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Kapitalmarktunion

Kapitalmarktunion (KMU)

Vom Aktionsplan für Finanzdienstleistungen aus dem Jahr 1998 bis zu den Giovannini-Berichten aus den Jahren 2001-2003 - Versuche einen vollständig integrierten Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen in Europa zu schaffen, nicht neu. Mit der im September 2015 von der Europäischen Kommission gestarteten Initiative zur Kapitalmarktunion (KMU) wurde ein wichtiger politischer Impuls für einen Aktionsplan gegeben, der versucht, ein diversifizierteres und nachhaltigeres Finanzökosystem zu schaffen, das Wachstum und Widerstandsfähigkeit fördert. 

Trotz der Bemühungen in den letzten Jahren bleibt das KMU-Projekt in Arbeit und hat für die von der Leyen-Kommission höchste Priorität. 2019 wurde eine Expertengruppe, das High Level Forum (HLF) zur KMU, eingerichtet, der auch die Gruppe Deutsche Börse angehörte.

Das Forum sollte Empfehlungen für künftige gezielte KMU-Maßnahmen entwickeln, die Barrieren für den Kapitalfluss abbauen, die das Wachstum der Märkte behindern, und einen gleichberechtigten Zugang zu den Kapitalmärkten in der gesamten EU sicherstellen. Der Abschlussbericht "A new Vision for Europe's capital markets" wurde im Juni 2020 veröffentlicht und enthält eine Reihe von 17 spezifischen Maßnahmen, die als "game changers" für das angesehen werden, was die EU dringend umsetzen muss, um die schwerwiegendsten Hindernisse zu überwinden und voll funktionsfähige, integrierte Kapitalmärkte zu erreichen, wobei der Schwerpunkt auf der re-equitization liegt. Mit ihrem Aktionsplan zur Kapitalmarktunion, der im September 2020 veröffentlicht wurde, hat sich die Europäische Kommission verpflichtet, einen Großteil der Empfehlungen des HLF umzusetzen.

Zu den weiteren Initiativen, in denen sich die Gruppe Deutsche Börse engagiert, gehört die Markets4Europe-Initiative, eine europaweite kollaborative Industriekampagne, die darauf abzielt, im Rahmen der Agenda 2019-2024 wegweisende Lösungen für die Entwicklung wirklich integrierter EU-Finanzmärkte vorzuschlagen.

Es ist höchste Zeit, die KMU auf die nächste Stufe zu bringen

Die Notwendigkeit, bei der Schaffung eines Binnenmarktes für Kapitalmärkte in der EU27 voranzukommen, ist mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs, des größten europäischen Finanzzentrums, besonders dringend geworden. Darüber hinaus gewinnt die Förderung global wettbewerbsfähiger Strukturen in der EU27 angesichts der sich verschiebenden globalen Gleichgewichte an Bedeutung.

Mit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie und den zu erwartenden verheerenden Auswirkungen auf die Lebensfähigkeit, das Wachstum und die Finanzierung von Unternehmen, insbesondere von KMU, sind Fortschritte bei der Kapitalmarktunion jedoch wichtiger denn je.

Aus Sicht der Gruppe Deutsche Börse unterstützen wir aufrichtig Maßnahmen, die darauf abzielen, ein effizientes und qualitativ hochwertiges Ökosystem zu schaffen, das ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum fördert - insbesondere vor dem Hintergrund einer neuen politischen und wirtschaftlichen Realität auf globaler Ebene und der beispiellosen Krisensituation im Rahmen der COVID-19-Pandemie.

Wir begrüßen einen verstärkten Fokus auf die re-equitization und Empfehlungen in Bezug auf das Funktionieren der Primärmärkte, z.B. auf Erleichterungen bei den Börsenzulassungsanforderungen, um die öffentliche Eigenkapitalfinanzierung für kleinere Unternehmen attraktiver zu machen.

Es wird von entscheidender Bedeutung sein, den Zugang zu den Kapitalmärkten zu verbessern, indem verbleibende Barrieren, die die Marktintegration weiter behindern, beseitigt werden, z. B. steuerliche Hemmnisse für die Eigenkapitalfinanzierung (Quellensteuer, Insolvenzverfahren), aber auch die richtigen Anreize geschaffen werden, z. B. durch die Schaffung eines privaten Publikumsfonds für Börsengänge, wie von der Europäischen Kommission vorgeschlagen, sowie durch die Förderung der Verfügbarkeit von KMU-Forschung.

Gut funktionierende sekundäre Finanzmärkte (für den Handel) sind jedoch ebenso wichtig wie primäre Märkte (für die Emission) und bilden eine notwendige Voraussetzung für die erfolgreiche Entwicklung der Kapitalmarktunion. Die robusten und transparenten Preisbildungsprozesse der Börsen sind der Schlüssel, um Liquidität anzuziehen und sicherzustellen, dass Aktien, die auf den Primärmärkten aufgenommen wurden, weiterhin gehandelt werden können und überhaupt Investoren anziehen. Daher ist die Gruppe Deutsche Börse der festen Überzeugung, dass Maßnahmen für eine vereinfachte Marktstruktur, die die Anforderungen an alle Handelsplätze angleichen, und ein gut kalibriertes Transparenzregime unter MiFID II/MiFIR ein integraler Bestandteil der Vollendung der Kapitalmarktunion sein sollten, um effiziente, liquide und widerstandsfähige Kapitalmärkte vollständig zu unterstützen.

KMU: Die hervorgehobenen Teile der Wertschöpfungskette sind betroffen


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