  • Befassung mit der Trainingsplanung für 2026 für Vorstand und Aufsichtsrat
  • Befassung mit den Ergebnissen der jährlichen Befragung der Mitarbeitenden
  • Bericht über die Corporate Governance-Roadshow des Geschäftsjahres 2024 des ehemaligen Vorsitzenden des Aufsichtsrats
  • Befassung mit der Anpassung der Bestellperioden für die Mitglieder des Vorstands sowie des Prozesses für Wiederbestellungen

Risikoausschuss (4 Sitzungen im Berichtsjahr)


  • Erörterung der quartalsweise vorgelegten Compliance-, Risikomanagement- und Group Data Privacy-Berichte
  • Befassung mit der Bestimmung der Risikoneigung (sog. Risikoappetit) der Deutsche Börse Group für das Geschäftsjahr 2026
  • Befassung mit laufenden Rechtsangelegenheiten der Deutsche Börse Group
  • Befassung mit internen und externen Prüfungsfeststellungen
  • Befassung mit anlassbezogenen Risikosituationen insbesondere hinsichtlich aktueller geopolitischer und technischer Entwicklungen sowie Auswirkungen von Systemausfällen auf die Deutsche Börse Group
  • Befassung mit der Rückgabe der Banklizenz durch die Eurex Clearing AG aus Risikoperspektive
  • Befassung mit der Governance der Axioma-Risikomodelle und möglichen Haftungsrisiken für die Deutsche Börse Group

Strategie- und Nachhaltigkeitsausschuss (3 Sitzungen im Berichtsjahr)


  • Erörterung und Befassung mit der künftigen Gruppenstrategie „Leading the Transformation“
  • Befassung mit strategischen Optionen

Technologieausschuss (4 Sitzungen im Berichtsjahr)


  • Befassung mit der quartalsweisen Berichterstattung über die wesentlichen Entwicklungen im IT-Bereich, insbesondere Status der Cloud-Infrastruktur, Bericht über die Systemstabilität und Nutzung von technologischen Innovationen, wie künstliche Intelligenz
  • Befassung mit aktuellen Entwicklungen in der Informationssicherheit
  • Behandlung von Digitalisierungsinitiativen des Geschäftsbereichs Clearstream
  • Behandlung von Digitalisierungsinitiativen und Befassung mit der IT-seitigen Unterstützung der strukturellen und organisatorischen Veränderungen im Geschäftsbereich Investment Management Solutions
  • Befassung mit der IT-Governance und wesentlichen Initiativen im Geschäftsbereich Eurex
  • Befassung mit der Umsetzung der Partnerschaft mit einem Anbieter von Cloud-Infrastruktur
  • Management und Beaufsichtigung der Überwachung von IKT- und KI-bezogenen regulatorischen Anforderungen und ihrer Umsetzung, sowie Befassung mit dem IT-Governance-Rahmenwerk
  • Befassung mit der Diversität in Führungspositionen im Resort CIO/COO
  • Befassung mit Initiativen zur Stärkung der operationalen Resilienz
  • Befassung mit der Eröffnung des neuen Standorts in Hyderabad (Indien) sowie Ausbau der IT-Kapazitäten, Umsetzung von Datenschutz-, Compliance- und Arbeitsplatzsicherheitsmaßnahmen
     

Chairman Selection Committee (keine Sitzung im Berichtsjahr)


  • Das Chairman Selection Committee wurde für die Vorbereitung der Neuwahl des Aufsichtsratsvorsitzes nach der Hauptversammlung 2025 eingesetzt. Da die Nominierung von Clara-Christina Streit bereits am 5. Dezember 2024 erfolgt war, fand im Geschäftsjahr 2025 keine weitere Sitzung statt und das Chairman Selection Committee löste sich mit der Wahl von Clara-Christina Streit zur neuen Aufsichtsratsvorsitzenden auf.

Präsidialausschuss (keine Sitzung im Berichtsjahr)


  • Der Präsidialausschuss tritt auf Initiative des Aufsichtsratsvorsitzenden bei eilbedürftigen Angelegenheiten zusammen und bereitet die entsprechenden Plenumssitzungen vor. Im Berichtsjahr bestand keine Notwendigkeit für den Präsidialausschuss, zu einer Sitzung zusammenzukommen.

Vermittlungsausschuss (keine Sitzung im Berichtsjahr)


  • Der Vermittlungsausschuss ist gesetzlich einzurichten. Gemäß § 31 Absatz 3 MitbestG unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge, wenn für die Bestellung oder Abberufung von Vorstandsmitgliedern keine Zweidrittelmehrheit erreicht wurde. Der Vermittlungsausschuss tagt nur bei Bedarf. Im Berichtsjahr bestand keine Notwendigkeit für den Vermittlungsausschuss, zu einer Sitzung zusammenzukommen.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) mit Sitz in Frankfurt am Main hat den Jahresabschluss der Deutsche Börse AG, ihren Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für das am 31. Dezember 2025 beendete Geschäftsjahr unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der verkürzte Abschluss und der Zwischenlagebericht als Teil des Halbjahresfinanzberichts 2025 wurden einer prüferischen Durchsicht durch PwC unterzogen. Die Abschlussunterlagen und Berichte von PwC wurden uns rechtzeitig zur Einsicht und Prüfung ausgehändigt. Die verantwortlichen Wirtschaftsprüfer waren Dr. Michael Rönnberg und Clemens Koch. Sie haben sowohl an den entsprechenden Sitzungen des Prüfungsausschusses als auch an der Bilanzsitzung des gesamten Aufsichtsrats teilgenommen – dabei jeweils auch ohne Anwesenheit des Vorstands. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung. Insbesondere erläuterten sie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns und standen für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Sie tauschten sich regelmäßig auch außerhalb der Sitzungen mit der Vorsitzenden des Aufsichtsrats und den Vorsitzenden des Prüfungs- und des Risikoausschusses aus. Die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts sowie die freiwillige betriebswirtschaftliche Prüfung mit begrenzter Sicherheit der im zusammengefassten Lagebericht enthaltenen Konzernnachhaltigkeitserklärung, die nach den Grundsätzen der CSRD und unter Zugrundlegung des ESRS-Rahmenwerks erstellt wurde, blieben ohne Beanstandungen. Im Rahmen der Prüfung wurden keine Tatsachen festgestellt, aus denen sich eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG ergibt, für die eine Informationspflicht des Abschlussprüfers gegenüber der Vorsitzenden des Prüfungsausschusses vereinbart worden war. Ebenfalls ohne Beanstandungen blieb die formelle und freiwillig auch inhaltlich durchgeführte Prüfung des Vergütungsberichts. Der Aufsichtsrat befasste sich regelmäßig mit den Leistungen von PwC, die zusätzlich zu den Abschlussprüferleistungen erbracht wurden. Umstände, die eine Befangenheit der Abschlussprüfer befürchten lassen, lagen nicht vor.


Der Prüfungsausschuss hat die Abschlussunterlagen und die Berichte von PwC intensiv mit dem Abschlussprüfer erörtert und einer eigenen sorgfältigen Prüfung unterzogen. Er ist zu der Überzeugung gelangt, dass die Berichte insbesondere den gesetzlichen Anforderungen aus §§ 317, 321 HGB genügen. Über die Prüfung hat der Ausschuss dem Aufsichtsrat berichtet und ihm die Billigung von Jahresabschluss und Konzernabschluss empfohlen.


Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts 2025 im Plenum hatten wir keine Einwendungen. Wir stimmten daher dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss billigten wir in der Sitzung vom 5. März 2026 entsprechend der Empfehlung des Prüfungsausschusses. Damit ist der Jahresabschluss der Deutsche Börse AG festgestellt. Den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns diskutierte der Prüfungsausschuss eingehend mit dem Vorstand. Aspekte der Diskussion waren die Liquidität der Gesellschaft, ihre Finanzplanung sowie die Aktionärsinteressen. Der Prüfungsausschuss sprach sich nach dieser Diskussion und eigener Prüfung für den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns aus. Auch im Plenum des Aufsichtsrats schlossen wir uns nach eigener Prüfung dem Vorschlag des Vorstands an.


Personalia

Im Aufsichtsrat ergaben sich im Berichtsjahr folgende personelle Änderung.


Der Aufsichtsrat besteht satzungsgemäß aus 16 Mitgliedern. Auf Seiten der Anteilseignervertreter ist mit Jean-Pierre Mustier eines von insgesamt acht Mitgliedern neu in den Aufsichtsrat gewählt worden.


Jean-Pierre Mustier ist Martin Jetter gefolgt, der sein Aufsichtsratsmandat sowie den Vorsitz im Aufsichtsrat mit Wirkung zum Ende der Hauptversammlung am 14. Mai 2025 niedergelegt hatte.


Clara-Christina Streit ist in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 14. Mai 2025 zur Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt worden.


Wir danken Martin Jetter sehr herzlich für die bereichernde und konstruktive Zusammenarbeit im Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG sowie für die Leitung des Aufsichtsrats als dessen Vorsitzender seit dem Jahr 2020.


Jean-Pierre Mustier ist zu Beginn seiner Aufsichtsratstätigkeit ausführlich in sein Amt eingeführt worden.


In Bezug auf den Vorstand ergaben sich im Jahr 2025 folgende personellen Veränderungen.


Dr. Jens Schulte hat wie geplant zum 1. Juni 2025 sein Vorstandsmandat angetreten. Zum 22. September 2025 hat er als CFO die Verantwortung für das Finanzressort von Gregor Pottmeyer übernommen. Dieser ist zum 30. September 2025 nach 16 Jahren als CFO planmäßig aus dem Vorstand der Gesellschaft ausgeschieden. Dr. Jens Schulte ist ein ausgewiesener Finanz- und Kapitalmarktexperte. Vor seinem Wechsel in den Vorstand der Deutsche Börse AG war Dr. Jens Schulte CFO der thyssenkrupp AG sowie der Schott AG.


Der Aufsichtsrat bedankt sich ausdrücklich bei Gregor Pottmeyer. Seine Zeit im Vorstand war geprägt von Stabilität und Wandel, strategischem Weitblick und einem tiefen Verständnis für die Finanzmärkte.


Heike Eckert, bislang im Vorstand bereits verantwortlich für die Bereiche HR und Compliance, übernahm zusätzlich die Verantwortung für den Bereich Chief Risk Officer.


Zudem traf der Aufsichtsrat wesentliche Entscheidungen hinsichtlich der künftigen Zusammensetzung des Vorstands.


Der Aufsichtsrat hat das Vorstandsmandat von Dr. Thomas Book vorzeitig um drei Jahre bis zum 30. Juni 2029 verlängert. Sein bisheriger Vertrag läuft noch bis Ende Juni 2026. Auch das Vorstandsmandat von Dr. Christoph Böhm verlängerte der Aufsichtsrat vorzeitig um drei Jahre bis zum 31. Oktober 2029. Sein bisheriger Vertrag läuft noch bis Ende Oktober 2026.


Wiederbestellungen von Mitgliedern des Vorstands sollen gemäß Beschluss des Aufsichtsrats vom 18. Juni 2025 künftig in Angleichung an internationale Marktpraxis grundsätzlich für drei Jahre erfolgen.


Umgang mit Interessenkonflikten

Um bereits den Anschein einer von persönlichen Interessen beeinflussten Arbeit und Entscheidungsfindung im Aufsichtsrat von vornherein auszuschließen, legt jedes Aufsichtsratsmitglied Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen können, der Vorsitzenden des Aufsichtsrats unverzüglich offen. Um einem potenziellen Interessenkonflikt vorzubeugen, hat ein Aufsichtsratsmitglied sich vorsorglich nicht an einer Diskussion mit Bezug zu kartellrechtlichen Ermittlungen der EU-Kommission hinsichtlich der früheren Kooperation zwischen Eurex und HEX/Nasdaq beteiligt.


Wir danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeitenden für ihr großes Engagement und die gute Arbeit im Jahr 2025.


Frankfurt am Main, den 5. März 2026
Für den Aufsichtsrat:


Clara-Christina Streit
Vorsitzende des Aufsichtsrats


 

Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat

Gemäß §12 Abs. 3 der Satzung der Deutsche Börse AG kann sich der Aufsichtsrat selbst eine Geschäftsordnung geben. Nachfolgend stellen wir Ihnen die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG in der Fassung vom 29. September 2022 zum Download bereit.